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"Warum bist du eigentlich Vegetarier/Veganer?"

Achtung
Dieser Text eignet sich nicht zum schnellen Überfliegen oder bloßen Anschauen der Bilder.
Der Inhalt würde dadurch entfremdet.


Konfuzius-Statue mit Goldener Regel
Ich, Roman Bansen
Konfuzius-Statue mit Goldener Regel

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

“Warum bist du eigentlich Vegetarier?“

Wie oft habe ich diese Frage nun schon gehoert, seit ich im Sommer 1995 dem Fleischkonsum abgeschworen habe. Wie oft habe ich den Leuten nun schon erklaeren muessen, dass dies eine ganze Reihe von Gruenden hat und wie oft habe ich nun schon versprochen, dass ich all diese Gruende eines Tages niederschreiben werde. Dies soll im Folgenden nun endlich geschehen, um euch, wer auch immer ihr seid, meine Sicht auf die Dinge verstaendlich zu machen. Wenn ihr den Text bis zum Ende lest, werdet ihr hoffentlich verstehen, warum ich die Frage selbst im Prinzip fuer falsch halte, warum ich denke, dass eigentlich ich derjenige sein muesste, der die Leute fragt: “Warum bist du eigentlich kein Vegetarier?“

Viel, sehr viel wurde schon ueber dieses Thema geschrieben. Seit mittlerweile Jahrtausenden diskutiert die Bildungselite der Welt darueber, nicht nur in Europa, sondern in allen hoeheren, wehrtebestimmten Kulturen der Erde. Viele schlaue Menschen haben einen Anfang gemacht, sind mit gutem Beispiel voran gegangen, haben Versucht, Vorbild zu sein. Leider liess sich Otto-Normalbuerger bisher nicht davon ueberzeugen. Absolut betrachtet ist vielmehr alles noch schlimmer geworden durch die starke Zunahme der Bevoelkerung und den stark angestiegenen Fleischkonsum eben dieser.

Was ist das Hoechste, das die menschliche Zivilisation bisher erreicht hat? Keine einfach zu beantwortende Frage. Ist es die Erfindung des Rades? Ist es die Landung auf dem Mond? Der Ackerbau, das Auto oder der Computer? Ist es die Musik oder Malerei? Meiner Ansicht nach ist es die Ethik und das, obwohl (oder gerade weil) sich jene wohl am Langsamsten weiterentwickelt. Aber sie tut es und auch deren Entwicklung hat sich, wie alles andere auch, seit der Industrialisierung stark beschleunigt. Noch vor 150 Jahren war es nichts Besonderes, wenn sich zwei Maenner duellierten, auf Leben und Tod. Es war gesellschaftlich akzeptiert. Heute unvorstellbar, dass zwei stark zerstrittene Maenner auf der Strasse Waffen ziehen und sich gegenseitig versuchen zu ermorden .. zum Glueck.

Diesen Text zu verfassen fiel mir nicht leicht. Es hat verdammt lange gedauert und viel Muehe gemacht. Durch Hunderte von Internetseiten, Studien und wissenschaftlichen Artikeln habe ich mich gelesen und mir dutzende Filme und Videoclips zu Gemuete gefuehrt. Mehr als einmal haette ich mich dabei fast uebergeben muessen und musste das Abspielen der Aufnahmen abbrechen. Ich selbst habe bei der ganzen Sache auch viel Neues dazugelernt, viele Einsichten erhalten, Zusammenhaenge erkannt und etwaige Tatsachen in Frage gestellt. Der Text variiert in seiner Schreibweise, je nachdem in welcher Stimmung ich gerade war, also bitte nicht wundern, wenn auf einen eher lustig geschriebenen Abschnitt ein todernster folgt.

Da mich das Thema meist sehr aufgewuehlt hat, moechte ich auch gleich im Voraus um Entschuldigung bitten, falls sich jemand massiv angegriffen, verletzt oder beleidigt fuehlt. Es ist nicht mein Anliegen, Leuten weh zu tun mit diesem Text, sondern ihnen die Realitaet in der wir leben vor Augen zu fuehren und diese in Frage zu stellen.

Meist habe ich mich bemueht, so viel wie moeglich bzw. noetig mit Quellen zu belegen. Hin und wieder hatte ich aber auch schlichtweg keine Lust, so dass es ein paar ’quellenfreie’ Abschnitte gibt. Sollte jemand spezielle Daten in Zweifel ziehen, so mache ich mich aber gern noch einmal auf die Suche nach entsprechenden Quellen.

Der Text ist aus meiner hiesigen, deutschen und europaeischen Perspektive geschrieben und mir ist klar, dass er damit nicht jedem Erdenbuerger gerecht werden kann. Waehrend sich Suedamerikaner ob ihres exorbitanten Rindfleischkonsums vermutlich noch ganz gut identifizieren koennen mit den europaeischen Essgewohnheiten, ist dies z.B. fuer Ostasiaten sicher weniger einfach. Es macht fuer mich allerdings keinen Unterschied, ob wir Rinder, Wale, Huehner oder Fische essen und ich hoffe, diesen Standpunkt im Laufe des Textes genauer darlegen zu koennen.

Urspruenglich habe ich all dies Anfang 2007 zusammengeschrieben und im Maerz 2007 erstmals online gestellt. Die letzte signifikante Ueberarbeitung fand im Oktober 2009 statt, im Zuge der Uebersetzung der gesamten Seite ins Englische. Ich werde versuchen, die sich von Zeit zu Zeit aendernden Links aktuell zu halten. Der jeweilige Stand der letzten Ueberarbeitung kann ganz am Ende dieser Website unten abgelesen werden.

Noch viel viel viel mehr haette ich schreiben koennen, denn jede Antwort warf neue Fragen auf und jede Frage lieferte mehrere Antworten. Immer wieder neue Gedanken kamen mir und gern wuerde ich auch diese irgendwie alle festhalten und mit meinen Mitmenschen teilen, aber die Gedankenwelt ist halt fluechtig. Vieles vergass ich wieder. Vieles habe ich auch bewusst nicht niedergeschrieben, weil es den Text nur noch laenger gemacht haette und viele Gedanken habe ich nicht weiterverfolgt, um mich nicht zu sehr in Details zu verlieren. Ich hoffe das Resultat ist lesbar und verstaendlich und vor Allem in der Lage, meine Gedanken zu transportieren.


Von all den Leuten, die mir in irgendeiner Weise nahe stehen erwarte ich ehrlich gesagt schlichtweg, dass sie den gesamten Text lesen, ebenso wie von all jenen die mich explizit um ein solches Werk gebeten haben. Allen Anderen empfehle ich selbstverstaendlich, Selbiges zu tun, aber kann es natuerlich nicht direkt erwarten. Sagen wir einfach mal der Ethik-Teil ist mir besonders wichtig und den Umwelt-Teil sollte man ebenfalls nicht verpassen. Und vielleicht (hoffentlich) regt dies dann so weit zum Nachdenken an, dass man sich auch den Rest des Textes vornimmt.

Sinnvoll ist es sicherlich auch, das Werk nicht an einem Stueck zu lesen, sondern zwischen den Abschnitten Pausen einzulegen.

Ich weiss, der Text ist lang. Aber gerade die, die sich beim ersten Blick gedacht haben: “Oh man, ist das viel. Da hab ich aber gar keinen Bock drauf.“ sollten ihn lesen, zumindest wenn sie Fleisch-(und Fisch-)fresser sind.


Was is(s)t ein Vegetarier / Veganer?

“Die Deutsche Rechtschreibung“ des Duden-Verlags liefert zu dieser Frage:

“Vegetarier (jmd., der sich vorwiegend von pflanzl. Kost ernaehrt)“

Das klingt ja fast so, als waere ein Bisschen Fleisch schon erlaubt. Schauen wir unter:

“Vegetarismus, der; (Ernaehrung durch pflanzl. Kost)“

Dies wird dem Ganzen irgendwie noch immer nicht gerecht. Zum Vergleich ein Blick auf:

“Veganer (Vegetarier, der auch auf Eier und Milchprodukte verzichtet)“

Ich muss an dieser Stelle den Duden heftig kritisieren fuer die unzureichenden und ungenauen Angaben.

Das Wort Vegetarier leitet sich vom lateinischen vegetus ab, das in etwa so viel wie ganz, gesund, frisch oder lebendig bedeutet. Heute definiert sich der grosse Oberbegriff Vegetarismus durch die Vermeidung jeglicher Produkte, fuer die ein Tier getoetet werden muesste, sprich auf alle Arten von Fleisch, Fisch und Innereien sowie auch tierische Fette und Gelatine. Fischessende Vegetarier gibt es nicht, hat es nie gegeben und wird es nie geben, auch wenn immer mal wieder Menschen das Gegenteil behaupten.

Vegetarier lassen sich in vier Hauptkategorien einteilen:

  • Ovo-lacto-Vegetarier: Essen nichts, was aus dem Koerper getoeteter Tiere hergestellt wird, konsumieren aber Eier (ovo), Milch (lacto) und andere tierische Produkte, fuer die man die Tiere nicht toeten muss, also z.B. auch Honig und alle Arten von Milchprodukten
  • Lacto-Vegetarier: Wie ovo-lacto, nur ohne Eier
  • Ovo-Vegetarier: Wie ovo-lacto, nur ohne Milch und Milchprodukte
  • Veganer: Meiden jegliche tierische Nahrung (also auch Eier, Milch, Milchprodukte und Honig) und andere tierische Produkte wie z.B. Wolle

Seit ich 1995 zum Vegetarier wurde, war ich stets Ovo-lacto-Vegetarier und hatte nie Probleme damit. Mit den Jahren nahm mein Konsum von Milch, Eiern und Produkten aus jenen jedoch bestaendig ab und mittlerweile bin ich vollstaendiger Veganer, zumindest in Deutschland, da es sehr schwierig sein kann, in fremden Umgebungen vegan zu leben.


Eine Frage der Ethik

Der absolute Hauptgrund fuer mich und die meisten anderen Vegetarier liegt in der ethischen Problematik. Selbst wenn es keinen der anderen Gruende gaebe, so waere dieser schon mehr als ausreichend um sofort jeglichen Fleischkonsum einzustellen.

Konfuzius-Statue mit Goldener Regel
Konfuzius-Statue mit Goldener Regel

Beginnen wir mal mit der Grundlage jeder Ethik, auch als ’Goldene Regel’ bekannt:

“Was du nicht willst, das man dir tu’, das fueg auch keinem Andern zu.“

Dieser so beruehmte Spruch vereint in sich alles, was an Ethik wirklich wichtig ist. In der einen oder anderen Art hat praktisch jede groessere Religion auf diesem Planeten (und viele kleinere auch), jede philosophische Stroemung und jede hoehere Kultur irgendwann diesen Satz formuliert. Er findet sich in einer Vielzahl griechischer Texte [1] [2] ebenso wie in den Niederschriften des Konfuzius [3] oder der Zoroastrier [4]. Die wichtigsten Werte der drei grossen Weltreligionen Islam [5], Christentum [6] [7] [8] und Judentum [9] lassen sich zu weiten Teilen darauf reduzieren, der Buddhismus fusst massgeblich darauf [10] und sogar in den insgesamt sehr blutigen vedischen Schriften des Hinduismus laesst er sich finden. [11] Die allgemeine Erklaerung der Menschenrechte und so ziemlich alle modernen Rechtssysteme bauen auf diesem Prinzip auf. Es ist die logische Konsequenz aus der menschlichen Faehigkeit zum abstrakten, vorausschauenden Denken und sich in die Lage anderer Individuen zu versetzen.


Bei der Erziehung kleiner Kinder laesst sich heute in allen Nationen, in allen Kulturen der Welt eine voellig identische Handlungsweise beobachten: Wenn Kinder andere Kinder oder auch Erwachsene schlagen, werden sie von ihren Eltern, Erziehern oder Lehrern darauf hingewiesen, dass diesen Personen das weh tut und werden gefragt, ob sie es denn wohl toll faenden, wenn man sie so schlagen wuerde. Die Kinder machen daraufhin von oben genannter Faehigkeit Gebrauch und begreifen ganz von selbst. Zumindest im europaeischen Kulturkreis, aber auch in vielen anderen, wird dieses uralte Prinzip seit geraumer Zeit auch auf die Behandlung von Tieren angewendet. Wenn die Kinder also Tieren, vor allem Saeugetieren (durchaus aber auch anderen Wirbeltieren und teils sogar Insekten) in irgendeiner Weise Leid zufuegen, z.B. Katzen am Schwanz ziehen oder Kaefern die Beine ausreissen, dann macht man sie darauf aufmerksam, dass den Tieren dies auch weh tut, womit die meisten Kinder wohl automatisch den Schluss zum zuvor ueber die zwischenmenschlichen Regeln Gelernten ziehen und diese Taetigkeiten zukuenftig (hoffentlich) unterlassen. Auch dies sehe ich als logische Konsequenz aus den oben beschriebenen Prinzipien und dem Wissen ueber die Faehigkeit von Tieren, ebenso Leid und Schmerz zu empfinden wie wir Menschen.

Und nun zum springenden Punkt:

Aufbauend auf diesen in fruehester Kindheit erlernten Erkenntnissen und Prinzipien, scheut sich der Mensch eigentlich generell davor, Leben zu nehmen. Das Leben ist schliesslich das hoechste Gut, das ein Lebewesen besitzt. Etwas Entscheidenderes als das Leben kann man niemandem nehmen. Drueckt man nun also einem Menschen, der nie zuvor Leben genommen hat, ob von Mensch oder Tier, ein Messer in die Hand und sagt: “Hier, schlachte die Kuh! Schneid ihr einfach die Kehle durch.“, dann wird er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zoegern, wird es ohne ’Ermutigungen’ wohl ueberhaupt nicht tun. Hat er es dann schliesslich getan, wird er auch zweifelsohne dieses beklemmende Gefuehl im Bauch haben. Selbst wenn man ihn noch so sehr dafuer lobt und ihm einredet, er koenne stolz sein auf seine erste Schlachtung, so wird doch nach dem ersten Mal tief drinnen dieses Gefuehl sein, etwas Falsches getan zu haben. Und hat derjenige zuvor auch noch nie einer Schlachtung beigewohnt, so muss er sich wahrscheinlich sogar uebergeben, wenn das arme Tier langsam roechelnd verreckt. Schlachter Krause, Butcher Harris, Kasap Ahmed oder Wú tú hù werden demjenigen dann wohl auf die Schulter klopfen und sagen: “So ging es mir beim ersten Mal auch.“

Auf einem scheinbar ganz anderen Gebiet lassen sich interessanterweise exakt dieselben Verhaltensweisen feststellen: Krieg. Seit Jahrtausenden gibt es nun Erzaehlungen, Berichte und Geschichten von, mit und ueber Soldaten, die diese Erfahrungen machten. Hunderttausendfach in moderner Literatur und in tausenden von Filmen wurde dies verarbeitet, dieses schlechte Gefuehl, das Menschen in sich verspueren, nachdem sie zum ersten Mal das Leben eines anderen Menschen genommen haben. Diese innere, ethische Barriere, die einen davon abhalten soll das Schlimmste zu tun, was man einem Menschen tun kann, ihm sein Leben zu nehmen. … Und hat derjenige zuvor auch noch nie einer Toetung beigewohnt, so muss er sich wahrscheinlich sogar uebergeben, wenn die Person langsam roechelnd verreckt. Kamerad Krause, Comrade Harris, yazgý arkadaþý Ahmed oder Wú tóng zhì werden demjenigen dann wohl auf die Schulter klopfen und sagen: “So ging es mir beim ersten Mal auch.“

Ein weiterer Denkansatz: Zeigt man den Menschen in unserer Gesellschaft Videos (vorzugsweise ohne Kommentare, aber mit Ton) von der Haltung, Toetung und Zerstueckelung von Kuehen und Schweinen, so wendet sich eine grosse Mehrheit von Menschen sofort davon ab, findet es eklig, will es nicht sehen, schaut weg oder fuehlt sich gar angegriffen, wird agressiv und beleidigend. Eine eigentlich nicht schwer zu erklaerende Reaktion: Diese ’grosse Mehrheit’ hat nie in ihrem Leben selbst solche Tiere toeten muessen und hat in den meisten Faellen auch nie dabei zugesehen. Die oben erwaehnte ’innere ethische Barriere’ musste nie ueberschritten werden. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes noch nicht verroht. Da ist tief drinnen dieses Gefuehl, dass es nicht richtig ist, auch wenn man es verdraengt, wenn man vielleicht das genaue Gegenteil gelernt hat, sein Leben lang ’Fleisch’ oder 'Fisch' verspeist hat, dieses rote, schwarze, graue und braune Zeug, das es im Supermarkt gibt und auf dessen Packungen oft diese froehlich dreinblickenden Tierchen abgebildet sind. In den meisten Faellen endet die Geschichte damit, dass sich die betreffende Person im Handumdrehen wieder einredet, dass das schon OK sei, da wir ja den Tieren ueberlegen sind .. oder wegen des Rechts des Staerkeren .. oder weil es ja immer so war .. oder weil es gottgegeben ist .. oder weil es die Tiere ja selbst machen .. oder weil unsere Vorfahren ja auch Fleisch gegessen haben oder…. Jeder findet da eine eigene Variante, damit umzugehen, eine eigene ’Ausrede’.

Ausreden zum Ueberwinden dieser inneren Barriere hat es immer viele gegeben:

  • “Irgendwie muss man diesen Sklaven ja klar machen, dass sie zu gehorchen haben und es sind ja schliesslich nur Nigger.“
  • “Der Offizier hat es ja schliesslich befohlen, die Dorfbewohner zu erschiessen. Es war seine Entscheidung.“
  • “Es sind ja keine Menschen, es sind ja Juden.“


Ein kurzes Video zwischendurch:

http://www.youtube.com/watch?v=2YnHI7GvrNI


Schon vor 2500 Jahren gab es Menschen, denen diese Dinge Kopfzerbrechen bereiteten. Bereits die Pythagoraeer, die Anhaenger des Pythagoras (nach dem der beruehmte ’Satz des Pythagoras’ benannt ist) lehnten das Toeten von Tieren aus ethischen Gruenden ab. So liest sich ein auf Pythagoras zurueckgehendes Zitat:

“Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurueck. Wer mit dem Messer die Kehle eines Rindes durchtrennt und beim Bruellen der Angst taub bleibt, wer kaltbluetig das schreiende Boecklein abzuschlachten vermag und den Vogel verspeist, dem er selber das Futter gereicht hat - wie weit ist ein solcher noch vom Verbrechen entfernt?“

Auch in den Schulen von Platon und Aristoteles gab es eine ganze Reihe vegetarischer Vertreter.

Der roemische Politiker und Philosoph Cicero schrieb:

“Ich bitte dich nicht, mich zu verschonen, wenn du in Not bist, sondern nur, wenn du frevelhafte Begierde hast. Toete mich, um zu essen, aber morde mich nicht, um besser zu essen!“

Spaetestens mit dem Niedergang des roemischen Reiches ging auch die Bildung in Europa im Schnitt stark zurueck und der Vegetarismus beschraenkte sich ueber Jahrhunderte auf Einzelpersonen.

Der heilige Franz von Assisi stellte fest:

“Alle Geschoepfe der Erde fuehlen wie wir, alle Geschoepfe streben nach Glueck wie wir. Alle Geschoepfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmaechtigen Schoepfers - unsere Brueder.“

Und Leonardo da Vinci gab zu Protokoll:

“Ich habe schon in juengsten Jahren dem Essen von Fleisch abgeschworen und die Zeit wird kommen, da die Menschen wie ich die Tiermoerder mit gleichen Augen betrachten werden wie jetzt die Menschenmoerder.“

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts breitete sich die Idee von der vegetarischen Ernaehrung in etwas groesseren Kreisen aus, die anfangs vor allem in Grossbritannien damit begannen, Vegetariervereine zu gruenden. Ende des Jahrhunderts waren bereits tausende mehr oder weniger bedeutende Leute zum Vegetarismus ’konvertiert’ und auch in anderen europaeischen Laendern entstanden mehr und mehr Vegetariervereinigungen. Ein Grossteil dieser modernen Vegetarierbewegung berief sich von Beginn an auf Frieden, Humanismus und Aufklaerung, aber auch auf gesundheitliche Aspekte. Viele bedeutende Philosophen, Schriftsteller und Wissenschaftler befassten sich mit diesen Themen. Im Folgenden ein paar vielsagende Zitate:

Wilhelm Busch (1832–1908): “Wahre menschliche Kultur gibt es erst, wenn nicht nur die Menschenfresserei, sondern jeder Fleischgenuss als Kannibalismus gilt.“

Leo Tolstoi (1828–1910): “Solange es Schlachthaeuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.“

Mahatma Gandhi (1869-1948): “Ich glaube, dass geistiger Fortschritt an einem gewissen Punkt von uns verlangt, dass wir aufhoeren, unsere Mitlebewesen zur Befriedigung unserer koerperlichen Verlangen zu toeten.“

Franz Kafka (1883-1924): “Nun kann ich euch in Frieden betrachten; ich esse euch nicht mehr.“ [Beim Betrachten von Fischen in einem Aquarium]

Albert Einstein (1879-1955): “Rein durch ihre physische Wirkung auf das menschliche Temperament wuerde die vegetarische Lebensweise das Schicksal der Menschheit aeusserst positiv beeinflussen koennen.“

Theodor W. Adorno (1903–1969): “Auschwitz faengt da an, wo einer im Schlachthof steht und sagt, es sind ja nur Tiere.“

Bezeichnend ist auch, wie sich Alexander von Humboldts folgende Prophezeiung spaetestens mit dem zweiten Weltkrieg und dem damit einhergehenden Holocaust bewahrheitete:

“Dem Tier gegenueber sind heute alle Voelker mehr oder weniger Barbaren. Es ist unwahr und grotesk, wenn sie ihre vermeintliche hohe Kultur bei jeder Gelegenheit betonen und dabei tagtaeglich die scheusslichsten Grausamkeiten an Millionen von wehrlosen Geschoepfen begehen oder doch gleichgueltig zulassen. Koennen wir uns wundern, dass diese sogenannten Kulturvoelker immer mehr einem furchtbaren Weg des Abstieges entgegengehen?“
“Ehrfurcht vor dem Leben bedeutet Abscheu vor dem Toeten.“ Albert Schweitzer

Eine grosse, ins Auge stechende Analogie ergibt sich auch zur Sklaverei. Denn was, wenn nicht Sklaven, sind die Millionen und Abermillionen von Legehennen und Milchkuehen, die Tag und Nacht mit ihrer ganzen Existenz nur dem Menschen zu dienen haben, anstatt in der freien Natur jenen Dingen nachzugehen, fuer die sie geschaffen bzw. geboren wurden. Genau wie frueher die Sklaven haben sie einen Besitzer, dem sie auf ewig gehoeren und an den auch all ihre Nachkommen fallen. Er kann entscheiden, was mit ihnen geschieht, kann sie bestrafen und sogar toeten.

Als Begruendungen werden angefuehrt, dass die Tiere weniger Wert seien als die Menschen, auf einer anderen evolutionstechnischen Stufe stehen, duemmer sind oder auch einfach nur ’anders’ sind als wir. Von den schwarzen Sklaven wurde auch immer behauptet, sie seien eigentlich keine Menschen, seien unterentwickelt, dumm und einfach anders. In Bezug auf die Schwarzen nennen wir das heute Rassismus. In Bezug auf die Tiere nennt man es Speziesismus und ich bin fest davon ueberzeugt, dass dieser in Zukunft einmal den gleichen rechtlichen Status erhalten wird, wie ihn heute der Rassismus hat, der aus gutem Grund in der allgemeinen Erklaerung der Menschenrechte ebenso wie in unserem Grundgesetz verboten ist.

Wurden die Sklaven nicht in Massen auf riesigen Schiffen unter elendsten Bedingungen in die Neue Welt transportiert? Sind nicht rund 15% der Sklaven auf diesen Transporten ums Leben gekommen und wurden ueber Bord geworfen? [12] Werden heute nicht in Massen Schafe und Rinder auf riesigen Schiffen unter elendsten Bedingungen von Australien in den Nahen Osten transportiert? Sterben nicht rund 10% der Schafe auf diesen Transporten und werden ebenfalls ueber Bord geworfen? [13] Waren es nicht am Anfang nur einzelne Leute, die den Sklavenhandel in Frage gestellt haben? Waren es nicht anfangs nur Wenige, aus der sozialen Oberschicht stammend, die sich fuer eine Abschaffung der Sklaverei eingesetzt haben? Und wurden es nicht immer mehr? Waren es nicht am Anfang der Vegetarierbewegung, im 19. Jahrhundert, nur einzelne Leute aus der sozialen Oberschicht, die den Verzehr von toten Tieren in Frage gestellt haben und sich fuer eine Abschaffung aussprachen? Und wurden es nicht immer mehr? Sind es mittlerweile nicht Millionen Menschen allein hier in Deutschland?


Den Menschen hier und nahezu ueberall auf der Welt faellt ihre staendige Doppelmoral in Bezug auf Tiere meist gar nicht mehr auf und das obwohl, oder gerade weil, Tiere so allgegenwaertig sind in unserem Leben. Es gibt praktisch niemanden der vor allem junge Saeugetiere und Voegel nicht niedlich findet, denn dadurch, dass wir mit diesen Tieren so eng verwandt sind, sprechen wir mit unserem menschlichen Kindchenschema sogar auf die Kinder anderer Arten an. Und das ist gut so. Die ganze Nation findet das Eisbaerbaby Knut im Berliner Zoo ja soo putzig. Niemand wuerde es verstehen, wenn jemand diesem suessen kleinen Etwas die Kehle durchschneiden und es jaemmerlich verbluten lassen wuerde, um es anschliessend in Stuecke zu saegen und zu verspeisen. Derjenige wuerde vermutlich von einem wuetenden Mob gelyncht werden. Dass aber genau dies jeden Tag hundertausendfach passiert mit suessen kleinen Ferkelchen, Kaelbchen und Kueken, blenden dabei einfach alle aus.

Bestimmt hat jeder schon mal einer Katze zugeschaut, wie sie sich auf dem Boden hin und her raekelt und wie sie es geniesst, wenn man sie streichelt. Genau wie ein Mensch. Wie viel Freude empfinden Hunde, wenn man mit ihnen spielt oder sie mit anderen, befreundeten Hunden herumtoben koennen. Denkt denn niemand daran, dass Kuehe, Schweine und Huehner genauso empfinden, dass auch sie es geniessen, wenn man sie streichelt oder Freude empfinden, wenn sie in Gesellschaft sind? Daran, dass auch sie all diese nur allzu menschlichen Gefuehle haben?

Wir fiebern in Filmen mit Tieren wie Schweinchen Babe oder Huendchen Benji bei ihren Abenteuern mit, weil wir uns in sie hineinversetzen koennen. Fleischfresser sollten sich statt in Babe und Benji lieber mal in die Tiere hineinversetzen, die sie zu essen pflegen.

Doppelmoral: Suesses Gluecksschwein und ermordetes Mastschwein
Doppelmoral: Suesses Gluecksschwein und ermordetes Mastschwein

Wir erzaehlen uns Fabeln, in denen die Tiere stellvertretend fuer die Menschen stehen, lesen Comics oder schauen Zeichentrickfilme, in denen die Hauptrollen von Tieren gespielt werden. Wir fuettern am Teich die Enten, haengen im Winter Koernerringe auf als Futter fuer die Voegel und konstruieren ihnen sogar Nistkaesten. Wir drucken lustige und niedliche Tiere auf unsere Kleidung und unsere Taschen, verschenken Glueckwunschkarten mit Schafen, Schweinen oder Maeusen darauf und machen Werbung mit Tieren in TV-Spots und auf Plakaten. All diese Tiere oeffnen uns das Herz, bessern unsere Stimmung auf, machen uns gluecklich oder verleiten uns zum Kauf. All diese Tiere finden wir unheimlich niedlich und knuddelig und niemals wuerde jemand auf die Idee kommen, mit einem blutenden, kopflosen Ferkel zu werben oder ein in der Mitte durchgesaegtes Kalb auf eine Glueckwunschkarte zu drucken. Warum wohl? Zum Vergleich: Niemand haette wohl ein Problem damit, mit einer Kopflosen Aubergine oder einer in der Mitte durchgesaegten Zuchini zu werben. Warum wohl? Weil tief drinen jeder Mensch ganz genau weiss, dass das Tier so fuehlt(e) wie wir, Leid und Schmerz emfindet wie wir Menschen, die Zuchini nicht.

Wir reden von Tierschutz, verankern ihn sogar in unserer Verfassung, bauen Amphibienzaeune, damit die armen Kroeten nicht ueberfahren werden und wir bauen sogar kuenstliche Storchennester. Aber wir lassen es zu, dass gleichzeitig Millionen von Tieren ein Leben voll entsetzlicher Qualen erleiden muessen und als Dank dafuer am Ende hingerichtet werden.

Staendig hoert und liest man, wie sich Leute ueber diese ’miesen Tierquaeler’ echauffieren, die ihre Hunde schlagen oder ihre Katzen treten, aber was glauben denn die Leute, wie es den Tieren ergeht, die auf ihren Tellern landen?

Wie ignorant ist der menschliche Geist, dass er sich aufregt darueber, dass Leute Haskis in der Wohnung halten, wo diese Tiere doch so viel Platz und Auslauf benoetigen, dass er aber durch den Kauf und Verzehr von Fleisch hauptverantwortlich dafuer ist, dass andere Tiere, die genau so viel Platz und Auslauf benoetigen, auf engstem Raum in ihrer eigenen Scheisse dahinvegetieren muessen und schliesslich in Massen ermordet werden?!

Wir spenden Geld fuer Baeren in Kamtschatka und fuer Orang Utans auf Borneo, akzeptieren aber den groessten Massenmord in der Geschichte der Menschheit, als waere er gottgegeben.

So viele Menschen verbindet tatsaechlich eine enge Beziehung zu ihrem Haustier, sie empfinden ’echte Freundschaft’ gegenueber ihrem Hund oder ihrer Katze (ob dies auf Gegenseitigkeit beruht, sei dahingestellt). Zugleich finden die meisten Leute auch Bilder, Figuren und Fotos von zum Beispiel kleinen Ferkeln derart putzig, dass sie sich unmoeglich vorstellen koennen, dass jenen etwas Schilmmes passiert. Aber was denken jene Leute wohl, was so ein Spanferkel ist? Es ist eines von diesen kleinen, zuckersuessen Ferkelchen, im Kleinkindalter seiner Mutter entrissen und ermordet, nur um dann aufgespiesst und ueber dem Feuer gebraten zu werden.

Sehen die Menschen denn nicht, dass sie die verspeisen, die sie lieben?


Wie zu Beginn angedeutet, ist das Unrechtsbewusstsein unter den Menschen laengst vorhanden, was unter Anderem auch an Kleinigkeiten im Alltag deutlich wird, wenn z.B. die Sektion mit den fleischlosen Gerichten in der Speisekarte ueberschrieben ist mit: “Fuer die bessere Haelfte“. Das wahre Problem liegt darin, dass einfach alle wegschauen. Der gesamte Prozess der Fleischproduktion in unserer Gesellschaft wird, im Vergleich zur Gesamtbevoelkerung, einer Hand voll Menschen ueberlassen, die wiederum jeweils nur in einzelnen Produktionsprozessen stecken und somit immer nur einen kleinen Teil zum grossen Ganzen beitragen. Der Bauer gibt meist an, seine Tiere zu lieben und dass es ihm auch immer sehr leid taete, sie zum Schlachthof bringen zu muessen. Der Schlachter hat sich nach den ersten paar Malen an das Toeten gewoehnt, redet sich ein, das sei schon in Ordnung und rechtfertigt sich heute zudem damit, dass er die Tiere auf ’humane’ Weise ermordet (als koennte Mord human sein), mit einem kraeftigen Stromschlag in den Kopf oder mit einem Bolzenschussgeraet, ganz unblutig. Blutig wird es erst im naechsten Schritt, aber da ist das Tier ja schon tot, da muss man sich ja keine Vorwuerfe mehr machen, oder?! Spaetestens wenn Kopf und Beine abgetrennt sind, erinnern die roten Stuecken auf dem Tisch oder Fliessband oder wo auch immer ohnehin nicht mehr sonderlich stark an das einst fuehlende Individuum, aus dem sie stammen.

Das ’Produkt Fleisch’, das man am Ende kauft, hat fuer die meisten Menschen Null Beziehung zu dem Tier, welches dafuer sein Leben lassen musste. Sowohl das Fleisch als auch das Tier werden als abstrakte Objekte wahrgenommen, denen man Herkunft, Preis und Qualitaet zuordnen kann, wie einem billigen Toaster aus Hong Kong. Das, was mit den Tieren passiert, wird von den Menschen einfach ignoriert nach dem Motto: “Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss.“ Dabei weiss man es ja im Prinzip. Aber man ist nicht dabei. Man muss nicht zusehen. Man kennt die Tiere nicht und will sie auch nicht kennen, denn sonst koennte man sie nicht mehr essen. Obwohl es direkt vor der Haustuer passiert, scheint es unvorstellbar weit weg zu sein oder gar nicht zu existieren. Und im Hinterkopf hat man immer: “Es sind ja nur Tiere.“...

“Auschwitz faengt da an, wo einer im Schlachthof steht und sagt, es sind ja nur Tiere.“ Theodor W. Adorno

Auf einem scheinbar ganz anderen Gebiet lassen sich exakt dieselben Verhaltensweisen feststellen: Voelkermord. Die Menschen, die in die KZs kamen, kannte man ja nicht und wollte sie auch nicht kennen, denn sonst haette man ihre Behandlung ja nicht gutheissen koennen. Auch damals galt das Motto: “Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss.“ Dabei wusste man es ja im Prinzip. Aber man war nicht dabei. Man musste nicht zusehen. Obwohl es direkt vor der Haustuer passierte, schien es unvorstellbar weit weg zu sein oder gar nicht zu existieren. Und im Hinterkopf hatte man immer: “Es sind ja nur Zigeuner/Russe/Juden.“...

Auch die Vernichtungsmaschinerie der Nazis wurde, im Vergleich zur Gesamtbevoelkerung, einer Hand voll Menschen ueberlassen, die wiederum jeweils nur in einzelnen Prozessen steckten und somit immer nur einen kleinen Teil zum grossen Ganzen beitrugen. So wurde die Schuld derart verteilt, dass irgendwie alle damit leben konnten. Die Leute, die fuer das Verladen in die Zuege zustaendig waren, haben ja ’nur’ transportiert. Die Person die den Schalter umgelegt hat, der das Gas einleitete, hat seine Opfer nicht einmal gesehen dabei. Und die Menschen, die die Goldzaehne zogen oder fuer’s Verbrennen zustaendig waren, konnten sich immer sagen: “Sie sind ja schon tot.“


Das gesamte System der Fleischverarbeitung ist aufs Wegschauen, auf die Leugnung der Realitaet angelegt. Die Mastanlagen stehen fernab allein in der Landschaft und sind nach aussen hin meist kaum als solche zu erkennen. Umzaeunt, fensterlos und verschlossen soll niemand sehen, dass sein ’Futter’ lebt. Die Tiertransporte in die Schlachthoefe finden nachts statt. Die Schlachthoefe sind ebenfalls nach aussen abgeriegelte, in sich geschlossene Komplexe, in die auf der einen Seite die Transporte mit den Tieren einfahren und auf der anderen Seite die Tiefkuehllaster mit dem ’Fleisch’ herauskommen.


Wegzusehen war immer schon die einfachste Loesung, die bequemste.

Aber ist es die Loesung mit der man ruhig schlafen gehen kann? Mit der man nicht in Konflikt mit seinem Gewissen geraet? Mit der man im Zweifelsfall vor Gott treten koennte und sagen: “Mein Gewissen ist rein. Ich habe immer mein Bestes gegeben, so wenig Leid wie irgend moeglich in der Welt zu verursachen.“?

Ist es das Richtige?


Allein in Deutschland werden pro Jahr mehr als 574 Millionen Tiere von der Fleischindustrie getoetet. [14] Jedes einzelne davon ist das Kind seiner Mutter, die alles tun wuerde, um ihr Kind zu beschuetzen, zu hegen und zu pflegen bis es gross und selbststaendig ist. Jedes einzelne davon hat eigene Beduerfnisse, spuert Freude und Schmerz und moechte in Freiheit ein unbeschwertes Leben fuehren. Jedes einzelne dieser mehr als 574000000 Tiere ist ein eigenes, fuehlendes Individuum, das ganz sicher nicht sterben moechte, um unserem Gaumen eine Freude zu bereiten.

Denkt drueber nach. … Bitte!

Fleischstand vs. Obststand
Fleischstand vs. Obststand - rot vs. bunt - Einseitigkeit vs. Vielfalt

Und was ist mit Fisch und Meeresfruechten?

Viele Leute denken so in etwa: "Also bei den Schweinen und Kuehen versteh ich das ja irgendwie noch, aber Fische sind schon noch was anderes." Und so verwundert es nicht, dass man auch immer wieder selbsternannte Vegetarier trifft, die aber Fisch essen, was schon per definitionem gar nicht zusammengeht. Manch einer ist sich dieser Problematik auch bewusst und bezeichnet sich dann schlichtweg als "Fischitarier" oder "pisces-vegetarisch". Aber ist das tatsaechlich so? Ist das bei Fischen wirklich "was anderes"?

Unter den Wirbeltieren sind die Fische die uns entferntesten Verwandten, sowohl genetisch, als auch in ihrer aeusseren Erscheinungsform. Die Tatsache, dass sie zudem nur und ausschliesslich unter Wasser leben macht eine Identifikation mit ihnen nicht gerade einfacher. Hinzu kommt hier in Deutschland noch die christlich-europaeische Kultur, in der der Fisch als Nahrungsmittel immer eine gewisse religioes begruendete Sonderrolle spielte, obwohl ich nirgends im Neuen Testament irgendeine Art von Aufruf zum Fischverzehr finden konnte. In vielen Ost- und Suedostasiatischen Laendern hat er ebenfalls eine Sonderrolle, weil er, meist zusammen mit diversen 'Meeresfruechten', eine grosse Rolle in der traditionellen Esskultur spielt.

Your Daddy kills animals

Wie auch immer. Nur weil die Fische uns nicht lautstark mitteilen koennen, dass es ihnen nicht gefaellt, einen Stahlhaken in ihrem Koerper zu haben, der ihnen die inneren Organe zerschneidet, oder eingeklemmt in einem Netz mit tausenden Artgenossen zu ersticken oder zerquetscht zu werden, heisst das nicht, dass sie nicht vielleicht doch ein klitzekleines Problem damit haben. Seit sich 1994 eine ausgiebige britische Studie mit genau diesem Thema befasste, ist bekannt, dass Fische Schmerz auf sehr aehnliche Weise empfinden wie wir. [49] Viele weitere Studien folgten und legten aehnliche Schluesse nahe [50] bzw. untermauerten teils direkt die gefundenen Resultate [51]. Sie ergaben des Weiteren, dass Fische auch andere Empfindungen wie Angst, Stress und Panik aehnlich empfinden wie wir. Es ist somit ein Unding, dass in unserer Gesellschaft noch immer ein Unterschied gemacht wird zwischen “Fleisch“ und “Fisch“, denn was da gegessen wird, ist letztlich das Fisch-Fleisch und die Greten sind auch nichts Anderes als Knochen.

Ja, OK, Fische sind meistens nicht so niedlich wie Hunde oder Katzen (und was ist mit Nemo?), aber es hat auch etwas mit gesundem Menschenverstand zu tun: Wenn ich meinen Hund oder meine Katze nicht esse, weil ich weiss, dass er Gefuehle hat wie ich, dann muss ich eben auch die logische Konsequenz ziehen, alle anderen Lebewesen die so fuehlen auch nicht zu essen. Und dazu gehoeren neben Saeugetieren wie Schweinen und Rindern eben auch alle anderen Wirbeltiere ... auch Fische!
Oder kuerzer: Wenn du deinen Hund nicht essen wuerdest, warum isst du dann Fisch?

Aber wie ist denn das nun mit den 'Meeresfruechten'? Das sind ja keine Wirbeltiere und Schrimps und Muscheln zum Beispiel sind ja so klein und komisch und anders, die koennen doch eh keinen Schmerz empfinden, oder?!
Ich sag mal so: Nur weil wissenschaftlich (noch) nicht erwiesen ist, dass Schrimps oder Muscheln uns vergleichbare Gefuehle haben koennten, heisst das nicht automatisch, dass das auch so ist. Und der deutsche Begriff Meeresfruechte verdeckt leicht die Tatsache, dass es sich bei den meisten Arten darunter eben um Tiere handelt und nicht um irgendwelches Obst oder Gemuese.

Lasst mich an dieser Stelle ganz kurz ein wesentliches Konzept der Evolution erlaeutern:
Man stelle sich einen grossen Waldbrand vor. All die Tiere, ob gross oder klein, koennen sich von selbst forbewegen auf ihren Beinen und werden die Flucht ergreifen, um ihr Leben zu retten. Aber ist ihnen das eigentlich bewusst? Vermutlich nicht. Sie rennen weg, weil Feuer weh tut. Ganz einfach. Feuer ist heiss und man verbrennt sich daran. Jeder weiss das, weil man es bei Beruehrung mit Feuer sofort spuert: Schmerz. Ein Tier, das keinen Schmerz empfinden wuerde, wuerde also vermutlich nicht wegrennen vor dem Feuer und schlussendlich verbrennen. Dies ist ein klarer evolutionaerer Nachteil und jede derartige Mutation in einer Tier-Population ist zum Aussterben verdammt.
Bei den Baeumen ist es genau umgedreht. Die koennen nicht weglaufen und ein Baum der Schmerzen spuert, hat deutlich geringere Chancen, den Waldbrand zu ueberleben. (Was denn uebrigens deutlich gegen das hin und wieder vorgebrachte Argument spricht, Pflanzen spuerten doch sicher auch Schmerz.)

Wenn nun aber tatsaechlich alle fortbewegungsfaehigen Tiere Schmerz empfinden koennen, was wissenschaftlich nicht belegt, aber naheliegend ist, dann gilt dies eben auch fuer Tiere wie Garnelen und andere Krustentiere. Denn Beine haben die auch. Ich moechte gar nicht behaupten, dass Insekten, Spinnen und Krebstiere auf die gleiche Weise Schmerz empfinden koennen wie wir. Und bei Wuermern und Schnecken etwa macht es schon ob ihrer extrem geringen Fortbewegungsgeschwindigkeit wenig Sinn. Aber irgendeine Form von Schmerzreiz werden die meisten dieser Tiere wohl eben doch verspueren koennen und je groesser, komplexer und schneller das Tier ist, desto staerker wird dieser Reiz ausgepraegt sein.
Wie es sich mit anderen Gefuehlen wie Stress und Angst verhaelt, laesst sich noch schwerer sagen. Aber so lange wir das nicht wissen, muessen wir eben davon ausgehen, dass sie es eventuell fuehlen koennen.
Hier ein Foto von Schrimps, wie die meisten Menschen sie vermutlich noch nie gesehen haben, naemlich in ihrer natuerlichen Umgebung:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/52/Woda-6_ubt.jpeg

Und wie ist das nun bei Muscheln? Ich muss gestehen, dass mir lange Zeit selbst nicht bewusst war, was fuer ein Lebewesen so eine Muschel eigentlich ist. Dabei sind sie durchaus sehr interessant und komplex. Die meisten Muscheln koennen sich mit einem Fuss, den sie ausfahren koennen, relativ frei fortbewegen. Einige koennen sogar schwimmen oder springen. Sie haben Augen, Kiemen und so weiter und pflanzen sich in etwa genauso fort wie Fische. Zudem sind viele Arten in der Lage sich tief im Boden einzugraben und dann ihren langen Sipho (so eine Art langer Hals mit kleinem Kopf) oben aus dem Boden zu stecken zum Atmen und Fressen.
Hier eine Zeichnung einer Muschel in Aktion (wir kennen sie ja meist nur in Form ihrer Schale): http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/63/Mya_arenaria_met_dier_vertikaal.jpg

Und so denke ich, sollte der bewusste, ethische Vegetarier auch Garnelen, Muscheln, Krebse und anderes als 'Meeresfruechte' bezeichnetes Getier in Frieden lassen.


Tiere und Klimaschutz / Umweltschutz?

Klima

Na toll. Erst sind die Fleischfresser die schlechteren Menschen, dann leben sie angeblich noch ungesuender und jetzt sollen sie auch noch fuer den Klimawandel verantwortlich sein?

Die schlichte Antwort auf diese etwas ungewoehnliche Frage lautet: Ja!

Das Hauptstichwort hier lautet Methan. Die Tierhaltung bringt riesige Mengen davon hervor. All die Kuehe, Schweine, Huehner und etc. pupsen und kacken was das Zeug haelt. Obwohl es fuer den Laien anfangs schwer vorstellbar sein mag, dass Pupse und Kot das Klima veraendern sollen, ist dem leider so. Begruendet liegt dies in der schieren Menge, die da freigesetzt wird und daran, dass Methan eine 20 [15] bis 23 [16] mal so grosse Wirkung auf das Klima hat wie CO2. Aber auch eben jenes Kohlenstoffdioxid wird zur Genuege freigesetzt, vor allem indirekt durch die fuer den elektrischen und Heizenergiebedarf verbrannten fossilen Energietraeger, durch Foerderung und Aufbereitung der riesigen erforderlichen Mengen Wasser und durch die Rodung der Waelder, um Platz fuer Weideland und Futtermittel zu schaffen.

Interessanterweise ist diese Erkenntnis nicht einmal sonderlich neu. So stellte die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zum “Schutz der Erdatmosphaere“ (12. Wahlperiode) schon 1994 in ihrem Abschlussbericht fest:

“Durch die Senkung des Fleischkonsums auf ein auch der Gesundheit foerderliches Mass koennten ein Viertel oder mehr der klimarelevanten Emissionen vermieden werden. Der Uebergang zu einer staerker pflanzlich orientierten Ernaehrung eroeffnet somit das mit Abstand groesste Einsparpotential im Ernaehrungssystem. Darueber hinaus wuerden die volkswirtschaftlichen Folgekosten der ernaehrungsbedingten Krankheiten (25 Mrd. EUR/Jahr) erheblich reduziert. Bezogen auf die Klimabelastung ergibt sich bei der fleischhaltigen Komponente (z.B. Frikadelle) die 13-fache Menge an CO2-Aequivalenten gegenueber der fleischlosen Komponente (z.B. Getreidebratling).“

Im Jahr 2003 verglich eine amerikanische Studie die Nachhaltigkeit einer fleischbasierten und einer lakto-vegetarischen Ernaehrungsweise in Bezug auf die US-Bevoelkerung. Sie kam zu dem Ergebnis, dass beide nicht nachhaltig genug seien fuer das zukuenftige Ueberleben der Menschen, dass aber die lakto-vegetarische Ernaehrung weitaus nachhaltiger ist, als die fleischbasierte. [17] Vegane Ernaehrung wurde leider nicht untersucht.

“Nichts wird die Chance auf ein Ueberleben auf der Erde so steigern, wie der Schritt zur vegetarischen Ernaehrung.“ Albert Einstein

In den USA preiste eine Studie vom Maerz 2006 [18] die Erkenntnisse, zu denen die Enquete-Kommission hierzulande schon 1994 gekommen war, als neueste Sensation und stellte fest, dass die durch den Fleischkonsum hervorgerufenen Treibhausgasemissionen in den USA 6% betragen, was vor allem deshalb so viel niedriger ist als die oben genannten Werte, weil viele der Nebenfaktoren der Fleischerzeugung nicht beruecksichtigt wurden. Trotzdem sorgte sie fuer Wirbel, weil die Autoren an die Oeffentlichkeit traten mit der Aussage, anstatt sich ein Hybrid-Fahrzeug zu kaufen, solle man doch lieber Vegetarier werden.

Die Welternaehrungsorganisation FAO legte im Jahr 2006 ihren Bericht ueber die Folgen der Nutztierhaltung vor, in dem sie ausfuehrt, dass die Nutztierhaltung fuer 18% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, gemessen in CO2-Aequivalenten. Es wird darauf hingewiesen, dass dies ein hoeherer Anteil ist, als der des gesamten Transportsektors auf dem Planeten, also aller Autos, Flugzeuge und Schiffe zusammen. [19]

Eine im Jahr 2009 veroeffentlichte Studie der Netherlands Environmental Assessment Agency bestaetigt die von der FAO angegebenen 18% und ordnet 80% der weltweiten anthropogenen Landnutzung der 'Nutztier'-Haltung zu. Die Studie rechnet vor, dass ein Umstieg auf eine Ernaehrung mit wenig oder gar keinem Fleisch die globalen Klimawandelvermeidungskosten um die Haelfte reduzieren wuerde. Die einsparbare Summe wird mit geschaetzten 20 Billionen (20000 Milliarden) US$ angesetzt. Die eingesparten Kosten im Gesundheitsystem, die aus einer dann allgemein gesuenderen Bevoelkerung resultieren wuerden (was die Studie ebenfalls hervorhebt) sind in diesem Betrag noch nicht mit eingerechnet. [71]

Nimmt man die als sehr zuverlaessig zu bewertenden Daten der FAO, so kann man wohl zusammenfassen, dass von den Moeglichkeiten die man selbst als kleines Individuum auf der grossen weiten Welt hat, etwas gegen den Klimawandel zu tun, keine so starke Auswirkungen hat, wie der Umstieg auf eine vegetarische oder besser noch vegane Ernaehrung.

Umwelt allgemein

Als waer es nicht schon schlimm genug, dass die Tierhaltung unsere (uebrigens einzige) Erdatmosphaere zerstoert, hat sie noch unzaehlige weitere negative Auswirkungen auf die Umwelt. Einige seien hier stellvertretend zusammengefasst:

Wasser

Verzichtet ihr auch hin und wieder aufs Baden und geht stattdessen Duschen, weil es einfach viel weniger Wasser verbraucht? Benutzt ihr die Spuelstopptaste an eurer Toilette? Dreht ihr beim Zaehneputzen den Wasserhahn ab? Nun, wenn ihr Fleischfresser seid, dann koennt ihr euch das gleich alles sparen, denn das Bisschen Bade-, Klo- und Zahnputzwasser ist ein absoluter Witz gegenueber den gigantischen Volumina, die in der Viehhaltung ver(sch)wendet werden. Ueber 8% des weltweiten Wasserverbrauchs gehen allein aufs Konto der Viehwirtschaft. In den Industrielaendern liegt dieser Wert noch deutlich hoeher. Ein Kilogramm totes Schafsbaby (auch als Lammfleisch bezeichnet) hat fuer seine ’Produktion’ rund 10m³ Wasser benoetigt, also 10000 Liter. Beim Duschen verbrauche ich ca. 30 Liter pro Duschgang. Das bedeutet also, dass ich von einem Kilo Lammfleisch 333 mal duschen koennte, was in meinem Fall fast eineinhalb Jahren entspraeche. Bei Rindfleisch liegt der Wasserbedarf sogar noch deutlich hoeher.

Mindestens ebenso schlimm wie der hohe Verbrauch von Wasser ist die Verschmutzung jenes Grundstoffes des Lebens. Weltweite Daten liegen hier nicht vor, aber stellvertretend seien die USA aufgefuehrt, deren Ernaehrungsgewohnheiten den europaeischen weitaus aehnlicher sind, als die meisten sich hier eingestehen moechten: Viehhaltung ist dort fuer 55% der im Land auftretenden Erosion und Versteppung verantwortlich, fuer 37% des Pestizidverbrauchs, fuer 50% des Antibiotika-Bedarfs und fuer ein Drittel der Stickstoff- und Phosphormengen, die in die Frischwasser-Ressourcen eingespuelt werden. Weltweit verursacht die Viehwirtschaft 64% der anthropogenen Ammoniak-Emissionen, die massgeblich fuer sauren Regen und Versauerung von Gewaessern und Boeden verantwortlich sind. [19] [20]

In der Meeresoekologie gibt es ein Phaenomen, das man gemeinhin unter dem Begriff "Marine Todeszonen" zusammenfasst. Dabei fuehrt die Ueberduengung von Meeren mit Naehrstoffen, Eutrophierung genannt, zum Kollaps ganzer Oekosysteme. Grund für diese Ueberduengung sind der Einsatz von Duengemitteln in der Landwirtschaft, die Abwaesser aus Klaeranlagen und die Viehhaltung. So kam es beispielsweise im schwarzen Meer in den 1970er und 1980er Jahren in riesigen Gebieten (in etwa so gross wie die Schweiz) zum kompletten Absterben der gesamten Meeresfauna und -flora. Ueber die Haelfte des dafuer verantwortlichen Stickstoffs stammte aus der Landwirtschaft, groesstenteils aus der Massentierhaltung. Vor dem Zusammenbruch der kommunistischen Planwirtschaft in Osteuropa hatte allein ein einziger Mastbetrieb in Rumaenien mit mehr als einer Million Schweinen etwa so viel Schadstoffe eingespuelt wie eine ganze Stadt mit fuenf Millionen Einwohnern. Bis heute sind diese Gegenden nicht in ihren urspruenglichen Zustand zurueckgekehrt. [76]

Landverbrauch

Rodung der Regenwaelder
Rodung der Regenwaelder

Zwar regt man sich immer mal wieder gern darueber auf, dass der Regenwald abgeholzt wird, dass Flaechen zubetoniert werden, dass Ueberschwemmungen auftreten, weil Fluesse keine Ueberlaufflaechen mehr haben und dass die Wildbestaende in Deutschland nicht genuegend grosse und zusammenhaengende Waldflaechen vorfinden, um darin optimal leben zu koennen, aber so gut wie niemand fragt mal, wozu denn all diese Flaechen eigentlich gebraucht werden. Dabei stecken ein paar sehr einfach zu verstehende Zahlen dahinter. Laut WWF Schweiz, und da arbeiten nicht nur Vegetarier und Veganer, betraegt der Flaechenbedarf fuer die Produktion eines Kilos Gemuese und/oder Kartoffeln rund 6m², jener fuer die Produktion eines Kilos Rindfleisch von heimischen Weide-Rindern stolze 269m². Das ist nicht irgendwie das doppelte, dreifache oder auch zehnfache, sondern das ist 45 mal so viel Flaeche wie fuer das Gemuese.

Stehen die (dann sehr bedauernswerten) Rinder nur im Stall und werden dort mit Kraftfutter gemaestet, so braucht man zwar ein paar weniger Wiesen hierzulande, dafuer aber umso mehr in Uebersee, wo fuer das Soja-Kraftfutter der Regenwald brandgerodet wird. Der durchschnittliche Flaechenbedarf liegt dadurch dann sogar bei 323m², 54 mal so viel wie fuer die Kartoffeln.

Wer jetzt partout nicht glauben will, dass der ganze Regenwald fuer Fleisch gerodet wird: Laut FAO werden 70% des abgeholzten Amazonas-Regenwaldes fuer Viehweiden verwendet und ein Grossteil der restlichen 30% fuer den Futtermittelanbau. [19]

Der Konflikt im Sudan hat vielfaeltige Gruende und es waere vermessen einzig die Viehhaltung dafuer verantwortlich zu machen. Und doch hat sie ihren Anteil an dem Konflikt. Einer der Hauptfaktoren fuer die Probleme ist das stetige Bevoelkerungswachstum seit ueber 50 Jahren (lineare 12% pro Jahr). Im ungefaehr selben Zeitraum hat sich allein im noerdlichen und zentralen Sudan die Bestaende an Vieh um ueber 400% erhoeht zwischen 1961 und 2004, in Darfur hoechstwahrscheinlich deutlich staerker. Die grossen Viehbestaende fuehren zu Konflikten ueber Weiderechte, Vieh-Migrationsrouten und in Verbindung mit dem Klimawandel zu Entwaldung und Desertifikation, was in noch weniger nutzbarem Land resultiert. [75]

Ueberfischung

Um dem Einwand, man koenne ja Zuchtfisch essen, gleich von vornherein entgegenzuwirken: Fuer ein Kilogramm Zuchtfisch werden rund zwei Kilogramm Fisch aus dem Meer entnommen, als Futter fuer die Zuchtfische. [21] Zudem fressen zum Beispiel Zuchtlachse in ihrem Leben rund 400g Antibiotika, kriegen Impfungen gegen alle moeglichen Krankheiten und bekommen Farbstoffe ins Futter gemischt, die ihr Fleisch rosa machen. [22]

52% der globalen Meeresfisch-Bestaende sind mittlerweile so intensiv befischt, dass eine Steigerung nicht mehr moeglich ist, 17% werden als ueberfischt angesehen, 7% der Bestaende sind allein von 2004 bis 2006 stark zurueckgegangen. Wurden noch in den 1970er Jahren 40% der Fischbestaende unter ’moderat ausgebeutet’ gezaehlt, so sind dies mittlerweile nur noch 23%. Entsprechend vergroessert hat sich die Zahl der ’stark ausgebeuteten’ Bestaende. [23] Der Fang einer bestimmten Fischart bis kurz vor die Ausrottung hat viel weitreichendere Konsequenzen als nur die numerische Verringerung von Exemplaren eben dieser Art. Vielmehr ist diese ja Teil eines komplexen marinen Oekosystems, welches dadurch nicht selten vollkommen aus dem Gleichgewicht geraet und teils komplett zusammenbricht. Hunderte weiterer Arten haengen daran, ob nun Raeuber oder Beute der ueberfischten Art. Voegel, die von dieser Art gelebt haben, sind ebenso betroffen wie Wasserpflanzen, die in irgendeiner Form von Symbiose mit diesen Fischen lebten. [24]

Zwar sind auch in Europa und Nordamerika die Gewaesser stark ueberfischt, jedoch koennen sich die reichen Laender leisten, Fangquoten zu verhaengen. Da dies aber natuerlich nicht den Hunger der Menschen auf toten Fisch mindert, suchen sich die grossen Fischfangflotten andere ’Erntegebiete’. Nur allzu oft sind dies die Kuestengewaesser afrikanischer Staaten, deren Regierung ein paar Dollars dafuer erhaelt und den Zusammenbruch der Oekosysteme ebenso in Kauf nimmt wie den der heimischen Fischwirtschaft.

Mit Blick auf das anhaltende Wirtschaftswachstum in China moechte ich mir die Zukunft der marinen Oekosysteme im Pazifik nicht einmal vorstellen.

Weiteres Unheil

Neben den den genannten Beispielen ist die Viehhaltung auch ihn hohem Masse verantwortlich fuer Feinstaubbelastung, Resistenz von Krankheitserregern gegen Antibiotika, Ausbreitung der Wuesten und fuer die Vernichtung von Biodiversitaet. Zwanzig Prozent der gesamten tierischen Biomasse auf diesem Planeten gehen mittlerweile auf das Konto von fuer den Tod gezuechteten ’Nutztieren’.[19] Unvorstellbare 30% der gesamten Landflaeche dieser Welt werden mittlerweile in der ein oder anderen Weise fuer die Viehwirtschaft genutzt, Land das einst von einer Vielzahl anderer Tiere bewohnt und in vielen Faellen von dichten Waeldern bedeckt war.

Rinderfarmen und kein Ende
Rinderfarmen und kein Ende

Fleischessende Umweltschuetzer kann es somit eigentlich gar nicht geben, zumindest sind sie ziemlich unglaubwuerdig. In Anbetracht des ungeheuren Flaechenbedarfs der Tierhaltung bzw. fuer den Anbau der Futtermittel fuer die Tiere, in Anbetracht der riesigen Wassermengen die dafuer verschwendet werden, in Anbetracht der Waelder die dafuer gerodet werden, in Anbetracht des riesigen Energieaufwandes, der vor allem aus billigen fossilen Energietraegern gedeckt wird und vor allem in Anbetracht der riesigen Mengen Methan, die durch den ganzen Spass freigesetzt werden, sind Umwelt- bzw. Klimaschutz und Vegetarismus zwei Seiten derselben Medaille. Das Eine ist ohne das Andere kaum mehr denkbar.

Die weltweite Fleischproduktion lag 1950 bei 44 Millionen Tonnen, 2004 bei 258 Millionen Tonnen. Gleichzeitig hat der Platzbedarf der stark gewachsenen meschlichen Bevoelkerung immens zugenommen, der effektiv verfuegbare Platz aber durch die starke Ausdehnung der Viehwirtschaft abgenommen. Desertifikation, Wassermangel, Hungersnoete, Landflucht und Emigration sind allesamt geradezu explodiert. Wer nicht sieht, dass sich da etwas aendern muss, ist entweder dumm oder ignorant.

Albert Einstein formulierte das schon vor ueber 50 Jahren so: “Nichts wird die Chance auf ein Ueberleben auf der Erde so steigern, wie der Schritt zur vegetarischen Ernaehrung.“


Fleisch toetet Menschen

Abgesehen von den vollkommen inakzeptablen Zerstoerungen der Umwelt und der Atmosphaere kann man heute wohl mit Fug und Recht behaupten: ’Fleisch toetet Menschen.’ Fleisch toetet Menschen? Versteh ich nicht. ’Fleisch’ ist doch selbst schon tot. … Also genau genommen toetet natuerlich nicht das Fleisch die Menschen, sondern die Konsumenten tun es, die Fleischfresser .. und natuerlich tun sie es nicht direkt. Die grosse Mehrheit ist sich ja gar nicht bewusst, was passiert und wie es alles funktioniert.

In Gebieten der Welt, in denen Frischwasser ohnehin knapp ist, fuehrt der oben beschriebene enorme Wasserverbrauch meist dazu, dass der Grundwasserspiegel stetig sinkt oder gar Fluesse austrocknen und die arme Landbevoelkerung ploetzlich ohne Wasser dasteht, weil ihre jahrhundertealten Brunnen versiegen. Keine Sau schert sich darum. Je nach Region und den dortigen Bedingungen passiert eine der folgenden drei Sachen:

  1. Diese Menschen sterben einfach, sterben dafuer, dass die Rinder und Schweine in Deutschland tolles Futter kriegen und das auch nur, damit man sich dann im Steakhaus darueber unterhalten kann, wie gut durch doch das Steak ist und wie schoen zart.
  2. Sie wandern in die Grossstaedte ab, da sie durch den Wassermangel auch ihre Felder nicht mehr bewirtschaften koennen und somit eine neue Arbeit brauchen. Bei uns in den Medien hoert man dann vom schlimmen Leben in den Slums von Manila, von Kinderarbeit in Kalkutta, von Smogalarm in Mexiko-Stadt oder einfach nur von ’Ueberbevoelkerung’ und denkt sich: “Ach, wie konnte es dort nur so weit kommen?“
  3. Sie versuchen mit allen Mitteln in die westliche, entwickelte Welt zu kommen, in das Paradies, das ihre eigene Welt zur Hoelle macht. Dahin wo das Futter und das Fleisch hingeht, das den Menschen vor Ort die Lebensgrundlage raubt und dahin, woher das billige subventionierte Gemuese kommt, das zu einem Drittel des Preises von einheimischem Gemuese auf dem Markt verkauft wird. Dieses ’Paradies’ fordert dann mehr Boote und Hubschrauber an, um dem Ansturm Herr zu werden und setzt noch einmal 5m drauf auf die ohnehin schon hohen Zaeune. Und wie man nahezu woechentlich aus den Medien erfaehrt, bezahlen auch diesen Versuch viele ’Oekofluechtlinge’ mit dem Leben. [25]
Ausgedoerrter Boden
Ausgedoerrter Boden, oft eine Folge der Viehaltung

Allein jener Anteil des Klimawandels, der nicht mehr aufzuhalten ist, wird im Sommer zu deutlich geringeren Niederschlaegen in vielen Teilen Deutschlands sorgen [26], womit auch hier in einigen Jahrzehnten diese Probleme auftreten werden. Womit man sich auch hier entscheiden muss, ob man das Wasser der Masse der Menschen zum Trinken zur Verfuegung stellt oder lieber den Masttieren, zur Gaumenfreude einiger weniger Menschen. Man wird sich wohl fuer Ersteres entscheiden, denn wir sind ja ein moderner Rechtsstaat und lassen wohl kaum unsere Buerger verdursten. Aber da kaum jemand auf sein Steak zu verzichten bereit sein wird, wird Zweiteres umso staerker in der sogenannten ’Dritten Welt’ passieren und hier wird man sich wieder aufregen ueber die Hungerkatastrophen und ueber die vielen illegalen Einwanderer. … Menschen sind so dumm.

Der Weltwasserbericht der UNO liefert folgende Angaben:

“Mehr als eine Milliarde Menschen verfuegen ueber kein sauberes Wasser. Taeglich sterben 6000 Kinder an Krankheiten, die durch unsauberes Wasser verursacht werden oder uebertragen werden. Verschmutztes Wasser und eine mangelende Abwasserversorgung, unter der 40% der Weltbevoelkerung leiden, sorgen fuer acht von zehn Krankheiten in den Entwicklungslaendern. In den trockenen Gebieten der Erde kommt es zur Wasserknappheit mit moeglicherweise drastischen Folgen fuer die Fruchtbarkeit der Boeden, das Klima und die Versorgung der Menschen.“

Scrollen wir noch mal ein Stueckchen hoch zum Abschnitt > Wasser < unter > Tiere und Klimaschutz / Umweltschutz? – Umwelt allgemein < … Klingelt da was? Gibt es da vielleicht irgendeine Verbindung?...

Wie weiter oben beschrieben, haben viele der ultra-modernen High-Tech-Fischfangflotten der Industrielaender mittlerweile ihre Fanggebiete teilweise vor die Kuesten armer Drittweltlaender verlegt, vor allem in Afrika. Was gut fuer Kaept’n Iglo ist und den lokalen Regierungsmitgliedern ein paar Dollars bringt, von denen sie sich ’nen neuen Benz kaufen koennen (staerkt also gleich doppelt die deutsche Wirtschaft :-/ ), ist jedoch noch lange nicht gut fuer das entsprechende Land und seine Buerger. Immer oefter finden sich Fischer an den Kuesten von Ghana, Sierra Leone oder Mauretanien in der Situation wieder, dass sie nach Jahrzehnten konstanter Bedingungen ploetzlich keine Fische mehr fangen, ihre Familien nicht mehr ernaehren koennen und schliesslich entweder verhungern oder nach Europa fliehen. Klar, da muss naemlich auch nur ein einziger grosser Frostfischtrawler vorbeifahren, alles wegfischen und schon gucken die Einheimischen bloed aus der Waesche. [27]
Nicht, dass ich mich nicht freuen wuerde, wenn Menschen aufhoeren, Fisch zu essen. Aber doch nicht so!

Schlussfolgerung: F l e i s c h - t o e t e t - M e n s c h e n

Schon Anfang des 19. Jahrhunderts formulierte Alexander von Humboldt:

“Dieselbe Strecke Landes, welche als Wiese, d.h. als Viehfutter, zehn Menschen durch das Fleisch der darauf gemaesteten Tiere aus zweiter Hand ernaehrt, vermag, mit Hirse, Erbsen, Linsen und Gerste bebaut, hundert Menschen zu erhalten und zu ernaehren.“

Hat sich leider niemand zu Herzen genommen seine Ueberlegungen…


Vegetarismus und Gesundheit

Der mit Abstand groesste Teil der deutschen Bevoelkerung, inklusive diverser Personen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, glaubt noch immer, dass der Verzicht auf tierische Produkte etwas Unnatuerliches waere, das einen Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen nach sich zoege. Fuer diese Personen gleich vorweg: Dem ist nicht so! Vielmehr stellt der folgende kleine Comic die Realitaet hierzulande bedeutend besser dar:

http://vegane-kinder.veganismus.ch/pix/juniorcartoon.jpg

Am meisten zu hoeren bekomme ich, dass Vegetarier / Veganer zu wenig Eisen, Calcium und Vitamin B12 aus ihrem “Gruenzeug“ aufnehmen wuerden. Dazu sei gleich gesagt, dass ich in all den Jahren als Vegetarier nie auch nur die geringsten Probleme hatte. Koerperlich war ich immer voll einsatzbereit, hatte nie irgendwelche Mangelerscheinungen und selbst regelmaessiges Blutspenden stellte kein Problem dar.

Als Ovo-Lacto- oder auch nur Lacto-Vegetarier braucht man bei seiner Ernaehrung auf nicht mehr zu achten, als man dies als Fleischfresser auch tun sollte.
Als Veganer, also erst bei voelligem Verzicht auf jede Form von tierlicher Nahrung, sollte man schon ein Bisschen ein Auge darauf werfen, was man isst, nach kurzer Eingewoehnungsphase ist aber auch dies weder schwer noch nervig.

Das Vorurteil mit dem Eisenmangel ist leicht zu erklaeren, da man den als Fleisch bezeichneten Tierleichen ihren relativ hohen Eisengehalt schon an der roten Farbe ansieht und somit jeder Fleischfresser zu denken scheint, ohne das Blut anderer Wesen, wuerde er nicht an sein Eisen kommen. Der fundamentale Denkfehler, der darin liegt, dass die vollstaendig vegan lebenden Kuehe ja offensichtlich auch genuegend Eisen aus ihrer pflanzlichen Kost gewinnen, scheint kaum jemandem aufzufallen. Ein Blick auf Ernaehrungstabellen verraet denn auch schnell, dass viele pflanzliche Nahrungsmittel weitaus mehr Eisen enthalten als tote Tiere. So zieht man schon aus einer Scheibe Vollkornbrot mehr Eisen als aus derselben Menge Schweinefleisch. Erbsen, Spinat und Haferflocken enthalten deutlich mehr Eisen pro Masse als Fleisch, manch Pilze wie Pfifferlinge sogar mehr als Blutwurst. Und Hirse und Soja haben gar den dreifachen Eisengehalt gegenueber der entsprechenden Menge Fleisch. Morgens etwas Zuckerruebensirup aufs Broetchen und die Sache ist geritzt, denn Zuckerruebensirup enthaelt sogar mehr als dreimal so viel Eisen wie Spinat (man erinnere sich an Popeye!). Zwar gibt es Unterschiede zwischen dem tierischen und pflanzlichen Eisen und der Aufnahmeprozess ist durchaus etwas komplizierter, aber in Studien hat sich immer wieder gezeigt, dass Vegetarier letztlich sogar eine hoehere Eisenaufnahme aufweisen als Fleischfresser, und Veganer sogar eine noch hoehere, da die pflanzliche Kost gleichzeitig weniger Inhibitoren und mehr Verstaerker der Eisenresorption aufweist als die nicht-vegane Kost.

Die Vorstellung, dass vor allem Veganer ohne Milch ja ueberhaupt kein Calcium mehr aufnehmen wuerden, erscheint bei genauerer Betrachtung zwar vollkommen hirnrissig mit Blick auf die Tatsache, dass der Grossteil der Menschen auf diesem Planeten keine Milch zu sich nimmt und ALLE Tiere natuerlich ebenfalls keine solche mehr aufnehmen im Erwachsenenalter, sie ist aber in Anbetracht der seit Jahrzehnten laufenden Werbemaschinerie fuer die “gesunde Milch“ nicht schwer zu erklaeren. Dass andere, nichttierische Lebensmittel viel mehr Calcium enthalten, wird da selten thematisiert. So enthaelt zum Beispiel Tofu rund 4 bis 5 mal so viel Calcium wie dieselbe Masse Milch. Gruenkohl und Mandeln enhalten immerhin etwa doppelt so viel und Mohn sogar rund 20 Mal mehr als Milch.
Ausserdem schwankt die empfohlenen Tagesdosis sehr stark je nach Land. In Deutschland und Oesterreich betraegt sie 1000mg, im Vereinigten Koenigreich 500mg und die WHO empfiehlt 450mg. Es ist zudem bekannt, dass der menschliche Organismus die Absorbtion dem aktuellen Bedarf und der zur verfuegung stehenden Menge anpasst.

Obwohl von den hier genannten Dreien der am wenigsten genannte, so ist Vitamin B12 doch der einzige Stoff ueberhaupt, bei dem es bei einer vollstaendig veganen Ernaehrung, also ohne jegliche tierische Produkte wie Milch und Eier, tatsaechlich zu einem ernsthaften Mangel kommen kann, aber auch wirklich nur und ausschliesslich, wenn man diesen Fakt komplett ignoriert und keine Produkte mit B12-Zusatz in seine Ernaehrung implementiert. Vermutlich ist dies der Grund, warum Menschenaffen rund 0.2% ihres Nahrungsbedarfes aus tierischer Nahrung decken, [28] wobei das Vitamin genau genommen von Bakterien produziert wird, welche sich im Prinzip auch auf ’verunreinigter’ pflanzlicher Nahrung befinden koennen.
Der tatsaechliche Bedarf an Vitamin B12 ist jedoch derart gering, dass es selbst bei vollstaendiger Einstellung jedweder Zufuhr dieses Vitamins mehrere Jahre dauert, bis es ueberhaupt zu einem Mangel kommen kann, da das im Koerper befindliche B12 immer wieder recycelt wird. In der ’Realitaet’ stellt sich die Sache ausserdem so dar, dass wir heute ohnehin mit Vitaminen nur so ueberschuettet werden und es daher effektiv kaum zu einem solchen Mangel kommen kann, wenn man auch nur ein Klitzekleinbisschen auf seine Nahrungszusammenstellung achtet. Jeder Multivitaminsaft enthaelt Vitamin B12 [29] und selbst in Cornflakes und Margarine findet man es mittlerweile.
Mehr zum Thema Vitamin B12 bei veganer Ernaehrung, findet sich in komprimierter Form auf folgender (englischer) Internetseite:
http://www.veganhealth.org/articles/everyvegan/


Doch genug der Selbstverteidigung. Eigentlich wird naemlich andersherum ein Schuh draus. Was wirklich krank macht, ist die auf Fleisch basierende Ernaehrung. Ein Grossteil aller modernen Zivilisationskrankheiten, von Fettleibigkeit und Bluthochdruck ueber Gallensteine und Osteoporose bis hin zu Diabetes und bestimmten Krebsarten laesst sich zumindest in Teilen auf den Verzehr tierischer Nahrung zurueckfuehren.

Eine cholesterinreiche Ernaehrung (vor allem Fleisch, Eier, Milch, Butter und andere Milchprodukte) fuehrt zu einem erhoehten Cholesterinspiegel, und dieser wiederum zu Arteriosklerose. Da die Mehrzahl der Herzinfarkte durch Arteriosklerose ausgeloest wird, ist die Aufnahme von cholesterinhaltiger, insbesondere also tierischer Nahrung somit eine wesentliche Ursache fuer Herzinfarkte. Genau genommen muss man noch unterscheiden zwischen dem (guten) HDL- und dem (boesen) LDL-Cholesterin und die meisten tierischen Lebensmittel weisen fast generell sehr hohe LDL-Cholesterinwerte auf. Vegane Kost ist durchweg cholesterinfrei. Das zum Leben benoetigte Cholesterin produziert der Koerper selbst aus den mit der Nahrung aufgenommenen Fettsaeuren und dies sind bei pflanzlicher Kost vorrangig die (abermals guten) ungesaettigten Fettsaeuren.

Schon seit 2002 ist bekannt, dass die Koronare Herzkrankheit (KHK), also Arteriosklerose in den Herzkranzgefaessen, welche allein in Deutschland jedes Jahr zigtausende Tote via Herzinfarkt verursacht, nicht nur medikamentoes behandelt werden kann, sondern dass auch die Umstellung zu einer vegetarischen Ernaehrungsweise hilft, den Cholesterinspiegel im Blut stark zu senken und damit eine Medikation ueberfluessig zu machen. [30]

Darmkrebs, eine der haeufigsten Krebsarten, steht zu 80% im Zusammenhang mit Ernaehrung. Mehrere Studien schon haben nun gezeigt, dass der Verzehr von rotem Fleisch, also jeglichem Muskelfleisch wie z.B. Steak, das Risiko fuer Darmkrebs deutlich erhoeht. [31]

Uebergewicht
Uebergewicht; fast immer auf Grund zu hohen Fleischkonsums

Die wohl groesste Ursache fuer die Mehrheit der o.g. Zivilisationskrankheiten ist das Uebergewicht. Zwar ist sportliche Betaetigung nach wie vor eine sehr gute Methode, dem entgegenzuwirken, doch ebenso wichtig ist eine gesunde Ernaehrung. So kam eine langjaehrige Studie der Oxford University mit 22000 Teilnehmern zu dem Ergebnis, dass zwar in einem Zeitraum von fast 10 Jahren jeder durchschnittlich um 2kg zugenommen hatte, dass die Gewichtszunahme bei Vegetariern aber deutlich geringer ausfiel als bei Fleischfressern und bei Veganern noch geringer. [32]

Wie kommt es nun aber, dass viele sogenannte ’Ernaehrungswissenschaftler’ noch immer von der veganen Ernaehrungsweise abraten, obwohl ihre Studien durchweg zeigen, dass Veganer vollkommen Gesund sind? Tja, sie essen wohl schlichtweg selbst Fleisch, haben ueber die ethischen und die Umwelt betreffenden Fragen nie nachgedacht und koennen sich, wie viele Andere auch, eine Ernaehrung ohne Fleisch aus unerfindlichen Gruenden nicht vorstellen. Dies fuehrt dann beispielsweise zu Berichten wie dem Folgenden, in dem zwar die wissenschaftlich erwiesenen Fakten zur hervorragenden Gesundheit von Veganern genannt werden, aber schliesslich trotzdem von der veganen Ernaehrung abgeraten wird mit der schwammigen Begruendung: “Ueber einen langen Zeitraum gesehen koennen dadurch gesundheitliche Probleme entstehen.“, ohne fuer diese angeblichen Probleme irgendeinen Nachweis oder auch nur ein Beispiel zu bringen. [74]


Wer sich diesen Part etwas ausfuehrlicher gewuenscht haette oder sich ueber die verhaeltnismaessig wenigen Quellenangaben, vor allem im oberen Teil, gewundert hat, wird nun aufgeklaert: Anstatt selbst jedes Mineral und Vitamin sowie jede einzelne mit Fleischverzehr in Verbindung stehende Krankheit detailliert auseinanderzunehmen, moechte ich dem interessierten Leser unbedingt das Positionspapier zur vegetarischen Ernaehrung von der ’Amerikanischen Gesellschaft der Ernaehrungswissenschaftler’ (ADA) und dem ’Verband kanadischer Ernaehrungswissenschaftler’ (DC) ans Herz legen. Die ADA ist mit rund 65000 Mitgliedern die groesste Fachorganisation fuer Ernaehrungswissenschaftler in den USA und eine der groessten der Welt. [33] Zusammen mit der DC sind ihre Empfehlungen Grundlage fuer die Ausbildung von Aerzten, die finanzielle Mittelvergabe im Medizinsektor und fuer politische Entscheidungen, die bindend sind fuer rund 332 Millionen Menschen. [34] In diesem Positionspapier wird auf durchweg wissenschaftlich fundierter Basis auf alle wichtigen Fragen bezueglich Vitaminen und Mineralstoffen sowie Krankheiten kurz, knapp und verstaendlich eingegangen. Zwar bedeutet dies noch mehr lesen, aber es lohnt sich!

Das englischsprachige Original gibt es als pdf-Datei herunterzuladen unter: http://www.eatright.org/ada/files/veg.pdf

Eine hervorragende deutsche eins zu eins Uebersetzung kann man nachlesen auf den Seiten der Schweizerischen Vereinigung fuer Vegetarismus SVV: http://vegetarismus.ch/heft/2003-3/ADAdeutsch.htm

Schliessen wir diesen Abschnitt mit der Feststellung, dass ich kerngesund bin, essen kann so viel ich will, ohne merklich mein Gewicht zu veraendern, mich super fuehle, sprich nicht launisch werde nach dem Essen, dass mein Risiko an all diesen oben genannten Krankheiten zu erkranken deutlich niedriger ist als bei Carnivoren und dass ich dabei auch noch ein reines Gewissen habe.


Geiz ist geil! .. Vegetarismus noch mehr!

Mit dem Fleisch ist das ein Bisschen wie mit der Braunkohle. Wuerde der Wert von Braunkohle auf Basis des Schadens ermittelt, den ihre Verbrennung fuer Umwelt und Klima verursacht, dann wuerde niemand mehr auf die bescheuerte Idee kommen, sie zur Stromerzeugung zu verwenden. Wuerde der Wert von Fleisch nun also auch auf Basis des Schadens ermittelt, den dessen Produktion fuer Umwelt und Klima verursacht, dann waer es so teuer, dass der exorbitante Fleischkonsum in Europa und Nordamerika schlagartig auf einen winzigen Bruchteil des jetzigen Wertes schrumpfen wuerde. Damit ist zwar das ethische Problem nicht geloest, aber es waere ein guter Schritt in die richtige Richtung, denn Vegetarismus wuerde sich dann auch finanziell richtig lohnen.

Doch auch jetzt schon sind Fleischgerichte meist teurer als entsprechende Gemuese-Gerichte. Ob ich im Restaurant das billigste Fleischgericht fuer EUR 7.80 nehme oder das billigste vegetarische Gericht fuer EUR 5.40 macht schon einen Unterschied und ob ich im Supermarkt fuers Wochenende die Rinderrouladen fuer EUR 2.99 kaufe oder den Broccoli fuer EUR 0.79 ebenfalls. Schnell summiert sich dies auf und man hat eine Menge Geld uebrig fuer andere Dinge im Leben, die Spass machen. Moechte man aber nicht voellig auf seine Fleischgerichte verzichten, dann kann man auch die aehnlich teuren, veganen Alternativprodukte verwenden. Viele davon stehen ihren ’Vorbildern’ geschmacklich in nichts nach, sind dabei aber viel gesuender, da sie weniger Fett und Cholesterol enthalten und sind vor allem auch viel oekologischer. Siehe #Klima


Die vielen Gegenargumente

Der Mensch ist die Krone der Schoepfung und gebietet daher ueber alle Pflanzen und Tiere auf dem Planeten.

Schon witzig, dass man dieses Argument noch heute so oft zu hoeren bekommt, wo doch in Europa im Allgemeinen und in Deutschland im Speziellen praktisch niemand mehr an die biblische Schoepfungsgeschichte glaubt, so wie sie da geschrieben steht. Vielmehr ist es fuer nahezu jeden heute eine Selbstverstaendlichkeit, dass der Mensch ein Produkt der Evolution ist, so wie eben auch alle anderen Lebewesen unserer Welt. Dann aber sollte einem auch stets bewusst sein, dass der Mensch eben auch nur ein Tier ist und dass viele Tiere, gerade jene die von ’uns’ gegessen werden, sehr eng verwandt mit uns sind und ebenso fuehlen koennen wie wir.

Doch selbst wenn es stimmen wuerde, selbst wenn man fest an den Schoepfungsmythos glaubt, dann hat man diesen als Fleischfresser wohl nicht ganz richtig gelesen:

“^28 Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevoelkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht ueber die Fische des Meeres, ueber die Voegel des Himmels und ueber alle Tiere, die sich auf dem Land regen. ^29 Dann sprach Gott: Hiermit uebergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Baeume mit samenhaltigen Fruechten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen. ^30 Allen Tieren des Feldes, allen Voegeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alle gruenen Pflanzen zur Nahrung. So geschah es.“ [35]

Da steht doch ganz eindeutig drin, was Gott den Menschen und was den Tieren zu essen gab. Dass erstere letztere essen, war wohl eher nicht angedacht.

Der Koerper braucht doch Fleisch; als Vegetarier fehlt einem doch was.

“So lange der Mensch fortfaehrt, unbarmherziger Zerstoerer niederer Wesen zu sein, wird er niemals Gesundheit und Frieden erfahren.“ Pythagoras

Ich empfinde es als einen unhaltbaren Zustand, dass noch immer unvorstellbar viele Menschen auf diesem Kontinent diese Ansicht teilen. Es gab (ohne jeglich Uebertreibung) tausende von Studien zu diesem Thema und wenn sich da irgendein einhelliger Tenor feststellen laesst, dann jener, dass Vegetariern eben nichts fehlt. Es ist einfach falsch, falsch, falsch und nochmals falsch. Die meisten Studien kommen vielmehr zum genau entgegengesetzten Schluss, naemlich dass die Omnivoren im Allgemeinen ungesuender Leben als die Herbivoren. Siehe zu diesem Thema aber vor allem Abschnitt #Vegetarismus und Gesundheit.

Hitler war auch Vegetarier.

Kein direktes Gegenargument, aber doch ein ’Argument’, dass man aussergewoehnlich haeufig zu hoeren bekommt. Doch so sehr sich die Gemeinde der Fleischfresser das vielleicht wuenscht, um die von ihr verursachten Leiden und Graeuel zu rechtfertigen, so ist doch auch dieses Argument schlichtweg falsch und geht interessanterweise auf alte Nazi-Propaganda zurueck, die immer versuchte, Hitler als ’guten Menschen’ zu verkaufen, was ihr ja offensichtlich auch gelang. Doch selbst wenn es stimmen wuerde, koennte man doch nicht sagen: “Weil Hitler Vegetarier war, ess ich weiter Fleisch.“ Nach dieser Logik muesste man erst recht Vegetarier werden, denn weitaus mehr ’boese’ Menschen in der Weltgeschichte waren ja schliesslich keine Vegetarier. Unter folgendem Link findet ihr einen wunderbaren, aus dem Englischen uebersetzten Essay von Rynn Berry, welcher auf Basis einer Reihe von Artikeln und Leserbriefen der New York Times entstand und 2002 veroeffentlich wurde. Darin wird dieser voellig bekloppte Mythos entgueltig ausgeraeumt. Der Text ist nur in englisch verfuegbar. Die zuvor hier gepostete deutsche Uebersetzung ist leider nicht mehr online. Hier ist er:

http://www.vegsource.com/berry/hitler.html

Wenn jetzt ploetzlich alle Menschen Vegetarier wuerden, was sollte dann aus den extra gezuechteten Tieren werden?

Man man man! Selbst diese Frage kriegt man echt immer mal wieder gestellt. Wie realistisch ist das wohl, dass jetzt “ploetzlich alle Menschen Vegetarier werden“?! Wenn der Fleischkonsum sinkt, dann sinkt auch die “Produktion“ von neuen Tieren, sprich es werden weniger Bullen kuenstlich “abgesamt“, weniger Kuehe kuenstlich “besamt“, weniger Kaelber ihren Muettern entrissen, weniger Kuehe in engen dunklen Staellen eingefpercht und schliesslich weniger Rinder mit Elektroschocks ermordet, um anschliessend zerstueckelt und verpeist zu werden … um das nur mal kurz am Lebensweg der Rinder darzustellen .. natuerlich trifft es auf alle moeglichen Arten von Tieren zu.

Denkst du, du aenderst irgendwas mit deinem Vegetarismus? Die Tiere werden doch trotzdem geschlachtet.

Was soll man da sagen? Denkst du, du aenderst irgendwas mit deiner einen kleinen Stimme bei der Wahl? Denkst du, deine eine kleine Spende an Unicef oder Aehnliches bringt irgendwas voran? Denkst du es bringt deiner Lieblingsfussballmannschaft etwas, wenn du sie im Stadion anfeuerst? Die Antwort auf all diese Fragen lautet natuerlich “Nein!“. Es bringt nichts, wenn ich/du/er/sie/es etwas ganz alleine tut. Aber es bringt sehr wohl etwas, wenn viele Menschen etwas tun.

Bei der letzten Bundestagswahl (2005) haben gut 48 Millionen Menschen ihre Stimme abgegeben. [36] Jede einzelne von Ihnen hatte einen Anteil am Gesamtergebnis von nur einem 48-Millionstel und doch hat jede dieser Stimmen eben einen entscheidenden Beitrag zum Gesamtergebnis geliefert. Man stelle sich vor, die Haelfte der Waehler einer Partei sagt sich: “Was aendert schon meine eine Stimme?“ Dann waere diese Partei mit nur halb so vielen Abgeordneten im Parlament vertreten oder sogar ueberhaupt nicht mehr. Nach der Tsunami-Katastrophe in Asien haben die deutschen Privathaushalte ueber eine halbe Milliarde Euro (!!!) gespendet. [37] Jeder Einzelne nur ein klitzekleines Bisschen des gesamten Kuchens, aber zusammengenommen war es so viel, dass damit hunderttausende Menschen ueber Monate ernaehrt werden konnten, dass man ihnen zehntausende neue Haeuser bauen konnte, neue Brunnen, Kirchen und Moscheen. Und nicht zuletzt kennt im Fussball wohl jeder den sogenannten Heimvorteil. Was glaubt ihr wohl, wie der zustande kommt? Schlichtweg dadurch, dass man im eigenen Stadion von den eigenen Fans angefeuert wird, waehrend die gegnerische Mannschaft ausgebuht wird.

In Deutschland sind, je nach Statistik, zwischen 6 und 8 Prozent der Bevoelkerung Vegetarier. [38] [39] [40] [41] Bei derzeit rund 82 Millionen Einwohnern [42] macht das rund 6 Millionen Vegetarier, wenn man mit einem Mittelwert von 7% rechnet.

Im Jahr 2002 ass jeder Deutsche im Schnitt 37.8kg totes Schwein, 8.7kg tote Kuh und 10.6kg totes Huhn. [43] Bei den Schweinen bedeutet das beispielsweise, dass jedes Jahr allein hier in Deutschland rund 40 Millionen (!!) Schweine getoetet werden. [44]

Aufs ganze Leben gerechnet erhaelt man so, dass jeder Deutsche in seinem Leben 22 Schweine, 7 Rinder, 20 Schafe und 600 Huehner verspeist. (Fuer Fische und andere Tiere habe ich leider keine Daten gefunden.) [45] Sechs Millionen Fleischfresser weniger bedeuten also auf Basis dieser Zahlen, dass ueber deren Lebensspanne (von durchschnittlich rund 78 Jahren) 132 Millionen Schweinen, 42 Millionen Rindern, 120 Millionen Schafen und 3,6 Milliarden Huehnern das Leben gerettet wird, denn der Markt bedient die Nachfrage und niemand wird Milliarden von Tieren zuechten und toeten die er dann nicht absetzen kann.

Kleiner Cartoon zum Thema: http://bp0.blogger.com/_WbDHrrz6GQo/Rr9dZGSvlkI/AAAAAAAAAPM/Zgc7qRxfKZg/s1600-h/Wähler.jpg

Der Mensch ist ein Raubtier. Raubtiere essen nun mal Fleisch.

Definitiv falsch. Der Mensch ist biologisch betrachtet bestenfalls ein Allesfresser mit deutlichem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. [46] Siehe dazu #Tiere toeten ja auch andere Tiere. / Unsere Verwandten, die Menschenaffen, essen ja auch Fleisch.

Tiere toeten ja auch andere Tiere. / Unsere Verwandten, die Menschenaffen, essen ja auch Fleisch.

Zu ersterem Argument sei erstmal gesagt, dass das so natuerlich nicht stimmt, denn der groesste Teil der Tiere ernaehrt sich ja rein pflanzlich oder genauer ’nicht tierisch’. Als naechstes ist hier wohl der folgende gute alte Mami-Spruch angebracht: “Wenn die Andern aus’m Fenster springen, dann springst du hinterher oder was?“

Der Mensch ist ein sogenannter Allesfresser. Diese Eigenschaft bezieht sich vorrangig auf die Moeglichkeiten seines Organismus, so ziemlich alles irgendwie zu verdauen. Im Vergleich mit anderen Omnivoren, sowie mit Fleisch- und Pflanzenfressen zeigt sich schnell, dass der Mensch den Pflanzenfressern weitaus aehnlicher ist als den Fleischfressern. So entsprechen beispielsweise die Speichelsekretion, die Beschaffenheit der Zunge, die senkrecht-waagerechte Kaubewegung des Unterkiefers und die relativ kleine Mundoeffnung ebenso den Pflanzenfressern, wie das Vorhandensein von Backentaschen, die mit Zotten behaftete Darmoberflaeche und die Vorverdauung im Mund mittels Enzymen. [47] Im Gegensatz zu vielen anderen Fleisch- und Allesfressern sind die oft als Gegenargument angefuehrten Reisszaehne beim Menschen nur sehr schwach ausgebildet, vor allem im Vergleich zu den grossflaechigen Kauflaechen der Backenzaehne.

Ein Blick auf die Ernaehrungsgewohnheiten unserer naechsten Verwandten unter den Menschenaffen, den Schimpansen und Bonobos, macht diesen Aufbau des menschlichen Organismus schnell verstaendlich [28]:

Nahrung Bonobos Schimpansen
Fruechte 72.1% 82.1%
Blaetter 24.9% 8.0%
Tierliches 0.1% 0.2%
Kraeuter 2.1% 9.6%
Anderes 0.8% 0.1%

Es stimmt also: Unsere Verwandten, die Menschenaffen, essen auch Fleisch. Stolze 0.2% im Falle der Schimpansen. Bis hierhin waere das Argument ja bereits ein Eigentor gewesen (wie alle anderen auch), aber es kommt noch besser: Bei Schimpansen wurde auch schon mehrfach Kannibalismus nachgewiesen, doch niemand leitet daraus ab, es sei OK, andere Menschen zu essen. Besonders abstrus stellt sich die Sache immer dann dar, wenn das Argument von denselben Leuten gebracht wird, die zuvor oder danach darauf pochen, dass der Mensch ueber den Tieren steht, ihnen voraus ist, etwas ’Besseres’ ist.

Unterscheidet sich der Mensch auch biologisch nicht von den Tieren [48], so doch in der Tatsache, dass er zu hochgradig abstraktem Denken und Handeln faehig ist, sich in die Lage anderer Individuen versetzen kann und sich im Lauf der Jahrtausende ethische Grundsaetze schuf. Es macht insofern also wenig Sinn, sich an der Tatsache zu orientieren, dass Menschenaffen ’auch’ Tiere essen. Die meisten Fleischkonsumenten sollten sich aber vermutlich wirklich erst einmal ein Beispiel nehmen an den oben genannten Verhaeltnissen von fleischlosem zu Fleischkonsum unter Menschenaffen.

So funktioniert das nun mal in der Natur. Das ist das Recht des Staerkeren.

Oh ja, stimmt, das war mir doch glatt entfallen. Wir Menschen haben ja unsere ganze Zivilisation auf dem Gesetz des Dschungels, auf dem Recht des Staerkeren aufgebaut. Deshalb haben wir wohl auch Betreuung fuer alte Menschen eingerichtet, helfen geistig Behinderten, ein wuerdevolles, gutes und glueckliches Leben zu fuehren, leisten im Notfall medizinische Versorgung fuer Jedermann, bauen Aufzuege und Rampen an Bahnhoefe und offentliche Gebaeude, damit Rollstuhlfahrer nicht benachteiligt werden, betreiben Obdachlosenunterkuenfte, damit auf der Strasse niemand erfrieren muss, zahlen Sozialhilfe und Wohngeld an arme Menschen, damit sie nicht auf der Strecke bleiben, spenden Millionen fuer Opfer von Naturkatastrophen oder bieten auch einfach nur im Bus unseren Sitzplatz aelteren Leuten an. Genau deswegen, wegen dem Recht des Staerkeren. Oder?!?...

Your Daddy kills animals

Aber Fisch isst du doch, oder?

Neeet, falsche Frage. .. “Ich bin jetzt clean, hab den Drogen entgueltig abgeschworen.“ – “Aber koksen tust tu doch noch, oder?“

Ich bin immer wieder auf’s Neue erstaunt, wenn mir diese Frage gestellt wird. Wie kommen die Menschen nur auf diese voellig abwegige Idee? Der Begriff Vegetarier als solcher schliesst den Verzehr getoeteter Tiere kategorisch aus. Sind Fische keine Tiere? Fuehlen sie keinen Schmerz? Viele Menschen scheinen ernsthaft zu denken: “Nein.“

Empfohlen sei hier der Abschnitt #Und was ist mit Fisch und Meeresfruechten?

Ach ja, Fisch ist uebrigens keineswegs so gesund, wie die meisten Menschen denken. Ein Irrtum der sicher auch einer der Gruende fuer die haeufig gestellte Frage ist. Gefangene Fische enthalten meist eine Vielzahl von Schwermetallen und anderen Toxinen. Fischen aus Zuchtbetrieben wurden meist Antibiotika ins Futter gemischt und das Fleisch vieler Fischarten ist sehr fett- und cholesterolhaltig. [52]

Das Fleischerhandwerk, die Rezepte, die Zuchttiere, das ist doch alles ein Teil unserer Kultur.

“Kultur“ .. Ich bin nicht sicher, ob man das grundlose Quaelen und Ermorden von Mitlebewesen als Kultur bezeichnen sollte. Eine erhaltenswerte ist es jedenfalls nicht. Das Aufgeben des Fleischkonsums waere fuer unsere Kultur sicherlich ein ebenso bitterer Verlust wie das Verbot der Sklaverei, die allgemeine Erklaerung der Menschenrechte, die Emanzipation der Frau und die Abschaffung der Todesstrafe.

Die Rezepte muss niemand aufgeben. Schon jetzt gibt es fuer so ziemlich jeden carnivoren Mist einen veganen Ersatz und je mehr Bedarf danach besteht, desto mehr wird der Markt diesen befriedigen. Zu guter letzt die Tiere. Die werden sich sicher bedanken, als Teil unserer ’Kultur’ auch weiterhin eingepfercht, misshandelt und ermordet zu werden. Jeden Tag sterben durch menschliche Einfluesse hunderte von Tierarten aus in dieser Welt. Da brauchen wir uns um das eventuelle Aussterben vom Menschen gezuechteter Milchkuharten oder Fischarten oder Aehnlichem wahrlich keine Gedanken machen.

Wie, du trinkst Alkohol? Du bist doch Vegetarier.

Aeh … ja. Zum Glueck hab ich diesen Unsinn in letzter Zeit kaum noch gehoert. Es ist mir aber bis heute ein Raetsel, welcher Zusammenhang zwischen Alkohol und Vegetarismus besteht, abgesehen davon natuerlich, dass Alkohol ein rein veganes Produkt ist. Vegetarier koennen genauso saufen, rauchen, kiffen, koksen und fixen wie jeder andere auch. Es geht nicht um Enthaltsamkeit. Es geht um Ethik. (Wobei den meisten Vegetariern dann hoffentlich auch klar ist, dass der Konsum von Heroin ethisch auch sehr fragwuerdig ist, ob des Leids, dass es in seinen Herkunfts- und Transitlaendern anrichtet.)


Milch, Eier und Weiteres

Der grosse Unterschied zwischen dem Verzehr von Eiern, Honig, Milch, sowie Milchprodukten und dem Verzehr von Fleisch liegt prinzipiell natuerlich darin, dass die Tiere fuer Ersteres nicht getoetet werden muessen. Leider sind die Grenzen in der Realitaet weitaus fliessender, was auch mich meinen Konsum dieser Produkte mit der Zeit immer mehr herabfahren bzw. letztlich ganz einstellen liess.

Eier

Bei Eiern ist es ja im Grunde erstmal schon ziemlich eklig, wenn man sich bewusst macht, was man da eigentlich isst, naemlich die Eizelle des Huhns. Diese ist durchaus vergleichbar mit der menschlichen weiblichen Eizelle, nur etwas groesser und mit haerterer Schale, da sie sich ausserhalb des Koerpers entwickelt. Waehrend also seit Jahren heftig darueber diskutiert wird, ob die genetische Manipulation von (vor allem, aber nicht ausschliesslich, menschlichen) Eizellen und Experimente mit ihnen ethisch vertretbar sind, scheint sich diese Frage bei Eizellen ausserhalb des Koerpers niemand zu stellen. Wie auch immer, fuer gewoehnlich sind sie natuerlich nicht befruchtet, so dass sich ohnehin kein Huhn aus ihnen entwickeln wuerde, manchmal aber eben doch, womit das Essen eines solchen Eies einer Art Abtreibung gleichkommt.

Das mit Abstand groesste Problem liegt hier aber zweifelsohne in der Zucht bzw. Haltung der Huehner. Die Kaefighaltung, also die Haltung von Hennen in winzig kleinen Stahl- und Drahtkaefigen, alle neben- und uebereinander und … am Besten man schaut sich einfach mal folgendes Video dazu an. Kaefighaltung wird zwar ab 2012 in der EU verboten sein, Volierenhaltung aber nicht und glaubt bloss nicht, dass jene oder selbst Bodenhaltung irgendwie besser seien.

http://www.youtube.com/watch?v=o77z13ixRKM

Am absolut krassesten ist aber wohl, was mit den maennlichen Kueken passiert, die zum Eier legen ja nicht benoetigt werden. Sie werden nach dem Schluepfen aussortiert und ... vergast. Das ist kein Scherz. Wie krank ist diese Gesellschaft, dass sie bei der Vergangenheit die sie hat und aus der sie doch angeblich so viel gelernt hat, jeden Tag tausende und abertausende kleiner unschuldiger Kueken vergast. Die Vergasung von Millionen von Menschen im zweiten Weltkrieg gilt heute als groesstes Verbrechen, das die Menschheit je begangen hat. Die Vergasung von Milliarden von Tieren interessiert (fast) niemanden?!

Ironischerweise muss man die in Deutschland schluepfenden Kueken ja fast noch beneiden gegenueber jenen in den Legebatterien in Ost- und Suedosteuropa (und vielen anderen Laendern der Welt), wo sie einfach lebendig in den Schredder geworfen werden. In Anbetracht dieser Tatsache stellen sich die Lageraufseher der SS fast als Humanisten dar. Auch zu diesen Methoden ein relativ kurzer Videoausschnitt vom ZDF:

http://veg-tv.info/Küken_sexen

Die Praxis, maennliche Kueken zu ’entsorgen’ wird uebrigens gleichermassen bei Eiern aus Kaefig-, Boden- und Freilandhaltung betrieben.

“Aber das hab ich ja gar nicht gewusst, was die mit den maennlichen Kueken machen und wie die die behandeln und so.“ hoer ich da einige sagen. … Ja, kommt mir bekannt vor. “Aber das haben wir doch gar nicht gewusst, was die mit den Leuten da machen in den KZs.“ So wie damals schon, kann es auch heute jeder wissen, wenn er denn nur moechte. Heute sogar noch viel mehr als damals, da Literatur und Videos zum Thema problemlos erhaeltlich sind.

Milch und Milchprodukte

Auch bei Milch ist es zunaechst schon mal reichlich widerlich, wenn man sich bewusst macht, was Milch eigentlich ist. Es ist die Muttermilch der Kuh, mit der sie ihr Baby ernaehrt .. normalerweise. Es ist heute leider nicht mehr moeglich herauszufinden, welcher kranke Idiot als erster auf die eigentlich voellig bescheuerte Idee kam, die Muttermilch von Tieren zu trinken, denn schliesslich trinkt ja auch niemand die menschliche Muttermilch, ausser den Babys fuer die sie bestimmt ist und abgesehen vom Menschen gibt es auch kein Tier auf unserer Erde, das die Muttermilch einer anderen Tierart trinken wuerde.

So ist denn der menschliche Organismus von Natur aus auch gar nicht dazu in der Lage Milch, genauer Milchzucker, zu verdauen, wenn er ueber das Kleinkindalter hinaus ist. Wozu auch?! Eine Tatsache die sehr eindrucksvoll belegt, dass sich Gott / die Natur / die Evolution das so nicht gedacht hat, wie wir es heute betreiben. Da in Europa offenbar schon vor mehreren tausend Jahren der Mythos von der gesunden Milch existierte, wurden die Kinder vermutlich immer schoen mit dem Zeug vollgepumpt, auch wenn sie sich uebergeben mussten. Anders ist es jedenfalls schwer zu erklaeren, wieso sich mit der Zeit bei immer groesseren Bevoelkerungsteilen eine genetische Veranlagung zur Verdauung von Milchzucker auch im Erwachsenenalter herausbildete. [53] Doch wirft man einen Blick auf die Weltkarte wird schnell klar, dass insgesamt auch heute noch die meisten Menschen (aus gutem Grund) nicht in der Lage sind, Milch zu verdauen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Laktoseintoleranz-1.svg

Selbst in Deutschland wird die Zahl der laktoseintoleranten Menschen auf ueber 10% geschaetzt und das, obwohl das noerdliche Deutschland wahrscheinlich die Ursprungsregion ist fuer die Genmutation, die die Laktoseverdauung erlaubt. [53]

Tote Kuh
Das geschieht auch mit dem Milchvieh

Als naechstes ist das bei der Kuh natuerlich genau so wie beim Menschen auch, dass Muttermilch nur dann produziert wird, wenn gerade ein Kind geboren wurde. Wenn es alt genug ist, um andere Nahrung aufzunehmen, dann hoert die Milchproduktion auf. Damit die Kuehe Milch geben, muessen sie also staendig Kinder kriegen. Dafuer werden sie kuenstlich geschwaengert. Das klingt harmlos, macht aber keinen Spass, also nicht so wie Sex. Aus irgendwelchen Gruenden fing man naemlich irgendwann damit an, den Bullen nicht mehr auf die Kuh zu lassen, sondern ihm einen runter zu holen (nicht so mit bequem mit der Hand, sondern mit einer eher unangenehmen Maschine) und sein Sperma dann mit einer Art Spritze der Kuh in die Scheide zu pumpen. Ist das Kind dann geboren, wird es der Mutti ganz schnell weggenommen, damit es nicht die kostbare Milch wegtrinkt. Das waer ja auch ganz schrecklich, wenn das Kind die Muttermilch seiner eigenen Mutter trinken wuerde, die Milch die von ihr ausschliesslich fuer dieses Kind produziert wurde, fuer niemanden sonst.
Nun sind moderne ’Milchkuehe’ ja so gezuechtet, dass sie deutlich mehr Milch produzieren, als das Baby trinken kann. Man koennte also, wenn man denn wollte, dem Baby genuegend abgeben, wodurch der Milchpreis natuerlich etwas steigen wuerde. Da bleibt aber noch das Problem mit den vielen Kaelbern, die dann irgendwann herum rennen. Das hat man aber auch ganz geschickt geloest: Die meisten werden nach etwa drei Monaten einfach umgebracht. Man kriegt sie dann z.B. als ’Kalbsfilet’ auf den Teller. Klingt ja auch viel besser, als ’totes Kleinkind’. Man will ja schliesslich kein schlechtes Gewissen haben beim Essen…

Doch zurueck zur Milch. Die ist ja sooo gesund. In der Werbung wird es jeden Tag erzaehlt. Jeder weiss es. Milch ist gesund. In der DDR gab’s sogar jeden Tag Schulmilch, damit die Kinder gross und stark werden. Ohne Milch geht das naemlich nicht. ... Wie die Milliarden von Menschen das machen, die keine Milch trinken, muss der Milchindustrie bis heute ein grosses Raetsel sein. Was so gesund ist an der Milch, ist natuerlich vor allem der hohe Calciumgehalt. Auch das weiss ja heute jeder aus der Werbung. Calcium ist gesund. Dass ein Zuviel an Calcium keineswegs gesund ist, wird einem dabei gern verschwiegen [54] Auch dass der empfohlene taegliche Calciumbedarf problemlos ohne Milch zu decken ist, hoert man eher selten. So enthalten viele pflanziche Lebensmittel viel mehr Calcium als Milch, wie ich unter #Vegetarismus und Gesundheit bereits ausgefuehrt habe. Die oben erwaehnte Laktoseintoleranz findet natuerlich ebenfalls keine Erwaehnung und der ziemlich hohe Cholesterolgehalt auch nicht. Milch mag also in geringen Mengen nicht ungesund sein, ist aber keineswegs sonderlich gesund. Zumindest von der gesundheitlichen Warte aus macht es also ueberhaupt keinen Sinn, Milch zu trinken.

Hier ein kleines Filmchen vom NDR: http://veg-tv.info/Wie_gesund_ist_Milch_wirklich%3F

Aber selbst, wenn man nicht mehr taeglich ein Glas Milch trinkt, so hat sich die Nahrung in der Mitteleuropaeischen Gesellschaft mittlerweile doch sehr stark auf Milch spezialisiert. Kaum ein Produkt findet man da im Supermarkt, in dem nicht irgendetwas aus Milch drin ist, sei es ’Molkenerzeugnis’, ’Magermilchpulver’, ’Milcheiweiss’, ’Milchzucker’, ’Suessmolkenpulver’ oder das sehr beliebte ’Aroma (Milch)’. Dazu kommt noch eine gigantische Kaese- und Joghurtkultur. Waren beides vor noch gar nicht mal so langer Zeit noch reine Luxusprodukte, so ist es mittlerweile doch so, dass man sich zum Fruehstueck und zum Abendbrot Kaese auf die Stullen/Schnitten/Bemmen packt und zum Mittag Kaesefondue, 4-Kaese-Pizza oder mit Kaese ueberbackenes Kartoffelgratin isst. Nach dem Abendbrot und Mittag werden dann jeweils noch ein bis zwei Joghurt als Nachtisch verzehrt. Hinzu kommen grosse Mengen Schokolade, die leider ebenfalls auf Basis von Kuhmilch produziert wird. Seinen Schokoladen- bzw. Kaesekonsum auf ein absolutes Minimum zu beschraenken oder ganz aufzugeben (oder durch vegane Alternativen zu ersetzen) liegt auf Grund des hohen Zucker- bzw. Fettgehalts ja ohnehin im eigenen gesundheitlichen Interesse und Joghurts gibt es mittlerweile in ganz hervorragender Qualitaet und Vielfalt auf Basis von Sojamilch (denn den die Joghurtkulturen ausmachenden Bakterien ist es reichlich egal, ob sie sich in Kuhdrüsensekret oder in Sojabohnensaft vermehren).

Vielleicht ist euch ja schon aufgefallen, dass Soja- oder Reismilch mittlerweile in jedem Supermarkt in Deutschland zu finden ist. Des Weiteren wurde ja nun vermehrt ueber sogenannten 'Analogkaese' berichtet in den Medien. [72] Es ist doch schon beachtlich, dass trotz der Subventionierung der Milchbauern und der klaren Ausnahme von Milchersatzprodukten aus oeffentlichen Foerderprogrammen [73] die pflanzlichen Alternativen ihren Siegeszug angetreten haben. Erstens weil der Mark dafuer groesser geworden ist (mehr Vegetarier und Veganer als Abnehmer), zweitens weil auch viele Fleischfresser die Sojadrinks aus Gesundheitsgruenden kaufen und drittens, weil sie mittlerweile einfach preislich den Milchprodukten immer naeher kommen oder sie eben wie im Fall des Analogkaeses sogar schon ueberholt haben.

Honig

Zuerst einmal gilt natuerlich auch hier, dass die Bienen den Honig nicht fuer den Menschen sammeln. Vielmehr beraubt dieser sie einfach. Allerdings stellt er ihnen auch Wohnraum zur Verfuegung und schuetzt sie vor Feinden, macht sie damit aber auch wiederum abhaengig von sich.

Zwar koennen die heutigen Bienenvoelker wahrscheinlich recht gut verzichten auf den Honig, der ihnen genommen wird vom Imker, da sie vom Menschen so weit gezuechtet wurden, dass sie weitaus mehr Honig ansammeln, als sie eigentlich braeuchten, aber ein grosses Problem ist, dass viele kommerzielle Imker jene Bienenvoelker, die nicht mehr genuegend Ertrag erwirtschaften, einfach toeten. Auch in diesem Fall wieder durch Vergasen. Nun ist fraglich, ob Bienen ueberhaupt Gefuehle wie Schmerz oder Angst empfinden koennen. Unter den Insektenvoelkern gehoeren sie jedenfalls neben Ameisen und Termiten zu den am weitesten entwickelten, haben ein komplexes Sozialverhalten und eine Art eigener Sprache. Dies allein laesst die Ermordung eines ganzen Volkes von Bienen aus reiner Profitgier, um Platz zu schaffen fuer das naechste Volk, schon sehr fragwuerdig erscheinen.

Toetet man die ueberalterten Bienenvoelker nicht, sondern laesst sie zu einem wuerdevollen, natuerlichen Ende kommen, dann muss im Prinzip keine Biene sterben fuer die Honigproduktion und man koennte diese Beziehung Biene – Mensch fast als eine Art Symbiose bezeichnen, von der beide Seiten profitieren. Letztlich ist und bleibt es aber dennoch Ausbeutung. Ich verzichte jedenfalls auch auf Honig. Und seit ich herausgefunden habe, dass Agavendicksaft Honig nicht nur in Bezug auf Aussehen und Konsistenz entspricht, sondern sogar in Bezug auf seinen Geschmack, sehe ich keinen Grund mehr, warum man ueberhaupt Honig konsumieren sollte.

Leder und Pelz

Die Vorstellung, sich die Haut anderer, fuehlender Lebewesen anzuziehen ist ehrlich gesagt ziemlich abartig. Aber darueber denkt man natuerlich nicht gross nach, wenn man im Laden steht und Kleidungsstuecke vergleicht. Dabei unterscheidet sich eine Jacke aus der Haut von Kuehen im Prinzip so gut wie nicht von einer Jacke aus der Haut von Menschen. Dafuer sind sich die beiden Arten viel zu aehnlich. Trotzdem wuerden wohl die Wenigsten heute bereit sein, eine Jacke aus Menschenhaut zu tragen. Wie schmal der Grat ist, auf dem man da wandert, hat auch diesbezueglich die Geschichte mehrfach gelehrt. Auch wenn die Geschichten ueber Lampenschirme aus Menschenhaut erfunden sein moegen [55] [56], so ist doch gesichert, dass in den Konzentrationslagern der Nazis, vor allem in Buchenwald, Hautstuecken mit Taetowierungen aufgehoben / gesammelt / ausgestellt wurden und Hautfragmente teilweise zu Leder weiterverarbeitet wurden. In Tibet wurden Haut und Knochen von getoeteten Kriminellen und im Krieg gefallenen einst zu rituellen Objekten und Musikinstrumenten weiterverarbeitet [57] und auch aus vielen anderen weniger entwickelten Regionen der Welt sind diverse Kult- und Gebrauchsgegenstaende aus Menschenhaut und –knochen bekannt. [58]

Vegetarisch ist lecker und gesund
Links: Mein Fuss im veganen Wanderschuh auf 5400m Hoehe im Schnee im Himalaya, neben einer kleinen Maus
Rechts: Meine Strassenschuhe von "Vegetarian Shoes"

Tolstoi formulierte: “Vom Tiermord zum Menschenmord ist es nur ein Schritt und damit auch von der Tierquaelerei zur Menschenquaelerei.“ Dem kann ich nur zustimmen und wer sich mit Tierhaut bekleidet ist dadurch meiner Ansicht nach auch immer ein Stueckchen naeher dran, sich mit Menschenhaut zu bekleiden.

Leder ist heutzutage extrem billig, weil es zu grossen Teilen aus Laendern wie Indien importiert wird, wo die (eigentlich heiligen) Kuehe unter entsetzlichsten Bedingungen zur Schlachtbank gefuehrt und getoetet werden. Label wie das allseits bekannte “Echt Leder“ koennen diesen Umstand nur geringfuegig verbergen, vor allem wenn sie an Schuhen zum Preis von EUR 9,99 haengen (fuer mich ist besagtes Label nun eher ein praktisches Instrument, um zu erfahren, was ich nicht unbedingt kaufen sollte).

Entgegen landlaeufiger Meinung, die groesstenteils auf die Lederindustrie selbst zurueckgeht (bzw. auf deren Werbekampagnen), ist Kunstleder dem Original auch keineswegs generell unterlegen. Vielmehr ist das hoeherwertige Kunstleder einfach nur teurer und wird deshalb kaum verwendet und die billigen Varianten, die nach zwei Monaten auseinanderfallen, gelten dann als Bestaetigung fuer das Vorurteil, kuenstliches Leder tauge nichts. Mittlerweile habe ich einige Erfahrung mit 'vegetarischen Schuhen' und letztlich kann man genauso Glück oder Pech haben beim Kauf wie bei nicht-vegetarischen Schuhen auch. So hat es bei meinen letzten Alltags-Strassenschuhen (im Bild rechts) volle 2 Monate gedauert, bis sie nicht mehr gedrueckt haben und das obwohl sie ziemlich teuer waren. Meine vollstaendig veganen Wanderschuhe hingegen waren ein echter Gluecksgriff. Obwohl in Spanien gefertigt (nicht etwa in Bangladesch oder so), waren sie sogar billiger als die meisten 'normalen' Wanderschuhe und haben mir soo gute Dienste geleistet, mich quer durch alle Klima- und Vegetationszonen begleitet, bei Temperaturen zwischen -10 und +45°C.

Die Haltung und Hinrichtung von Tieren zur Pelzproduktion ist derartig unvorstellbar grausam, dass ich darauf eigentlich gar nicht weiter eingehen moechte. Wer Pelz kauft, unterstuetzt Folter in Reinform.

Wolle

Auch wieder so ein Produkt, bei dem man ja erstmal davon ausgeht, dass die Tiere nicht getoetet werden fuer das, was sie abliefern. Dies ist prinzipiell auch erstmal nicht ganz falsch, real aber schon, doch dazu gleich mehr.

Entgegen dem, was viele Menschen zu glauben scheinen, waechst den Schafen die Wolle nicht zu dem Zweck, vom Menschen ’geernet’ zu werden. Die Wolle ist das dichte Fell der Schafe, ihre Koerperbehaarung, so wie bei uns Menschen die Haare auf dem Kopf, unter den Achseln, um Luemmel oder Mumu und gegebenenfalls auch ueberall sonst auf dem Koerper. Im Gegensatz zu den Schaefchen haben wir die Koerperbehaarung natuerlich nicht mehr noetig, da wir uns ja seit Jahrtausenden in kuenstliche Felle huellen, genannt auch Kleidung. Die kleinen Schaefchen aber frieren ganz bitterlich, wenn man ihnen die Kleidung wegnimmt. In Pflege des Menschen, der sie in dunkle Staelle sperrt, erfrieren sie zwar nicht, aber freuen tun sie sich sicher nicht darueber, ’nackt’ gemacht zu werden. Auf den gigantischen Schaffarmen in Australien brennt zudem ziemlich die Sonne und da faengt man sich ohne passende Bekleidung schon mal einen unangenehmen Sonnenbrand ein.

Das eigentliche Problem liegt aber auch bei der Wolle wieder in der Tatsache, dass die Schafe eben nicht bis an ihr Lebensende irgendwo Wolle geben und dann eines Abends ruhig einschlafen und nicht mehr aufwachen, sondern dass sie schlussendlich ermordet werden. Australien, der groesste Produzent von Wolle und Schafsfleisch [59], exportiert jaehrlich 6.5 Millionen Schafe in den nahen Osten. Lebend! Entfernt zu vergleichen mit den Sklaventransporten in die neue Welt, ergeht es den Schafen meist deutlich schlechter auf den Schiffen. Futter, Luft und Licht sind Mangelware und bis zu 10% sterben auf dem Transport, mal ganz abgesehen davon, dass auf sie am Ende nicht die Feldarbeit, sondern der Tod in den wohl grausamsten Schlachthoefen wartet, die dieser Planet zu bieten hat. [60]

“Je frueher unsere Jugend von sich aus jede Roheit gegen Tiere als verwerflich anzusehen lernt, je mehr sie darauf achtet, dass aus Spiel und Umgang mit Tieren nicht Quaelerei wird, desto klarer wird auch spaeter ihr Unterscheidungsvermoegen werden, was in der Welt der Grossen Recht und Unrecht ist.“ Theodor Heuss

Jagd

Jagd ist Mord. Punkt. Nichts Anderes. Das Argument, die Jaeger muessten den Bestand kontrollieren, ist ein vollkommen absurdes Konstrukt zur Rechtfertigung dieses Unrechts. Wenn nicht der Mensch den Bestand kontrolliert, dann tut es naemlich die Natur oder Gott oder wer oder was auch immer, so wie es seit Anbeginn der Zeit, oder besser seit Auftreten des ersten Lebens gewesen ist, als es noch keine Menschen gab, die sich anmassten, ueber Leben und Tod ganzer Populationen zu entscheiden.

Oekosysteme funktionieren auch ohne Raeuber, auch ohne Fressfeinde. Wie sonst waere es wohl zu erklaeren, dass beispielsweise die vegan lebenden Elefanten an der Spitze der Nahrungskette stehen, also keinerlei Feinde haben, vor denen sie sich fuerchten muessten? Wenn es zu viele Rehe oder Wildschweine in unseren Waeldern gibt, dann finden sie halt irgendwann keine Nahrung mehr oder eine Krankheit schrumpft ihren Bestand wieder zusammen. Ein natuerliches Gleichgewicht stellt sich ein. Indem der Mensch aber ’den Bestand kontrolliert’, verhindert er auf ewig das Erreichen eines solchen Gleichgewichtes. Schon sehe ich kommen, wie in 20 Jahren nicht mehr nur wie heute schon regelmaessig tausende Rehe geschossen werden, “weil es sonst zu viele werden“, sondern auch die dann heimisch gewordenen Woelfe, “weil sie sonst zu viele Rehe fressen.“

Ist es nicht ein Wenig pervers von den Forstbehoerden, im Wald Schilder aufzuhaengen mit Inschriften wie: “Schuetzt die Tiere“ oder “Seid leise und erschreckt die Tiere nicht“ und den gleichen Wald mit Hochstaenden vollzupflastern, von denen die Tiere, die wir zuvor so brav und anstaendig geschuetzt haben, einfach erschossen werden?!

Angeln ist uebrigens weder ein Hobby, noch ein Sport. Angeln ist auch Mord. Es kann auch gar nichts Anderes sein als Mord, denn Angeln ist die Jagd auf Fische. Siehe dazu auch: #Und was ist mit Fisch und Meeresfruechten?


Zoos und Haustiere

Zwar lehne ich persoenlich auch Zoos und Haustierhaltung ab, jedoch ist dies schon eine etwas andere Liga als das Toeten von Tieren aus niederen Beweggruenden, wie beispielsweise aus Profitgier oder fuer den Luxus beim Essen. Soll heissen: Ich selbst wuerde mir kein Haustier anschaffen und werde mich auch so weit es geht von Zoos und Tierparks fernhalten, wuensche mir auch, dass Andere es mir gleichtun, aber so lang die grosse Mehrheit der Menschen nicht einmal einsieht, dass der Verzehr von Tieren falsch ist, werden sie wohl erst recht nicht erkennen, dass auch das Einsperren und ’Besitzen’ von Tieren Unrecht ist.

Zoos

Eine tolle Sache diese Zoos. Eigentlich waren sie ja nur dazu da, um Leuten exotische Tiere zu praesentieren und damit nach Moeglichkeit Geld zu machen. Vor noch gar nicht mal so langer Zeit waren die Tiere noch in winzigen Stahlkaefigen eingesperrt und bekamen wer weiss was zu Fressen.

Mit der Zeit rueckten (angeblich) Bildung, Forschung und Erholung in den Vordergrund und die Kaefige wurden zu immer groesseren Gehegen umgestaltet. Dass diese trotzdem noch vollkommen an der Realitaet vorbeigehen, wird sowohl von den Betreibern als auch den Besuchern der Zoos und Tierparks getrost ignoriert. Hat also zum Beispiel ein Tierpark sein Gehege fuer den sibirischen Tiger auf stolze 50 mal 50 Meter vergroessert, also auf 2500 m², dann wird er sich damit bruesten, wie gut es das Tier doch bei ihm hat, wie grosszuegig der Park doch war, ihm ein so grosses Gehege zu schenken. In der Natur hat ein sibirischer Tiger ein Revier von rund 250 km², das sind 250 Millionen m², in Zahlen: 250 000 000. Der natuerliche Lebensraum dieser Art ist also einhunderttausend Mal so gross, wie sein ach so grosses Gehe im Zoo.

Der Bildungsaspekt spielt praktisch keine Rolle, denn wenn man wirklich etwas ueber diese Tiere erfahren moechte, dann kann man es in der Wikipedia oder einem Fachbuch nach Wahl nachschlagen. Um einen Eindruck von Groesse und Bewegung zu erhalten, kann man sich Videos anschauen, die es heute ebenfalls in ausreichendem Masse in Bibliotheken oder im Internet gibt.

Auch die Forschung ist zu vernachlaessigen, denn ueber das Sozial- und Fressverhalten einer Tierart lernt man weitaus mehr, wenn man sie in ihrer natuerlichen Umgebung heimlich beobachtet, anstatt in Gefangenschaft und das anatomische Wissen ueber ein Tier erhaelt man heutzutage mit einer einzigen Computertomografie des (betaeubten) Tieres. Ueber die meisten in Zoos gehaltenen Arten ist ohnehin alles Wichtige bekannt.

Bleibt der Erholungsaspekt. Dieser resultiert massgeblich aus der Parklandschaft, durch die man spaziert. Dafuer muss man dort keine Tiere einsperren.

Oft wird eingewendet, die Zoos haetten die wichtige Aufgabe, vom Aussterben bedrohte Tiere zu schuetzen und wieder auszuwildern. Mal abgesehen davon, dass man dies wohl mit zwei bis drei grossen Anlagen weltweit bewerkstelligen koennte, statt mit je einem Zoo in jedem Kuhdorf, gab es bis heute kaum erfolgreiche Projekte. Die paar wenigen Arten um die man sich kuemmert, wie beispielsweise den Panda, der mit seiner extrem einseitigen Ernaehrung und seinem langsamen Fortpflanzungsverhalten ohnehin keine grosse Zukunft hat in der Evolution, stehen allesamt an der Spitze der Nahrungskette und werden eigentlich nur deshalb so gefoerdert, weil der Mensch sie so niedlich findet. Die tausenden Insekten- und Amphibienarten, die jedes Jahr aussterben, versucht niemand zu retten. Dabei stehen diese mitten in der Nahrungskette und ihr Aussterben kann zum Zusammenbruch ganzer Oekosysteme fuehren.

Zoos sind heute zumeist reine Wirtschaftsunternehmen und werden denn auch wie eben solche gefuehrt. Worum es geht, ist Geld, Profit. Ein eindrucksvolles Beispiel, wie Zoos funktionieren, hat vor einiger Zeit der Berliner Zoo gegeben. Das Eisbaerenzuchtprogramm war von Erfolg gekroent und es turnte also ein kleines, suesses Eisbaerenbaby im Gehege herum. Viel viel grosses Marketing tat den Rest und schon flimmerten ueberall auf der Welt Bilder vom mittlerweile 'Knut' getauften Berliner Eisbaerenbaby ueber die Bildschirme. Die Aktien des Berliner Zoos (ja, heutzutage sind Zoos sogar an der Boerse notiert) schossen in die Hoehe. Alle Geldsorgen sind fuer Jahre vergessen, Arbeitsplaetze gesichert und alle sind gluecklich...  Gut, OK, 'Knut' wurde seiner durch die Gefangenschaft total verstoerten Mutter weggenommen, damit sie es nicht verletzt (schliesslich ist der Kleine Millionen Euro wert) und musste dann mit dem Tierpfleger spielen, der gleich mit beruehmt wurde. Ja, OK, die Geschichte hat auch voellig davon abgelenkt, dass normalerweise die meisten Tierkinder in Zoos einfach umgebracht werden, weil nicht genuegend Platz fuer sie waere in den Gehegen. Aber Knut war doch soo niedlich...

Und manche Zoos, darunter leider auch wieder der Berliner Zoo, gehen sogar noch einen Schritt weiter in ihrer Profitgier. Sie zuechten bewusst zu viele Exemplare von bestimmten exotischen Spezies und verkaufen diese an spezielle Abnehmer, die sie umbringen und traditionelle chinesische Medizin (TCM) daraus machen. Im Falle des Berliner Zoos soll es sich dabei um eine Familie von Baeren und um ein Zwergflusspferd gehandelt haben. [70] Zwar traegt die TCM eine Mitschuld an derartigen Vorgaengen, da sie den Bedarf erst kreiert (und somit z.B. auch fuer die noch immer stattfindende Jagd auf den oben bereits erwaehnten und fast ausgestorbenen Sibirischen Tiger verantwortlich ist), gezuechtet und verkauft werden die Tiere aber nun mal von den Zoos.

 

Haustiere

Ach wie sind sie niedlich die kleinen Haustiere. Man kann sie lieb haben, streicheln, mit ihnen spielen, schmusen und einfach Spass haben. Man kann sie falsch ernaehren, in winzige Kaefige sperren, sie schlagen, wenn sie laut sind, sie verhungern lassen oder im Klo runterspuelen. Man kann ihnen Befehle geben, seine Herrschaftsgelueste an ihnen ausleben und sie zu Tode pflegen.

Das Verhaeltnis Mensch-Haustier

Klar, alle Haustierbesitzer werden jetzt sagen, so was machen sie doch nicht und bei den meisten stimmt das sicher auch, aber oft genug werden nun mal Haustiere fuer Kinder gekauft und diese vergessen nun mal hin und wieder, ihren Hamster zu fuettern oder dergleichen. Viele Eltern wollen ihren Kindern damit Verantwortungsbewusstsein beibringen und wenn der Hamster verhungert ist, dann weint das Kind mal kurz und die Eltern sagen: “Siehst du, wir haben’s dir ja gesagt. Lass dir das eine Lektion sein.“ Danach herrscht wieder Friede, Freude, Eierkuchen. Das Leiden des Tieres interessiert dabei niemanden wirklich. Man sagt das so dahin: Der Hamster / die Maus / der Vogel ist verhungert. Aber was das eigentlich heisst, fuehrt sich kaum jemand vor Augen. Unter Menschen wird der Entzug von Nahrung als schwere Misshandlung bzw. Folter betrachtet. Wieso sollte dies bei kleinen Nagetieren anders sein? Diese spueren genauso Schmerzen wie wir, haben genauso Hunger wenn sie nichts zu essen kriegen und sind genauso einsam in ihrem Kaefig, wie wenn man uns in einen Kaefig sperren wuerde. Das Einzige, was man dem Kind damit wirklich vermittelt ist, dass Leben unterschiedlichen Wert hat. Dass zum Beispiel das Leben des Hamsters weniger wert ist, als jenes des Hundes und natuerlich viel viel weniger als das eigene. Da ist der Schritt auch nicht mehr fern zu sagen, dass das Leben eines Schwarzen, eines Juden oder eines Chinesen weniger Wert ist als das eines weissen, christlichen, womoeglich gar deutschen oder arischen Europaeers. Es ist schoen, wenn Eltern ihren Kindern Verantwortungsbewusstsein vermitteln wollen, aber doch bitte nicht auf Kosten anderen Lebens.

Eine der widerlichsten Angewohnheiten in der Haustierhaltung ist zweifelsohne die Kastration. Wie koennen Menschen von sich behaupten, ihre Haustiere zu lieben, diese aber kastrieren lassen. Ist ihnen wirklich nicht bewusst, was das heisst? Die Kastration eines maennlichen Saeugetieres, ob nun beim Menschen, beim Pferd oder bei einem Kater, ist immer ein riesiger Eingriff in die Entwicklung dieses Wesens. Es ist eine Verstuemmelung der Geschlechtsorgane, veraendert massiv den Hormonhaushalt und damit das natuerliche Verhalten des Tieres und vor allem nimmt es ihm die grundsaetzlichste, wichtigste Faehigkeit, die einem Lebewesen von der Natur gegeben wird: Die Faehigkeit sich fortzupflanzen. Es spielt dabei gar keine Rolle, ob das Tier davon je Gebrauch machen wird und kann. Es geht um die Moeglichkeit es zu tun. Das ist ein Bisschen wie bei Disneyland: Es spielt keine Rolle, ob man das hohe Eintrittsgeld wirklich abfaehrt mit all den Attraktionen im Park, sondern es geht vielmehr darum, theoretisch die Moeglichkeit zu haben, so oft man will mit einer Attraktion zu fahren, ohne sich ueber den Preis Gedanken machen zu muessen.

Die Tatsache, dass jedes Jahr Millionen von Haustieren ausgesetzt, im Tierheim abgegeben oder umgebracht werden spricht auch nicht unbedingt fuer die Faehigkeit auch der erwachsenen Menschen, verantwortungsbewusst mit den Tieren umzugehen, die ihrer Obhut unterliegen.

Weiterhin sagen so viele Haustierbesitzer, dass sie ihre Katze / ihren Hund so lieb haben, dass sie ihr/ihm niemals etwas Boeses antun koennten. Sie nehmen voll und ganz wahr, dass das Tier leidensfaehig ist und vergleichen seine Verhaltensweisen nur allzu oft mit den eigenen. Und trotzdem essen sie Fleisch, essen die toten Koerper von Wesen, die genauso leidensfaehig sind wie ihr eigenes Haustier, genauso aehnliche Verhaltensweisen aufweisen wie sie selbst und denen sie, wenn sie sie selbst als Haustiere halten wuerden, niemals etwas Boeses antun koennten und das, genau das widert mich einfach unglaublich an.


Was mich am meisten ankotzt ist,

  • wenn Menschen von sich als Tierfreunde sprechen, aber Fleisch essen.
  • wenn Menschen Sprueche ablassen wie “Diese Tierquaeler sollte man alle erschiessen“, wenn auf der Strasse jemand seinen Hund anschreit, die sich danach aber am naechsten Imbiss-Stand eine Bratwurst mit Pommes kaufen.
  • wenn Menschen vor dem Fernseher sitzen und sich anschauen, was fuer boese Personen da wieder Haustiere an Autobahnparkplaetzen ausgesetzt haben und dabei genuesslich ihre Koenigsberger Klopse verspeisen.
  • wenn Menschen den Walfang verurteilen, auf die Frage nach ihrem Lieblingsgericht aber mit ’Rinderhacksteak’ antworten.
  • wenn Menschen mit ihren Kindern ’Urlaub auf dem Bauernhof’ machen, ihren Kindern dort die ach so niedlichen, supersuessen, putzigen, kleinen Ferkelchen zeigen und ihnen am Abend dann Schweinerouladen servieren.
  • wenn Menschen meinen, Hunde in der Wohnung zu halten sei Tierquaelerei, im Supermarkt dann aber die billige Zehnerpackung Eier aus Kaefig- oder Bodenhaltung kaufen.
  • wenn Menschen es unvorstellbar finden, dass Chinesen Hunde und Katzen, also ihre Haustiere verspeisen, beim naechsten Restaurantbesuch dann aber Kaninchenbraten bestellen, obwohl sie zu Hause womoeglich sogar selbst ein Zwergkaninchen halten.
  • wenn Menschen sich angeregt darueber unterhalten, was fuer intelligente Tiere doch Schweine sind, darueber wie niedlich sie aussehen und darueber, dass der Orgasmus beim Schwein ’ne halbe Stunde dauert und dann darauf umschwenken, was fuer eine leckere Delikatesse doch Schweinesuelzwurst ist.
  • wenn Leute denken es sei witzig, wenn sie mir zum hundertausendsten Mal ein Stueck von ihrer Wiener, Boulette, Bratwurst oder ihren Chicken McNuggets anbieten. Ist es NICHT!
  • wenn Leute glauben, irgendwelche Vegetarierwitze reissen zu muessen, wenn sie glauben Vegetarier wuerden nur Salat oder Gras fressen oder wenn sie glauben, dass Vegetarier schwach und krank seien.
  • wenn Leute Vegetarismus von vornherein verurteilen oder fuer Unsinn halten, ohne sich je auch nur ansatzweise mit dem Thema beschaeftigt zu haben.
  • wenn Leute sich angewidert abwenden, wenn sie grausame Fotos oder Videos von Haltung, Transport und vor allem Schlachtung und Verarbeitung von Tieren sehen, sich aber irgendwie nicht bewusst genug machen, dass es in ihren eigenen Haenden liegt, dies zu aendern, diesen Tieren das zu ersparen und wenn diese Leute dann diese Realitaet schlichtweg wieder verdraengen und weiterhin Fleisch konsumieren.
  • wenn Leute denken, sie muessten mich belehren darueber, dass der Verzicht auf Fleisch ganz schlimme Gesundheitsrisiken birgt, dass mir Eisen, Vitamin B12 und Proteine fehlen wuerden, obwohl vergleichende Bluttests hoechstwahrscheinlich ergeben wuerden, dass ich im Gegensatz zu ihnen keine Mangelerscheinungen habe.
  • wenn Leute sagen, den Holocaust koenne man doch wohl nicht mit der bei uns praktizierten Tier-Produktion vergleichen. Stimmt, denn es sind ja keine Menschen, es sind ja ’nur’ Tiere. Aber halt mal, das waren damals ja auch keine Menschen, das waren ja ’nur’ Juden, Zigeuner und etc. Na und ausserdem sind Menschen ja wohl keine Tiere … oder?!


Es geht auch anders

Nach all diesen Ausfuehrungen stellt sich natuerlich die Frage nach Alternativen. Die grundsaetzliche Antwort auf diese Frage lautet selbstverstaendlich Vegetarismus. Der Vegetarier gibt erstmal schon gar keinen Auftrag zum Morden. Er mindert dadurch die Massentierhaltung von Rindern, Schweinen und Gefluegel und leistet somit einen massgeblichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, zu einer besseren, gerechteren Welt, zu weniger Armut und zur eigenen Gesundheit sowie einem besseren Gewissen. Vegetarische Ernaehrung ist besser fuer alle: Sie schmeckt gut, ist ’unblutig’, ist umweltvertraeglich, ist eine Ernaehungsform bei der alle Menschen satt werden koennen und ist auch noch gesuender. Vor allem aber ist sie gerechter, gerechter den Tieren gegenueber.

Doch wie sehen die Alternativen im Einzelnen aus? Ein Mangel an vegetarischen Rezepten existiert schon mal nicht. Man gebe unter amazon.de einfach mal den Suchbegriff “kochbuch vegetarisch“ ein und lasse sich ueberzeugen. Die meisten Gerichte, in denen Fleisch nicht Hauptbestandteil ist, lassen sich zudem ohne Probleme auch vegetarisch nachkochen. Ich gebe meist in google ein: “rezept vegetarisch XX“, wobei XX fuer den Rezeptnamen steht, und werde fast immer fuendig. Im Zweifelsfall suche ich auf Englisch.

Vegetarisch ist lecker und gesund
Vegetarisch ist lecker und gesund

Aber auch viele reine ’Fleischgerichte’ kann man gut vegetarisch substituieren. Ob Gyros, Hackbaellchen, Ćevapčići oder Wiener Wuerstchen, fuer allesamt gibt es vegane Pendants, die von den ’Originalen’ praktisch nicht zu unterscheiden sind. Schwierig wird es nur bei Gerichten wie Steak, Rouladen, Kasseler oder Fischgerichten, doch dieses Opfer sollte man bereit sein, zu bringen denke ich und eigentlich sollte dies auch nicht schwer fallen, wenn man einfach nur an die Aufnahmen aus den Schlachthoefen denkt beim Anblick dieser Speisen. Wenn man sich das Quieken und Schreien der zappelnden, zu fliehen versuchenden Tiere in Erinnerung ruft, die ihr Leben lassen mussten fuer das kleine Stueck Geschmack auf dem Teller.

Auch den Konsum von Eiern und Milchprodukten zu senken, faellt eigentlich nicht schwer. Statt Butter kann man generell Margarine benutzen, sowohl aufs Brot, als auch zum Kochen, Braten und Backen. Auf das ’taegliche Glas Milch’ sollte man schon aus gesundheitlichen Gruenden ohnehin lieber verzichten. Fuer alles Andere, also erneut fuer das Trio Kochen, Braten, Backen, kann man ohne Verluste auf Ersatzprodukte ausweichen. Dafuer muss es nicht die teure, reine Sojamilch aus dem Reformhaus sein, sondern der billige BioBio Soja-Reis-Drink aus dem Plus-Supermarkt tut es auch, sowohl fuer Sossen, als auch als Zugabe zu Suppen und Gratins sowie diversen Backrezepten. Fuer Milchshakes und selbstgemachtes Eis hingegen sind die hoeherwertigen Soja- oder Reismilchprodukte aber schon empfehlenswerter.

Sich sein eventuelles taegliches oder meinetwegen auch nur sonntaegliches Fruehstuecksei abzugewoehnen, duerfte das eigene Leben ebenfalls gesuender und laenger werden lassen, sollte also auch nicht schwer fallen. Beim Kauf vieler Ei enthaltender Produkte kann man leicht auf Alternativen ausweichen, wie zum Beispiel bei Nudeln, wo die eifreie Variante meist sogar guenstiger ist oder bei Fertigwaffeln, wo man sich nicht unbedingt fuer die Volleiwaffeln entscheiden muss. Omelettes sind auf Grund ihres extrem hohen Cholesterolgehalts ohnehin sehr ungesund und fuer alle Backrezepte gibt es Ei-Ersatzpulver zu kaufen, mit dem man sogar guenstiger faehrt, als mit ’echten’ Eiern.

Unter #Web-Empfehlungen habe ich unter Anderem eine kleine Liste mit veganen Online-Shops zusammengestellt. Man findet die meisten wichtigen veganen Produkte aber auch in Bio- und Naturkostlaeden sowie in Reformhaeusern. Bewohner Berlins sollten zudem mal einen Blick werfen auf: http://www.berlin-vegan.de/index.php?id=90

Wem das jetzt schon wieder alles viel zu viel klingt, der moege nicht umstaendlich versuchen, fuer jedes Fleischgericht einen Ersatz zu finden, sondern alles Fleisch aus seiner Nahrung einfach nur wegzulassen. Hat man bisher nicht allzu extrem ungesund gelebt, dann bleibt da genuegend uebrig, um satt zu werden. Zudem kann man ja schrittweise vorgehen. Kaum jemand wird Veganer ohne die 'Zwischenstufe' des Ovo-Lacto-Vegetarismus. Ausserdem moege man sich Folgendes noch mal vor Augen fuehren:

Es geht nicht darum, eine spezielle, komplizierte und teure Sache zu tun. Es geht nicht darum, irgendeine zeitaufwendige Dienstleistung zu verrichten. Es geht nicht darum, jemandem sein ganzes Geld zu schenken, in irgendeine Sekte einzutreten oder zehn Mal am Tag zu beten. Es geht einzig und allein darum, eine schreckliche und grausame Angewohnheit als solche zu erkennen und schlichtweg zu unterlassen. Nur darum geht es, zum Wohle des Planeten, zum Wohle der eigenen Gesundheit und vor allem zum Wohle von Lebewesen, die die gleichen grundsaetzlichen Empfindungen haben wie wir Menschen.

Ihr sollt euch nicht in extremer Enthaltsamkeit ueben. Konsumiert meinetwegen weiter Alkohol, Tabak oder Cannabis, ladet euch Pornos herunter und geht in den Swinger-Club, schaut euch Horrorfilme im Kino an und ballert euch durch die neuerdings so verteufelten ’Killerspiele’, macht die Musik in eurem MP3-Player so laut, dass euch fast das Trommelfell platzt, bleibt den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen oder macht euch eure Haut im Solarium kaputt. Aber um Himmels willen hoert auf Dinge zu tun, die Anderen weh tun, ja sie sogar umbringen. Hoert auf, durch den Konsum von Fleisch und anderen Tierprodukten ein System zu unterstuetzen, das jeden Tag unsagbares Leid verursacht in dieser Welt und selbige so ganz nebenbei zerstoert.

Es liegt in eurer Verantwortung, das Richtige zu tun. Fuer mich ist offensichtlich, was das Richtige ist. Fuer euch auch?

Ein an dieser Stelle zwar etwas deplazierter, aber dennoch interessanter Text vom bekannten Tierrechtler Helmut Kaplan zur historischen Perspektive der Tierrechtsbewegung:

http://www.tierrechte-kaplan.org/kompendium/a195.htm


Ich persoenlich konnte nach den Wochen, die ich mich fuer diesen Text informiert hatte, die ovo-lakto-vegetarische Ernaehrung entgueltig nicht mehr vor mir selbst verantworten. Zwar hatte ich schon seit Herbst 2006 keine Eier und seit Beginn des Jahres 2007 auch keine Milch mehr gekauft sowie zu Hause komplett auf Kaese verzichtet, aber das reichte halt einfach nicht. Auch Joghurts und Milchschokolade wurden ab Maerz 2007 entgueltig von meinen Einkaufslisten gestrichen und ich begann, noch viel mehr darauf zu achten, Produkte zu kaufen, die weder Eier noch Milch noch Produkte aus jenen beinhalten. Kurzum: Ich wurde entgueltig zum Veganer.

“Wenn der moderne Mensch die Tiere, deren er sich als Nahrung bedient, selbst toeten muesste, wuerde die Anzahl der Pflanzenesser ins Ungemessene steigen.“ Christian Morgenstern

In diesem Zusammenhang an meine Familie und meine Freunde: Wenn ihr mir unbedingt etwas Suesses schenken wollt, dann kauft keine (Milch-)Schokolade. Ich esse gern Nuesse und Trockenobst. Statt einer Schachtel Pralinen, wuerd ich mich sehr freuen ueber die mir meist zu teuren Nussarten wie Cashews, Macadamia und Paranuesse sowie ueber getrocknete Datteln und dergleichen. Gern auch jede andere vegane Suessigkeit, aber im Prinzip wisst ihr ja alle, dass ich ohnehin keinen so grossen Wert lege auf Geschenke.

An dieser Stelle moechte ich auch unbedingt mal ganz grossen Dank an meine Eltern loswerden, die mich immer unterstuetzt haben in meinem Vegetarismus. Vor allem meine Mutter hat mich von Anfang an ermutigt, das durchzuziehen, aber auch mein Vater hat nie ein schlechtes Wort darueber verloren, dass ich Vegetarier geworden bin, sonder stand immer hinter mir in dieser Frage. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Familien, in denen die Eltern massiven Widerstand gegen derartige Entscheidungen ihrer Kinder leisten. Ich weiss nicht, ob ich das in so einem Fall vor allem in der Anfangsphase durchgehalten haette. Zwar bedaure ich sehr, dass beide selbst nie zu Vegetariern geworden sind, obwohl ihr Fleischkonsum immerhin schon ziemlich stark abgenommen hat ueber die Jahre, aber ich kann es ja niemandem vorschreiben.

Ein schoenes kleines Video ueber die Zusammenhaenge zwischen unserem Essen und unserer Welt (in Englisch):

http://veg-tv.info/Vegan


Schlusswort

Fassen wir mal kurz zusammen:

Nichtmenschliche Tiere, vor allem Wirbeltiere, empfinden ebenso Schmerz wie wir Menschen. Insbesondere fuer die meisten Saeugetiere und Voegel ist auch belegbar, dass sie Empfindungen wie Angst, Trauer, Einsamkeit, aber auch Glueck und Zufriedenheit ganz aehnlich oder gar identisch der menschlichen Art und Weise wahrnehmen. Es ist naheliegend, dass das hoechstwahrscheinlich auch der Fall ist fuer alle anderen Wirbeltiere und nur noch nicht wissenschaftlich bewiesen wurde. Dies gilt also auch und gerade fuer die zum Verzehr so beliebten Kuehe, Schweine und Huehner und im weiteren Sinne auch Fische, Frösche, Krokodile, was auch immer. Insofern steht das Toeten einer Kuh dem Toeten eines Menschen in nichts nach, bis auf dass sie anders aussieht und uns geistig unterlegen ist, was Mord sicher nicht rechtfertigt in einer Zeit in der wir aufgehoert haben, Schwarze wegen ihrer Hautfarbe zu versklaven und geistig behinderte Kinder zu toeten. Es ist also vom ethischen Standpunkt aus hoechst fragwuerdig, fuehlende Lebewesen einzusperren und zu ermorden fuer die eigenen Gaumenfreuden. Ja bei nur etwas naeherer Betrachtung ist es schlichtweg falsch!

Weiterhin ist die Tierhaltung einer der Hauptfaktoren in der noch immer zunehmenden Umweltzerstoerung. Sie ist fuer einen grossen Teil der Treibhausgase verantwortlich, verseucht Boeden und Gewaesser, okkupiert und vernichtet riesige Landflaechen, verbraucht unvorstellbare Mengen Suesswasser, ist massgeblich an der Rodung der tropischen Regenwaelder beteiligt und traegt zur weiteren Ausbreitung der Wuesten bei.

Gesundheitlich ist der Konsum von Fleisch nicht nur unnoetig, er bringt mit Blick auf die gigantischen pro Jahr verzehrten Mengen vielmehr auch grosse negative Folgen mit sich. So leiden die Menschen in unserer Gesellschaft heute auf Grund des extremen Fleischkonsums unter Uebergewicht, Arteriosklerose, Herzerkrankungen, Problemen mit Knochen und Gelenken sowie diversen Hauterkrankungen. Dies fuehrt zu horrenden Zusatzkosten fuer die Krankenkassen und verursacht Milliardenschaeden an der Volkswirtschaft durch krankheitsbedingten Arbeitsausfall und Invaliditaet.

Die heute ueblichen Methoden der Fleisch-“Erzeugung“ fuer die reichen Industrienationen zerstoeren die Existenzen zigtausender Menschen in Drittweltlaendern, verseuchen ihre Brunnen oder lassen sie austrocknen, treiben sie in den Hunger- und Verdurstungstod oder zwingen sie zur Migration in die reichen Laender, die diese Zustaende zu verantworten haben.

Eine fleischlose Ernaehrung ist finanziell deutlich guenstiger, senkt hoechstwahrscheinlich das Gewaltpotential der Menschen, macht Schluss mit der widerlichen Doppelmoral gegenueber den Tieren, die wir doch eigentlich (angeblich) alle soo lieb haben und die freiwerdenden Ackerflaechen koennten fuer den Anbau von Energy-Crops genutzt werden, was einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz leisten wuerde.

Zudem plaedierten und plaedieren eine ganze Reihe von bedeutenden, grossen Persoenlichkeiten fuer einen Umstieg auf die vegetarische Ernaehrung, darunter diverse Nobelpreistraeger und die kluegsten Koepfe der Welt.

Und trotzdem scheint sich fast kein Arsch darum zu scheren. Trotzdem werden taeglich Millionen von Tieren voellig unnoetigerweise gequaelt und ermordet, damit sich der fette deutsche Michel seine Weisswuerste in den Rachen schieben kann. Trotzdem bemueht sich auch und vor allem in der Politik kaum jemand darum, diese Missstaende zu beseitigen. Trotzdem bieten viele Restaurants in Deutschland noch immer kein einziges vegetarisches, geschweige denn veganes Gericht in ihrer Speisekarte an. Trotzdem wird auf Vegetarier heruntergeschaut als waeren sie diejenigen, die etwas Seltsames, Unnatuerliches, womoeglich gar Falsches tun.

Fuer mich persoenlich steht der ethische Aspekt ganz klar weit im Vordergrund und es ist mir nach wie vor vollkommen unverstaendlich, wie die Menschen so grausam und dumm sein koennen, dieses Verbrechen nicht zu erkennen. Doch letzten Endes ist es mir relativ Wumpe, warum jemand zum Vegetarier wird, ob nun fuer die Rettung des Planeten und seines Klimas oder fuer den eigenen Geldbeutel, ob nun fuer eine bessere, friedlichere Welt oder fuer seine eigene Gesundheit. Aber bitte bitte bitte macht nicht so weiter wie bisher.


Wie eingangs schon erwaehnt, versuchen nun schon recht lange, schlaue und einflussreiche Personen, der Gesellschaft klar zu machen, dass da was falsch laeuft. Gleichzeitig hat sich die Gesamtsituation noch drastisch verschlimmert. Wurde also gar nichts erreicht? Waren all die philosophischen Betrachtungen, die vielen Abhandlungen zum Thema, all die Appelle und Aufrufe umsonst? Prozentual betrachtet keineswegs: In Deutschland (und allgemein in der entwickelten Welt) sind derzeit so viele Menschen Vegetarier aus Ueberzeugung wie nie zuvor. Langsam, ganz langsam, aber stetig aendert sich offenbar die Einstellung der Menschen im Allgemeinen. Deutlich zu erkennen ist dies auch am veraenderten Angebot vieler Supermaerkte. Haette man noch vor zehn Jahren dem Geschaeftsfuehrer der Supermarktkette ’Plus’ erzaehlt, dass im Jahr 2007 direkt neben der Milch auch gleichwertige Tetrapaks mit veganem Milchersatz aus Soja und Reis stehen, dass es eine Auswahl von fuenf speziellen vegetarischen Brotaufstrichen im Sortiment gibt und Tofu zum Verkaufsschlager wird, dann haette er einen wohl sicher fuer verrueckt erklaert.

Auffallend ist, dass heute wie frueher der Anteil der Vegetarier unter den Bevoelkerungsschichten mit hoeherer Bildung weitaus groesser ist, als in den weniger gebildeten Gesellschaftsschichten. [61] Der Schluessel zum Erfolg lautet also Bildung. Nicht nur Bildung in Bezug auf Wissen, nicht nur mathematisch naturwissenschaftliche und auch nicht nur kuenstlerische Bildung, sondern vor allem ethische, philosophische Bildung.

Mein Traum fuer eine bessere Zukunft sieht so aus, dass irgendwann genug Menschen erkannt haben werden, was falsch laeuft und Vegetarier werden. Dass diese Menschen mit geeinter Stimme sprechen und auf kurz oder lang im Stande sind, das gesamte System zu veraendern. Nicht durch irgendeine gewaltsame Revolution, nicht durch Terrorakte und nicht durch kriegerische Handlungen, sondern durch Verstand, Einsicht und Mitgefuehl. Im Idealfall saehe diese Zukunft dann wohl in etwa so aus, wie in diesem kleinen Comic:

http://bp2.blogger.com/_WbDHrrz6GQo/Rr9icmSvlmI/AAAAAAAAAPc/VYJCscUg01w/s1600-h/opacartoon.jpg

Jeder kann seinen kleinen Beitrag leisten dazu. Jeder kann zunaechst einmal anfangen, den Fleischanteil an seiner Ernaehrung auf ein Minimum zu reduzieren. Schnell wird auch der deutscheste Esser erkennen, wie viele leckere Alternativen es gibt und dann in der Lage sein, den Verzehr toter Tiere ganz einzustellen. Ein weiteres Mal moechte ich Tolstoi zitieren an dieser Stelle:

“Wenn Du keinen Menschen toeten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Voegel toeten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemueh Dich, soweit wie moeglich zu kommen. Grueble nicht, was moeglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kraeften zustande bringst. Darauf kommt alles an.“

Und hier noch ein paar weitere gehaltvolle Zitate beruehmter Vegetarier:

  • Mahatma Gandhi (1869-1948): “Die Groesse einer Nation und ihr moralischer Fortschritt koennen danach beurteilt werden, wie sie ihre Tiere behandelt.“, “Fuer mich ist das Leben eines Lamms nicht weniger wertvoll als das Leben eines Menschen und ich wuerde niemals um des menschlichen Koerpers willen einem Lamm das Leben nehmen wollen. Je hilfloser ein Lebewesen ist, desto groesser ist sein Anspruch auf menschlichen Schutz vor menschlicher Grausamkeit.“
  • Arthur Schopenhauer (1788-1860): “Das Mitleid ist die Grundlage der Moral.”
  • Albert Schweitzer (1875-1965): “Ehrfurcht vor dem Leben bedeutet Abscheu vor dem Toeten.”
  • Alexander Von Humboldt (1769-1859): “Grausamkeit gegen Tiere kann weder bei wahrer Bildung noch wahrer Gelehrsamkeit bestehen. Sie ist eines der kennzeichnendsten Laster eines niederen und unedlen Volkes.”
  • Pythagoras (592-493 v. Chr.): “So lange der Mensch fortfaehrt, unbarmherziger Zerstoerer niederer Wesen zu sein, wird er niemals Gesundheit und Frieden erfahren. So lange die Menschen die Tiere massakrieren, werden sie sich gegenseitig toeten. Wahrlich, wer Mord und Schmerz saet, kann nicht Glueck und Liebe ernten.“


Abschliessend moechte, ja muss ich euch unbedingt “Earthlings“ ans Herz legen. Der Film von Shaun Monson, mit der Erzaehlerstimme von Joaquin Phoenix und der Filmmusik von Moby, stellt im Prinzip nur auf ansprechende und beeindruckende Weise die Gegenwart dar, ist dabei aber ein Plaedoyer gegen jedwede Form von Speziesismus. Nichts wird uebertrieben, nichts verzerrt dargestellt, nichts aufgebauscht. Mit ruhiger Stimme wird Kapitel fuer Kapitel, Stueck fuer Stueck an die Realitaet herangefuehrt, die die Menschen so gern verdraengen.

Obwohl ich mir diesen Film bis zum Schluss aufgehoben hatte, also erst anschaute, nachdem ich den gesamten Text ausgearbeitet, mich intensiv mit der Materie beschaeftigt und dabei wirklich vieles gesehen hatte, war Earthlings einer der schrecklichsten Filme, die ich je in meinem Leben gesehen habe … und vielleicht einer der Besten zugleich. Es gibt wohl kein anderes Werk, das es so versteht, einem die Augen zu oeffnen.

Wer diesen Film komplett gesehen hat und weiter Fleisch isst, sich Lederjacken kauft oder in den Circus geht, dem fehlt meiner Ansicht nach das, was uns zum Menschen macht: Menschlichkeit. Wer ihn bis zum Ende gesehen hat und noch immer nicht glaubt, dass es zwischen der Grausamkeit und Gewalt zwischen den Menschen und jener gegen Tiere einen Zusammenhang gibt, der sollte ihn sich noch einmal anschauen. Und wer sich andersherum den Film bewusst nicht anschaut, aber weiterhin Fleisch isst, der kann sich zumindest sicher sein, dass er sich selbst beluegt.

Gute eineinhalb Stunden, die jeder Mensch gesehen haben sollte. Gut, dass es Leute gibt, die ihn gratis im Internet bereitstellen:

http://dl.veg-tv.info/Earthlings.avi

Leider gibt es keine deutsche Synchronfassung, aber jemand hat sich erbarmt und selbst deutsche Untertitel dazu geschrieben. Diese gibt es hier:

http://dl.veg-tv.info/de/Earthlings.srt


Die blutige Realitaet
Ein zu krasser Vergleich? Vielleicht. Ist ein Zusammenhang zwischen Gewalt gegen Menschen und Gewalt gegen Tiere
wissenschaftlich belegt? Nein. Aber gewisse Ähnlichkeiten sind den Bildern dennoch nicht abzusprechen.


Anmerkungen

  • Obwohl ich schon seit 1995 Vegetarier bin, stach mir erst vor rund einem Jahr (2006) die Verbindung zum Holocaust ins Auge, kam mir von einem Tag auf den Anderen einfach so in den Sinn. Und je mehr ich darueber nachdachte, desto klarer wurden mir die Gemeinsamkeiten. Irgendwie dachte ich seitdem lange Zeit, dass dies eine ziemlich radikale Einstellung sei mit der ich wohl recht allein dastehen wuerde. Vor etwa drei Monaten stiess ich dann zum ersten Mal im Internet auf eine Kampagne, die genau dies thematisiert. Im Zuge der Ausarbeitung dieses Textes habe ich mich weiter mit dem Thema befasst und herausgefunden, dass die Vergleiche keineswegs neu sind, dass schon viele diese Schluesse gezogen haben und dass es schon diverse Kampagnen gab, die den juedischen Holocaust im zweiten Weltkrieg direkt mit dem heute taeglich stattfindenden Tier-Holocaust vergleichen. Zwar wurden auch immer mal wieder Rechtsmittel eingelegt gegen diese Aktionen, vornehmlich von juedischen Organisationen, aber wer moechte auch schon wahr haben, dass er durch sein Tun selbst fuer einen Holocaust verantwortlich ist.
Es gab und gibt zudem genuegend Gegenbeispiele:
Holocaust on your plate
Beispielswese scheute sich der juedische Autor Isaac Bashevis Singer (1902–1991), geboren und aufgewachsen in Polen, 1935 in die USA geflohen und Gewinner des Literatur-Nobelpreises 1978, nicht davor, eben diese Vergleiche zu ziehen. So sagt in seinem 1983 erschienenen Werk “Der Buesser“ der Protagonist: “Wenn es um Tiere geht, dann ist jeder ein Nazi.“ [62] Und in “Der Briefeschreiber” heisst es: “In Bezug auf Tiere sind alle Menschen Nazis; fuer die Tiere ist es ein ewiges Treblinka.”, wobei Treblinka hier das gleichnamige Konzentrations- bzw. Vernichtungslager im heutigen Ostpolen meint. [63]
Der suedafrikanische Autor und Literaturkritiker J.M. Coetzee, Gewinner des Literaturnobelpreises 2003, stellte im Februar 2007 ebenfalls diese Verbindung her. Er fuehrte aus, dass im Verhaeltnis des Menschen zu den Tieren etwas extrem falsch laeuft und dass es bereits eine riesige Warnung gab, die uns dies deutlich machen sollte: Die Idee (und Umsetzung jener), die industriellen Methoden der Viehhaltung und –schlachtung, wie sie in den Schlachthoefen Chicagos perfektioniert worden waren, auf Menschen zu uebertragen. [64]
Etliche weitere Philosophen und Schriftsteller sehen diesen Zusammenhang und die betreffenden Aktionen der Tierschutzorganisationen werden von diversen Prominenten unterstuetzt.
Ich fuehle mich daher in keinster Weise schlecht, diese Vergleiche zu ziehen. Ganz im Gegenteil. Gerade die Tatsache, dass sie mir ohne fremdes Zutun in den Sinn kamen, macht mich so sicher und ich empfinde es mehr als notwendig, jene Vergleiche mit diesem Text auch anderen Menschen aufzuzeigen. Wer die Gemeinsamkeiten nicht sieht ist in meinen Augen einfach nur ignorant, der will sie nicht sehen.
  • Stosse ich Menschen, die mich lieben, mit den Inhalten dieser Seite vor den Kopf? Ja! Bedauere ich das? Nein!
Habe ich Zweifel an meiner Entscheidung, auf alle Umlaute und auf das sz zu verzichten? Ja!
Habe ich Zweifel an meiner nicht gaenzlich negativen Einstellung zur Kernenergie? Ja!
Habe ich Zweifel ob Physik der richtige Studiengang fuer mich ist? Ja!
Habe ich Zweifel an meiner eigenen Existenz? Ja, sogar das manchmal!
Habe ich irgendwelche Zweifel daran, dass es falsch ist, bewusst fuehlende, leidensfaehige Lebewesen zu ermorden, um ihre Leichen zu verspeisen? Nein, nicht die geringsten! Soll endlich jeder wissen, wie sehr mich diese scheinheilige Gesellschaft ankotzt, in der man sich fuer so toll haelt, fuer so moralisch ueberlegen und weit entwickelt, in der man aber jeden Tag unsagbares Leid in Kauf nimmt, nur ’weil es doch so gut schmeckt’ das Fleisch.
Immer wieder lese ich im Internet Vorwuerfe, die Vegetarier wuerden sich fuer etwas Besseres halten und sie moegen doch bitte niemandem vorschreiben, was er zu essen habe. Was den Vegetariern da als Arroganz vorgeworfen wird, ist doch in Wirklichkeit der verzweifelte Versuch, Leben zu retten. Wenn zwei Skinheads auf einen am Boden liegenden Schwarzafrikaner eintreten und jemand kommt dazu und bittet sie, doch endlich damit aufzuhoeren, dann werden sie zu ihm vermutlich auch sagen: “Du haelst dich wohl fuer was Besseres, dass du uns hier vorschreibst, was wir zu tun und zu lassen haben.“
Sogar in Zeitungsartikeln habe ich jene Vorwuerfe schon gelesen. Wie kleine Kinder, die nicht einsehen wollen, etwas Falsches zu tun, kreischen sie herum. Wenn in Nigeria oder Saudi Arabien eine Frau zu Tode gesteinigt wird, weil sie sich hat ’vergewaltigen lassen’, dann heisst das wohl ausnahmslos niemand in unserer Gesellschaft gut. Wir wissen, dass es falsch ist. Und dennoch werfen uns die Menschen in diesen Laendern vor, arrogant zu sein, weil wir ihnen sagen wollen, was falsch und was richtig ist. So in etwa stellt sich auch die Relation der langjaehrigen Vegetarier zu den Fleischfressern dar.
Wenn also die Fleischfresser jetzt das Gefuehl gekriegt haben, ich wollte ihnen ein schlechtes Gewissen machen, dann trifft das den Nagel wohl ziemlich genau auf den Kopf, denn genau das sollten sie haben: Ein verdammt schlechtes Gewissen!
Und selbst wenn sich hundert Prozent der fleischfressenden Leser dieses Textes am Ende abwenden und sagen: “So ein Arschloch. Bezeichnet uns hier als Nazis, weil wir gern Schnitzel futtern.“, dann kennen sie jetzt wenigstens meine wahre Meinung und vielleicht, eventuell, hoffentlich denkt der Eine oder Andere doch noch mal nach ueber den ganzen Sachverhalt und wenn er am Ende seinen Fleischkonsum um nur 10% senkt, dann ist das schon ein Erfolg fuer mich, bedeutet ein Bisschen weniger Leid auf diesem Planeten und verschont jenen vor einem Klitzekleinbisschen Klima- und Umweltzerstoerung. Derjenige sollte sich dann nur immer bewusst sein, dass es noch nicht ausreicht, dass er die naechsten 10% in Angriff nehmen muss.
  • Alle Jubeljahre fragte mich mal jemand, ob es mich eigentlich stoert, dass alle um mich herum Fleisch essen bzw. ob es mich stoert, mit Fleischfressern am selben Tisch zu speisen und dergleichen. Bisher hab ich mich meist irgendwie um diese Frage herumgemogelt. Aber was glaubt ihr wohl …
Natuerlich widert es mich an, mit ansehen zu muessen, wie alle um mich herum getoetete Tiere verspeisen, wie sie sich daran laben ohne jedes schlechte Gewissen, wie sie sich beim Essen ueber den Geschmack und die Konsistenz der Leichen unterhalten und wie sie das alles auch noch fuer vollkommen normal halten koennen. Natuerlich finde ich es geradezu erschreckend, wenn selbst gute Freunde von mir das Unrecht nicht erkennen und keinen grossen Aenderungsbedarf sehen. Natuerlich hasse ich es, wenn selbst Menschen, die ich eigentlich liebe, dieser Doppelmoral verfallen, sich ueber Tierquaelerei in Form von Hundehaltung in Mietwohnungen oder ueber Walfang aufzuregen, bei der Haltung und Schlachtung ihres Futters aber konzentriert wegschauen.
Ja verdammt, natuerlich wuensche ich mir, dass es hier wie bei der Religionsgruppe der Sikh gehandhabt wuerde wenn Besuch kommt. Diese servieren naemlich nur vegetarische Kost wenn vegetarischer Besuch kommt oder solcher, dessen Ernaehrungsgewohnheiten sie noch nicht kennen, um diesen nicht zu beleidigen. Ja, natuerlich wuerde ich es gern sehen, wenn alle Leute in meinem Umfeld auch zu Vegetariern werden wuerden, wenn sie die gleichen ethischen Massstaebe anlegen wuerden an die Welt wie ich, wenn sie es auch als selbstverstaendlich erachten wuerden, dass man anderen Wesen die so empfinden koennen wie wir, nichts antut, das man nicht selbst von jemandem angetan haben wollte.
Natuerlich stelle ich mir bei meinen nichtvegetarischen Freunden die selbe Frage, die ich mir bei allen Fleischfressern stelle: “Sind sie nur ignorant oder sind sie wirklich so grausam?“ Es ist mir ziemlich egal, ob sich jetzt jemand davon beleidigt fuehlt, denn wenn ich das nicht endlich einmal sage bzw. hier aufschreibe, dann dreh ich irgendwann durch.
So, jetzt hab ich auch mal Dampf abgelassen. Danke.

Historisch bedeutsame Vegetarier

Im Folgenden noch eine kurze Liste beruehmter vegetarischer Persoenlichkeiten der Weltgeschichte. Im Internet gibt es weitaus umfassendere Listen. Hier nur jene, die ich persoenlich fuer irgendwie bedeutend halte in diesem Zusammenhang und von denen man es auch ziemlich genau weiss, in der jeweils gebraeuchlichsten / bekanntesten Schreibweise:

  • Pythagoras (592-493 v. Chr.)
  • Buddha (563-483 v. Chr.)
  • Sokrates (469-399 v. Chr.)
  • Platon (427-347 v. Chr.)
  • Aristoteles (384-322 v. Chr.)
  • Plutarch (125-46 v. Chr.)
  • Cicero, Marcus Tullius (106-43 v. Chr.)
  • Basilius der Grosse (329–379)
  • Franz von Assisi (1182–1226)
  • Leonardo da Vinci (1452-1519)
  • Voltaire, Francois de (1694-1778)
  • Rousseau, Jean Jacques (1712-1778)
  • Schopenhauer, Arthur (1788-1860)
  • Humboldt, Alexander von (1769-1859)
  • Lincoln, Abraham (1809-1865)
  • Darwin, Charles (1809-1882)
  • Tolstoi, Leo (1828-1910)
  • Busch, Wilhelm (1832-1908)
  • Twain, Mark (1835-1910)
  • Nietzsche, Friedrich (1844-1900)
  • Edison, Thomas (1847-1931)
  • Shaw, George Bernard (1865-1950)
  • Gandhi, Mahatma (1869-1948)
  • Schweitzer, Albert (1875-1965)
  • Morgenstern, Christian (1871-1914)
  • Einstein, Albert (1879-1955)
  • Kafka, Franz (1883-1924)
  • Heuss, Theodor (1884-1963)
  • Adorno, Theodor (1903-1969)

Eigentlich gebe ich nicht viel darauf, auch noch lebende, moderne ’Stars’ anzufuehren in so einer Liste, da jene nur allzu oft mit diesen Dingen aus reinem Kalkuel zu Werbezwecken ankommen. Aber natuerlich gibt es auch viele gute Beispiele darunter, also Prominente, die es wirklich ernst meinen. Nur zwei davon moechte ich hier nennen, da ich weiss, dass es da gewisse Fans in meinem engen Freundeskreis gibt:

Der eine ist Bryan Adams, der schon seitle="">[69] Im folgenden Eintrag in seinem ’journal’ vervolls praktischerweise fuer mich die Widerlegung des nervigen Gegenarguments, Gott haette uns die Tiere zum Essen gegeben: http://www.moby.com/jol verstoerten Mutter weggenommen, damit sie es nicht verletzt und musste dann mit dem Tierpfleger spielen, der gleich mit beruehmt wurde. Ja, OK, die Geschichte hat auch voellig davon abgelenkt, dass normalerweise die meisten Tierkinder in Zoos einfach umgebracht werden, weil nicht genuegend Platz fuer sie waere in den Gehegen. Aber Knut war doch soo niedlich.

Und manche Zoos, darunter leider auch wieder der Berliner Zoo, gehen sogar noch einen Schritt weiter in ihrer Profitgier. Sie zuechten bewusst zu viele Exemplare von bestimmten exotischen Spezies und verkaufen diese an spezielle Abnehmer, die sie umbringen und traditionelle chinesische Medizin (TCM) daraus machen. Im Falle des Berliner Zoos soll es sich dabei um eurnal/2001-02-28/vegan.html


Quellen

  1. “Tue Anderen nicht an, was dich aergern wuerde, wenn Andere es dir taeten.“, Sokrates
  2. “Soll ich mich Andern gegenueber nicht so verhalten, wie ich moechte, dass sie sich mir gegenueber verhalten?“, Platon
  3. Analekten des Konfuzius, 15, 23
  4. Shayast-na-Shayast 13, 29, Mittelpersische Schrift
  5. Al-Nawawi-Hadith Nr.13, leider eingeschraenkt
  6. Die Bibel, Matthaeus 7, 12
  7. Die Bibel, Matthaeus 19, 19
  8. Die Bibel, Lukas 6, 31
  9. Talmud, Shabbat 31a
  10. “Verletze andere nicht durch etwas, das du selbst verletzend faendest.“, buddhistische schriften, Udana-Varga 5.18
  11. “Tue Anderen nichts an, das dir Schmerz bereiten wuerde.“, vedische Schriften des Hinduismus, Maha bharata 5.1517
  12. “Handelsuebliche Ware“, Die Welt, 2007-03-23
  13. save the sheep, http://www.savethesheep.com/animals.asp
  14. PETA Deutschland
  15. “Global Warming: Methane,” U.S. Environmental Protection Agency, 8 Mar. 2006
  16. “Livestocks long shadow – environmental issues and options“, FAO, 11.2006
  17. “Sustainability of meat-based and plant-based diets and the environment”, David Pimentel, Marcia Pimentel, Department of Ecology and Evolutionary Biology, Cornell University, Ithaca, NY
  18. “Diet, Energy, and Global Warming”, Gidon Eshel, Pamela Martin, Earth Interactions, Vol. 10, pp. 1-17, March 2006, http://www-news.uchicago.edu/releases/06/060413.diet.shtml
  19. a b c d “Livestocks long shadow – environmental issues and options“, FAO, 11.2006, ftp://ftp.fao.org/docrep/fao/010/A0701E/A0701E00.pdf
  20. “Der Beitrag von Nitrat- und Ammoniakimmissionen zum Waldsterben“, Dipl.-Ing. Matthias Holzer, 1993, TU Muenchen
  21. ”Effect of Aquaculture on Global Fish Supplies”, Rosamund Naylor et al., Nature, 2000-06-29
  22. “Drugs used in the salmon farming industry”, David Suzuki Foundation, http://www.davidsuzuki.org/Oceans/Aquaculture/Salmon/Drugs.asp
  23. “The state of World Fisheries and Aquaculture”, 2006, FAO, March 2007
  24. Artikel in Science, Vol 314, 2006-11-03, auf heise.de, “Wozu Fangquoten? – Bei uns kommt der Fisch aus der Dose!“, Katja Seefeldt, 2006-11-03, http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23889/1.html
  25. “We feed the world”, Erwin Wagenhofer, Dokumentation, 2006
  26. Niederschlags- und Temperaturaenderung im Zeitraum 2071 bis 2100, Umweltbundesamt, in: “Wider den Weltuntergang“, Die Welt, 2007-02-03
  27. z.B. “Afrikas Fischindustrie in tiefer Krise”, vistaverde.de, 08.2005, http://www.vistaverde.de/news/Politik/0508/23_fischfang.php
  28. a b “Party size in Chimpanzees and Bonobos”, Chapman, Wright und Wrangham, 1994, in: Chimpanzee Cultures, Harvard Univ. Press
  29. ciao.de Testberichte zu Multivitaminsaeften, http://www.ciao.de/Multivitaminsaft_76865_4
  30. BBC World News online, 2002-12-15, http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/2526891.stm
  31. The Guardian, online news dated 2006-02-01, http://education.guardian.co.uk/higher/news/story/0,,1699276,00.html
  32. BBC World News online, 2006-03-14, http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/4801570.stm
  33. Homapage der ADA, http://www.eatright.org/
  34. CIA World Factbook, Canada + United States, https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/
  35. Die Bibel, 1.Mose (Genesis) 1.28-30, Einheitsuebersetzung, 1979
  36. “Endgueltige Ergebnisse der Bundestagswahl 2005 nach Wahlkreisen“, Statistisches Bundesamt
  37. GfK – Charity*Scope, http://fundraisingverband.de
  38. Focus, Nr. 10, 2001-03-05
  39. FORSA, Umfrage im Auftrag des Fernsehsenders RTL, 2001-01-25
  40. STERN, Nr. 48, 2000-11-23
  41. Hannoversche Neue Presse Nr. 28, 2003-02-28
  42. “Bevoelkerungsentwicklung 2005“, Statistisches Bundesamt
  43. ZMP, Agra-Europe 11 / 03, 2003-03-17
  44. Bundeshybridzuchtprogramm, http://www.bhzp.de/
  45. Planet Wissen: Fleisch, WDR, SWR, 2005, in Koproduktion mit: wellenreiter.tv GmbH, Koeln
  46. “Das Beurteilen von Formen, organischen Funktionen, Gewohnheiten und Ernaehrungsarten zeigen klar, dass die normale Nahrung des Menschen aus Fruechten besteht, wie es bei Anthropoiden und Menschenaffen der Fall ist, und dass unsere Eckzaehne weniger stark entwickelt sind als ihre. Wir sind nicht dazu bestimmt, uns mit wilden Bestien und fleischfressenden Tieren zu messen.“, Charles Darwin
  47. “The Comparative Anatomy of Eating”, Milton R. Mills, M.D.
  48. “Keine Tiere gibt es auf Erden und keinen Vogel, der mit seinen Schwingen fliegt, die nicht Geschoepfe wie wir sind.“, Sure 6/38, Koran in der von Murad Wilfried Hofmann im Jahr 1998 ueberarbeiteten und 2001 als 3. Auflage herausgegebenen Uebersetzung v. Max Henning aus dem Jahre 1901
  49. “Pain and stress in fish”, Bericht fuer das RSPCA, S.C. Kestin, Bristol University, April 1994
  50. “Distress in Animals: Is it Fear, Pain or Physical Stress?”, Temple Grandin, Mark Deesing, Department of Animal Science, Colorado State University, Fort Collins, Colorado, USA
  51. “Do fishes have nociceptors? Evidence for the evolution of a vertebrate sensory system“, Sneddon, Braithwaite, Gentle, Roslin Institute, Welfare Biology, Roslin, Midlothian EH25 9PS, UK & Division of Biological Sciences, Ashworth Laboratories, University of Edinburgh, Edinburgh EH9 3JT, UK
  52. “Kalorientabelle: Fleisch, Fisch“, NOVAfeel, http://www.novafeel.de/
  53. a b “Gene-culture coevolution between cattle milk protein genes and human lactase genes“, Nature Genetics, 2003-11-23, via http://science.orf.at/science/news/96978
  54. Ich selbst hatte vor einigen Jahren einen Calciumoxalat-Nierenstein, der aus der Verbindung von Calcium (z.B. aus Milch) und Oxalsaeure (z.B. aus Spinat, Rhabarber etc.) entsteht.
  55. “Lampshade Myth?“, Dan Alban, 2005, The Record, Harvard Law School, http://media.www.hlrecord.org/media/paper609/news/2005/11/10/Opinion/Books.Bound.In.Human.Skin.Lampshade.Myth-1054759.shtml
  56. http://www.straightdope.com/columns/040604.html
  57. “Tibetan Double Skull Hand Drum 'Damaru'“, British Antique Dealers Association, Finch & Co dealer stock details
  58. List of human remains held at the British Science Museum, September 2006
  59. “Countries by commodity“, FAO Statistics Division, Daten von 2005
  60. “Indisputable evidence gathered of widespread cruelty to Australian animals in the Middle East.”, Animals Australia, 03.2006, http://www.animalsaustralia.org/media/press_releases.php?release=55
  61. Southampton University study in 2006, in BBC News, 2006-12-15, http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/6180753.stm
  62. “The Penitent”, Singer, Isaac Bashevis; uebersetzt von R.Bansen vom Originaltext: “when it comes to animals, every man is a Nazi.”
  63. “Eternal Treblinka”, Patterson, Charles; uebersetzt von R.Bansen vom Originaltext: “In relation to (animals), all people are Nazis; for the animals, it is an eternal Treblinka” aus “The Letter Writer”
  64. “Exposing the beast: factory farming must be called to the slaughterhouse”, J.M. Coetzee, The Sydney Morning Herald, February 22, 2007, http://www.smh.com.au/news/opinion/factory-farming-must-be-called-to--slaughterhouse/2007/02/21/1171733846249.html
  65. Interview der Animal Lib. Australia im Jahr 2000, http://www.badfan.info/reviews/Bryan_Adams-interview_Animal_Liberation(Australia)-June2000.htm
  66. moby.com journal, 2007-03-20, http://www.moby.com/journal/2007-03-20/you_want_hear_funny_story.html
  67. BBC Interview, 2003-04-29, http://www.bbc.co.uk/pressoffice/pressreleases/stories/2003/04_april/29/moby.shtml
  68. moby.com journal, 2002-01-20, http://www.moby.com/journal/2002-01-20/being_vegan_kicks_ass.html
  69. moby.com journal, 2001-02-28, http://www.moby.com/journal/2001-02-28/vegan.html
  70. environmentalgraffiti.com, "Berlin Zoo Director Accused of Selling Animals for Asian Medicine", 2008-03-25, http://www.environmentalgraffiti.com/ecology/berlin-zoo-director-accused-of-selling-animals-for-chinese-medicine/961
  71. E.Stehfest et al., "Climate benefits of changing diet", Netherlands Environmental Assessment Agency, 2009-02-12, http://www.springerlink.com/content/053gx71816jq2648/ & http://www.pbl.nl/en/publications/2009/Climate-benefits-of-changing-diet.html
  72. Hessischer Rundfunk, "Analogkaese am Pranger", 2009-05-13, http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&key=standard_document_36990008
  73. Ich komme Nebenjob-bedingt mit einer grossen Vielzahl Foerderprogrammen in Kontakt und dort sind Milchersatzprodukte generell von einer Foerderung ausgenommen.
  74. Beitrag auf der Website "ernaehrungs.info", 2005-03-30, (Website scheint mittlerweile offline zu sein)
  75. Newsletter of the International Network of Engineers and Scientists for Global Responsibility (INES), Ausgabe 60, Oktober 2009, S.6
  76. "Neuer Atem fuer marine Todeszonen", Spektrum der Wissenschaft, April 2007, S.51


Weitere genutzte, aber nicht direkt verlinkte Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Abolitionismus ; http://de.wikipedia.org/wiki/Adipositas ; http://de.wikipedia.org/wiki/Adorno ; http://de.wikipedia.org/wiki/Allesfresser ; http://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles ; http://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Schopenhauer ; http://de.wikipedia.org/wiki/Basilius_der_Große ; http://de.wikipedia.org/wiki/Calcium ; http://de.wikipedia.org/wiki/Calcium ; http://de.wikipedia.org/wiki/Cholesterol ; http://de.wikipedia.org/wiki/Cobalamine ; http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenmangel ; http://de.wikipedia.org/wiki/Fische ; http://de.wikipedia.org/wiki/Fleischfresser ; http://de.wikipedia.org/wiki/Goldene_Regel ; http://de.wikipedia.org/wiki/Koronare_Herzkrankheit ; http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Buchenwald ; http://de.wikipedia.org/wiki/Laktoseunvertraeglichkeit ; http://de.wikipedia.org/wiki/Lew_Nikolajewitsch_Tolstoi ; http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Tullius_Cicero ; http://de.wikipedia.org/wiki/Mohandas_Karamchand_Gandhi ; http://de.wikipedia.org/wiki/Pflanzenfresser ; http://de.wikipedia.org/wiki/Platon ; http://de.wikipedia.org/wiki/Sklaverei ; http://de.wikipedia.org/wiki/Systematik_(Biologie) ; http://de.wikipedia.org/wiki/Testosteron ; http://de.wikipedia.org/wiki/Tiger ; http://de.wikipedia.org/wiki/Überfischung ; http://de.wikipedia.org/wiki/Vegetarismus ; http://de.wikipedia.org/wiki/Vernichtungslager_Treblinka ; http://de.wikipedia.org/wiki/Westafrika ; http://de.wikipedia.org/wiki/Zarathustra ; http://de.wikipedia.org/wiki/Zoo ; http://en.wikipedia.org/wiki/Abraham_Lincoln ; http://en.wikipedia.org/wiki/Albert_Schweitzer ; http://en.wikipedia.org/wiki/Animal_rights_and_the_Holocaust ; http://en.wikipedia.org/wiki/Anthropodermic_bibliopegy ; http://en.wikipedia.org/wiki/Bryan_Adams ; http://en.wikipedia.org/wiki/Charles_Darwin ; http://en.wikipedia.org/wiki/Christian_Morgenstern ; http://en.wikipedia.org/wiki/Edison ; http://en.wikipedia.org/wiki/Einstein ; http://en.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Nietzsche ; http://en.wikipedia.org/wiki/Gautama_Buddha ; http://en.wikipedia.org/wiki/Kafka ; http://en.wikipedia.org/wiki/Mark_Twain ; http://en.wikipedia.org/wiki/Moby ; http://en.wikipedia.org/wiki/Paul_McCartney ; http://en.wikipedia.org/wiki/SHBG ; http://en.wikipedia.org/wiki/Theodor_Heuss ; http://en.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch


Web-Empfehlungen

Speziesismus und Tierrechte

  • Menschen fuer Tierrechte - Engagement gegen Tierversuche mit vielen Aktionen zum selber Mitmachen:
http://www.tierrechte.de/
  • animal-holocaust - Deutschsprachige Website zum Thema Tier-Holocaust:
http://animal-holocaust.net/
  • ECEAE - Europaeische Koalition zur Beendigung von Tierversuchen:
http://www.eceae.org/
  • End EU animal tests - EU-Petition zur Ersetzung von Tierversuchen durch andere Methoden:
http://www.endeuanimaltests.org/
  • Homepage von Helmut F. Kaplan - Kaplan ist einer der beruehmtesten Vorkaempfer fuer Tierrechte in Europa:
http://www.tierrechte-kaplan.org/
  • Arbeitskreis Tierrechte und Ethik - Serioese Seite zum Thema Tierrechte, Ethik und philosophische Grundlagen der Tierrechtsbewegung:
http://www.tierrechteportal.de/
  • antiSpe - Alles ueber Anti-Speziesismus inklusive diverser Essays zum Thema:
http://antispe.de/
  • vegane Gesellschaft - Dokumentation des steinigen Weges in die Vegane Gesellschaft:
http://vegane-gesellschaft.de/
  • anti speziesismus - Weitere Webseite, die sich mit dem Phaenomen des Speziesismus befasst:
http://www.anti-speziesismus.de/
  • Maqi - Fuer Tierrechte, gegen Speziesismus - Artikel, Bilder, Rezepte, Foren:
http://maqi.de/
  • gegen Speziesismus - Website der AntiSpeziesistischen TierrechtsInitiative:
http://www.gegen-speziesismus.de/
  • Jesus war Vegetarier - Vegetarismus aus der christlichen Perspektive
http://www.jesusveg.de/
  • IslamVeg - Vegetarismus aus der muslimischen Perspektive
http://www.islamveg.de/
  • tierrechte-tv - Text zu der Frage: Tierrechte - warum?:
http://www.tierrechte-tv.de/Tierrechte/tierrechte.html
  • die tierbefreier e.V. - Alteingesessener und sehr aktiver Tierbefreiungs-Verein:
http://www.tierbefreier.de/
  • Free Animal e.V. - Asylprojekt fuer geschundene Tiere, die der Toetungsmaschinerie entkommen konnten:
http://www.freeanimal.de/
  • Tierrechtstermine - Genau das, was der Name sagt:
http://www.tierrechtstermine.de/
  • Verein gegen Tierfabriken - Aktiver Schweizer Verein gegen Massentierhaltung:
http://www.vgt.ch/
  • PROVIEH - Verein gegen tierquaelerische Massentierhaltung:
http://www.vgtm.de/
  • soylent network - Tiefgruendige Betrachtungen zum Thema Tierrechts-Ethik plus diverse Materialien wie Fotos, Videos, Flyer und Poster:
http://www.soylent-network.com/


Videos

http://dl.veg-tv.info/Earthlings.avi
  • VEG-TV.INFO - Grosse, gut sortierte Sammlung von Dokus zum Downloaden:
http://veg-tv.info/
  • PETA Deutschland bei YouTube - Alle von PETA in Deutschland veroeffentlichten Filme als YouTube Videos:
http://www.youtube.com/profile?user=PETADeutschland
  • MEAT.ORG - Meet your meat! (Englisch):
http://www.meat.org/


Jagd, Fischen, Wolle und Milch

  • Fischen tut weh - Tierrechte-Seite zur Aufklaerung ueber Leben und Fang von Fischen mit Listen wie "10 Gruende keinen Fisch zu essen":
http://www.fischen-tut-weh.de/
  • Fishing hurts - Englischsprachiges Pendant zu 'Fischen tut weh':
http://www.fishinghurts.com/
  • Tatort Wald - Eine Anti-Jagd-Seite des 'Natur ohne Jagd e.V.':
http://www.tatort-wald.de/
  • Wir Fuechse - Aufklaerung ueber Fuechse sowie Infos zur Jagd auf Fuechse und auf Tiere allgemein:
http://www.wir-fuechse.de/
  • Der Lusttoeter - Massaker in Wald und Flur; Bilder eines blutigen Hobbys:
http://www.lusttoeter.de/
  • Zwangsbejagung ade - Initiative gegen die Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften fuer Grundstueckseigentuemer:
http://www.zwangsbejagung-ade.de/
  • Rettet-die-Schafe.de - Aufklaerung ueber die Haltung von Schafen, ueber Wollgewinnung und diverse Kampagnen:
http://www.rettet-die-schafe.de/
  • SaveTheSheep.com - Englischsprachiges Pendant zu Rettet-die-Schafe.de
http://www.savethesheep.com/
  • Milch macht krank - Eine Webseite fuer Laktose-Intolerante:
http://www.milchmachtkrank.de/
  • MilkSucks.com - Englische Webseite gegen den Konsum von Milch und Milchprodukten:
http://www.milksucks.com/


Allgemeine Vegetarier- und Veganer-Seiten

  • Vegetarismus.ch - Das meiner Ansicht nach beste deutschsprachige Portal fuer Vegetarier; hier gibt's alles:
http://www.vegetarismus.ch/
  • Vegetarier.net - Das komplette Rundum-Angebot fuer Vegetarier und solche, die es werden wollen:
http://www.vegetarier.net/
  • Vegan.at - Gutes (oesterreichisches) Portal zum Thema Veganismus:
http://www.vegan.at/
  • vebu - Homepage des Vegetarier-Bund Deutschlands e.V.:
http://www.vegetarierbund.de/
  • VeganHealth.org - Alles, was man als Veganer ueber eine gesunde vegane Ernaehrung wissen muss:
http://www.veganhealth.org/
  • vitavegetare.de - Meetingpoint fuer Vegetarier und Veganer; Foren, Blogs, Ernaehrungstipps:
http://www.vitavegetare.de/
  • GoVeg.com - Englischsprachige Seite zum Thema 'Vegetarier werden':
http://goveg.com/
  • EarthSave - Amerikanische Webseite zur Rettung des Planeten durch Umstellung unserer Ernaehrung:
http://www.earthsave.org/
  • tierschutzinfo.de - Linksammlungen zu Themen wie Tierrechte, Ernaehrung, Oekologie etc.:
http://www.tierschutzinfo.de/
  • Veganismus - Anlaufstelle fuer deutsche Veganer; Fakten, Argumente, Informationen:
http://veganismus.de/
  • berlinvegan - Anlaufstelle fuer Veganer in Berlin und Umgebung:
http://www.berlin-vegan.de/
  • PETA - Deutsche Hauptseite der People for the Ethical Treatment of Animals:
http://www.peta.de/
  • AttilaHildmann.com - Gut gemachte Website eines Berliner Veganers, mit eigenen Rezepten, Kochshows und -kursen u.v.m.:
http://www.attilahildmann.com/
  • A Vegan Called Bacon - Sehr schoener Blog mit vielen interessanten veganen Rezepten:
http://www.whixey.com/avegancalledbacon/
  • EVU - Europaeische Vegetarier Union:
http://www.euroveg.eu/
  • IVU - Internationale Vegetarier Union:
http://www.ivu.org/
  • v-label.info - Informationen zum einheitlichen Vegetarier-Logo der EVU:
http://www.v-label.info/
  • Aktion-Umwelt - Veganes Netzwerk:
http://www.aktion-umwelt.de/
  • Tierrechtskochbuch - Gutes kostenloses veganes Kochbuch zum Downloaden mit vielen leckeren und vor allem einfachen Gerichten:
http://tierrechtskochbuch.de/
  • Veggieportal - Schoen gemachte Veggie-Website mit allgemeinen Infos, aktuellen News und vielen Rezepten:
http://www.veggieportal.de


Vegetarische und Vegane Shops im Internet

  • Vegan Versand - Wie der Name schon sagt:
http://www.vega-trend.de/
  • smilefood - Gut sortierter Veganshop:
http://www.smilefood.de/
  • Radix - Versand fuer vegane Produkte:
http://www.radix-versand.de/
  • VIANA store - Stylischer Veganversand mit eher beschraenktem Angebot:
http://www.vianastore.de/
  • alles-vegetarisch.de - Vegetarischer Online-Shop:
http://www.alles-vegetarisch.de/
  • Veganic - Veganshop:
http://www.veganic.de/
  • Vegane Zeiten - Vegane Schuhe und andere Bekleidung:
http://www.vegane-zeiten.de/

 

 


Disclaimer   |   Stand: 2010.03.14   |   Kontakt: veg marsmanrom.de