"Warum bist du eigentlich Vegetarier/Veganer?"
Vorwort“Warum bist du eigentlich Vegetarier?“ Wie oft habe ich diese Frage nun schon gehoert, seit ich im Sommer 1995 dem Fleischkonsum abgeschworen habe. Wie oft habe ich den Leuten nun schon erklaeren muessen, dass dies eine ganze Reihe von Gruenden hat und wie oft habe ich nun schon versprochen, dass ich all diese Gruende eines Tages niederschreiben werde. Dies soll im Folgenden nun endlich geschehen, um euch, wer auch immer ihr seid, meine Sicht auf die Dinge verstaendlich zu machen. Wenn ihr den Text bis zum Ende lest, werdet ihr hoffentlich verstehen, warum ich die Frage selbst im Prinzip fuer falsch halte, warum ich denke, dass eigentlich ich derjenige sein muesste, der die Leute fragt: “Warum bist du eigentlich kein Vegetarier?“ Viel, sehr viel wurde schon ueber dieses Thema geschrieben. Seit mittlerweile Jahrtausenden diskutiert die Bildungselite der Welt darueber, nicht nur in Europa, sondern in allen hoeheren, wehrtebestimmten Kulturen der Erde. Viele schlaue Menschen haben einen Anfang gemacht, sind mit gutem Beispiel voran gegangen, haben Versucht, Vorbild zu sein. Leider liess sich Otto-Normalbuerger bisher nicht davon ueberzeugen. Absolut betrachtet ist vielmehr alles noch schlimmer geworden durch die starke Zunahme der Bevoelkerung und den stark angestiegenen Fleischkonsum eben dieser. Was ist das Hoechste, das die menschliche Zivilisation bisher erreicht hat? Keine einfach zu beantwortende Frage. Ist es die Erfindung des Rades? Ist es die Landung auf dem Mond? Der Ackerbau, das Auto oder der Computer? Ist es die Musik oder Malerei? Meiner Ansicht nach ist es die Ethik und das, obwohl (oder gerade weil) sich jene wohl am Langsamsten weiterentwickelt. Aber sie tut es und auch deren Entwicklung hat sich, wie alles andere auch, seit der Industrialisierung stark beschleunigt. Noch vor 150 Jahren war es nichts Besonderes, wenn sich zwei Maenner duellierten, auf Leben und Tod. Es war gesellschaftlich akzeptiert. Heute unvorstellbar, dass zwei stark zerstrittene Maenner auf der Strasse Waffen ziehen und sich gegenseitig versuchen zu ermorden .. zum Glueck. Diesen Text zu verfassen fiel mir nicht leicht. Es hat verdammt lange gedauert und viel Muehe gemacht. Durch Hunderte von Internetseiten, Studien und wissenschaftlichen Artikeln habe ich mich gelesen und mir dutzende Filme und Videoclips zu Gemuete gefuehrt. Mehr als einmal haette ich mich dabei fast uebergeben muessen und musste das Abspielen der Aufnahmen abbrechen. Ich selbst habe bei der ganzen Sache auch viel Neues dazugelernt, viele Einsichten erhalten, Zusammenhaenge erkannt und etwaige Tatsachen in Frage gestellt. Der Text variiert in seiner Schreibweise, je nachdem in welcher Stimmung ich gerade war, also bitte nicht wundern, wenn auf einen eher lustig geschriebenen Abschnitt ein todernster folgt. Da mich das Thema meist sehr aufgewuehlt hat, moechte ich auch gleich im Voraus um Entschuldigung bitten, falls sich jemand massiv angegriffen, verletzt oder beleidigt fuehlt. Es ist nicht mein Anliegen, Leuten weh zu tun mit diesem Text, sondern ihnen die Realitaet in der wir leben vor Augen zu fuehren und diese in Frage zu stellen. Meist habe ich mich bemueht, so viel wie moeglich bzw. noetig mit Quellen zu belegen. Hin und wieder hatte ich aber auch schlichtweg keine Lust, so dass es ein paar ’quellenfreie’ Abschnitte gibt. Sollte jemand spezielle Daten in Zweifel ziehen, so mache ich mich aber gern noch einmal auf die Suche nach entsprechenden Quellen. Der Text ist aus meiner hiesigen, deutschen und europaeischen Perspektive geschrieben und mir ist klar, dass er damit nicht jedem Erdenbuerger gerecht werden kann. Waehrend sich Suedamerikaner ob ihres exorbitanten Rindfleischkonsums vermutlich noch ganz gut identifizieren koennen mit den europaeischen Essgewohnheiten, ist dies z.B. fuer Ostasiaten sicher weniger einfach. Es macht fuer mich allerdings keinen Unterschied, ob wir Rinder, Wale, Huehner oder Fische essen und ich hoffe, diesen Standpunkt im Laufe des Textes genauer darlegen zu koennen. Urspruenglich habe ich all dies Anfang 2007 zusammengeschrieben und im Maerz 2007 erstmals online gestellt. Die letzte signifikante Ueberarbeitung fand im Oktober 2009 statt, im Zuge der Uebersetzung der gesamten Seite ins Englische. Ich werde versuchen, die sich von Zeit zu Zeit aendernden Links aktuell zu halten. Der jeweilige Stand der letzten Ueberarbeitung kann ganz am Ende dieser Website unten abgelesen werden. Noch viel viel viel mehr haette ich schreiben koennen, denn jede Antwort warf neue Fragen auf und jede Frage lieferte mehrere Antworten. Immer wieder neue Gedanken kamen mir und gern wuerde ich auch diese irgendwie alle festhalten und mit meinen Mitmenschen teilen, aber die Gedankenwelt ist halt fluechtig. Vieles vergass ich wieder. Vieles habe ich auch bewusst nicht niedergeschrieben, weil es den Text nur noch laenger gemacht haette und viele Gedanken habe ich nicht weiterverfolgt, um mich nicht zu sehr in Details zu verlieren. Ich hoffe das Resultat ist lesbar und verstaendlich und vor Allem in der Lage, meine Gedanken zu transportieren.
Sinnvoll ist es sicherlich auch, das Werk nicht an einem Stueck zu lesen, sondern zwischen den Abschnitten Pausen einzulegen. Ich weiss, der Text ist lang. Aber gerade die, die sich beim ersten Blick gedacht haben: “Oh man, ist das viel. Da hab ich aber gar keinen Bock drauf.“ sollten ihn lesen, zumindest wenn sie Fleisch-(und Fisch-)fresser sind. Was is(s)t ein Vegetarier / Veganer?“Die Deutsche Rechtschreibung“ des Duden-Verlags liefert zu dieser Frage:
Das klingt ja fast so, als waere ein Bisschen Fleisch schon erlaubt. Schauen wir unter:
Dies wird dem Ganzen irgendwie noch immer nicht gerecht. Zum Vergleich ein Blick auf:
Ich muss an dieser Stelle den Duden heftig kritisieren fuer die unzureichenden und ungenauen Angaben. Das Wort Vegetarier leitet sich vom lateinischen vegetus ab, das in etwa so viel wie ganz, gesund, frisch oder lebendig bedeutet. Heute definiert sich der grosse Oberbegriff Vegetarismus durch die Vermeidung jeglicher Produkte, fuer die ein Tier getoetet werden muesste, sprich auf alle Arten von Fleisch, Fisch und Innereien sowie auch tierische Fette und Gelatine. Fischessende Vegetarier gibt es nicht, hat es nie gegeben und wird es nie geben, auch wenn immer mal wieder Menschen das Gegenteil behaupten. Vegetarier lassen sich in vier Hauptkategorien einteilen:
Seit ich 1995 zum Vegetarier wurde, war ich stets Ovo-lacto-Vegetarier und hatte nie Probleme damit. Mit den Jahren nahm mein Konsum von Milch, Eiern und Produkten aus jenen jedoch bestaendig ab und mittlerweile bin ich vollstaendiger Veganer, zumindest in Deutschland, da es sehr schwierig sein kann, in fremden Umgebungen vegan zu leben. Eine Frage der EthikDer absolute Hauptgrund fuer mich und die meisten anderen Vegetarier liegt in der ethischen Problematik. Selbst wenn es keinen der anderen Gruende gaebe, so waere dieser schon mehr als ausreichend um sofort jeglichen Fleischkonsum einzustellen.
Beginnen wir mal mit der Grundlage jeder Ethik, auch als ’Goldene Regel’ bekannt:
Dieser so beruehmte Spruch vereint in sich alles, was an Ethik wirklich wichtig ist. In der einen oder anderen Art hat praktisch jede groessere Religion auf diesem Planeten (und viele kleinere auch), jede philosophische Stroemung und jede hoehere Kultur irgendwann diesen Satz formuliert. Er findet sich in einer Vielzahl griechischer Texte [1] [2] ebenso wie in den Niederschriften des Konfuzius [3] oder der Zoroastrier [4]. Die wichtigsten Werte der drei grossen Weltreligionen Islam [5], Christentum [6] [7] [8] und Judentum [9] lassen sich zu weiten Teilen darauf reduzieren, der Buddhismus fusst massgeblich darauf [10] und sogar in den insgesamt sehr blutigen vedischen Schriften des Hinduismus laesst er sich finden. [11] Die allgemeine Erklaerung der Menschenrechte und so ziemlich alle modernen Rechtssysteme bauen auf diesem Prinzip auf. Es ist die logische Konsequenz aus der menschlichen Faehigkeit zum abstrakten, vorausschauenden Denken und sich in die Lage anderer Individuen zu versetzen.
Und nun zum springenden Punkt: Aufbauend auf diesen in fruehester Kindheit erlernten Erkenntnissen und Prinzipien, scheut sich der Mensch eigentlich generell davor, Leben zu nehmen. Das Leben ist schliesslich das hoechste Gut, das ein Lebewesen besitzt. Etwas Entscheidenderes als das Leben kann man niemandem nehmen. Drueckt man nun also einem Menschen, der nie zuvor Leben genommen hat, ob von Mensch oder Tier, ein Messer in die Hand und sagt: “Hier, schlachte die Kuh! Schneid ihr einfach die Kehle durch.“, dann wird er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zoegern, wird es ohne ’Ermutigungen’ wohl ueberhaupt nicht tun. Hat er es dann schliesslich getan, wird er auch zweifelsohne dieses beklemmende Gefuehl im Bauch haben. Selbst wenn man ihn noch so sehr dafuer lobt und ihm einredet, er koenne stolz sein auf seine erste Schlachtung, so wird doch nach dem ersten Mal tief drinnen dieses Gefuehl sein, etwas Falsches getan zu haben. Und hat derjenige zuvor auch noch nie einer Schlachtung beigewohnt, so muss er sich wahrscheinlich sogar uebergeben, wenn das arme Tier langsam roechelnd verreckt. Schlachter Krause, Butcher Harris, Kasap Ahmed oder Wú tú hù werden demjenigen dann wohl auf die Schulter klopfen und sagen: “So ging es mir beim ersten Mal auch.“ Auf einem scheinbar ganz anderen Gebiet lassen sich interessanterweise exakt dieselben Verhaltensweisen feststellen: Krieg. Seit Jahrtausenden gibt es nun Erzaehlungen, Berichte und Geschichten von, mit und ueber Soldaten, die diese Erfahrungen machten. Hunderttausendfach in moderner Literatur und in tausenden von Filmen wurde dies verarbeitet, dieses schlechte Gefuehl, das Menschen in sich verspueren, nachdem sie zum ersten Mal das Leben eines anderen Menschen genommen haben. Diese innere, ethische Barriere, die einen davon abhalten soll das Schlimmste zu tun, was man einem Menschen tun kann, ihm sein Leben zu nehmen. … Und hat derjenige zuvor auch noch nie einer Toetung beigewohnt, so muss er sich wahrscheinlich sogar uebergeben, wenn die Person langsam roechelnd verreckt. Kamerad Krause, Comrade Harris, yazgý arkadaþý Ahmed oder Wú tóng zhì werden demjenigen dann wohl auf die Schulter klopfen und sagen: “So ging es mir beim ersten Mal auch.“ … Ein weiterer Denkansatz: Zeigt man den Menschen in unserer Gesellschaft Videos (vorzugsweise ohne Kommentare, aber mit Ton) von der Haltung, Toetung und Zerstueckelung von Kuehen und Schweinen, so wendet sich eine grosse Mehrheit von Menschen sofort davon ab, findet es eklig, will es nicht sehen, schaut weg oder fuehlt sich gar angegriffen, wird agressiv und beleidigend. Eine eigentlich nicht schwer zu erklaerende Reaktion: Diese ’grosse Mehrheit’ hat nie in ihrem Leben selbst solche Tiere toeten muessen und hat in den meisten Faellen auch nie dabei zugesehen. Die oben erwaehnte ’innere ethische Barriere’ musste nie ueberschritten werden. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes noch nicht verroht. Da ist tief drinnen dieses Gefuehl, dass es nicht richtig ist, auch wenn man es verdraengt, wenn man vielleicht das genaue Gegenteil gelernt hat, sein Leben lang ’Fleisch’ oder 'Fisch' verspeist hat, dieses rote, schwarze, graue und braune Zeug, das es im Supermarkt gibt und auf dessen Packungen oft diese froehlich dreinblickenden Tierchen abgebildet sind. In den meisten Faellen endet die Geschichte damit, dass sich die betreffende Person im Handumdrehen wieder einredet, dass das schon OK sei, da wir ja den Tieren ueberlegen sind .. oder wegen des Rechts des Staerkeren .. oder weil es ja immer so war .. oder weil es gottgegeben ist .. oder weil es die Tiere ja selbst machen .. oder weil unsere Vorfahren ja auch Fleisch gegessen haben oder…. Jeder findet da eine eigene Variante, damit umzugehen, eine eigene ’Ausrede’. Ausreden zum Ueberwinden dieser inneren Barriere hat es immer viele gegeben:
Auch in den Schulen von Platon und Aristoteles gab es eine ganze Reihe vegetarischer Vertreter. Der roemische Politiker und Philosoph Cicero schrieb:
Spaetestens mit dem Niedergang des roemischen Reiches ging auch die Bildung in Europa im Schnitt stark zurueck und der Vegetarismus beschraenkte sich ueber Jahrhunderte auf Einzelpersonen. Der heilige Franz von Assisi stellte fest:
Und Leonardo da Vinci gab zu Protokoll:
Erst Anfang des 19. Jahrhunderts breitete sich die Idee von der vegetarischen Ernaehrung in etwas groesseren Kreisen aus, die anfangs vor allem in Grossbritannien damit begannen, Vegetariervereine zu gruenden. Ende des Jahrhunderts waren bereits tausende mehr oder weniger bedeutende Leute zum Vegetarismus ’konvertiert’ und auch in anderen europaeischen Laendern entstanden mehr und mehr Vegetariervereinigungen. Ein Grossteil dieser modernen Vegetarierbewegung berief sich von Beginn an auf Frieden, Humanismus und Aufklaerung, aber auch auf gesundheitliche Aspekte. Viele bedeutende Philosophen, Schriftsteller und Wissenschaftler befassten sich mit diesen Themen. Im Folgenden ein paar vielsagende Zitate: Wilhelm Busch (1832–1908): “Wahre menschliche Kultur gibt es erst, wenn nicht nur die Menschenfresserei, sondern jeder Fleischgenuss als Kannibalismus gilt.“ Leo Tolstoi (1828–1910): “Solange es Schlachthaeuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.“ Mahatma Gandhi (1869-1948): “Ich glaube, dass geistiger Fortschritt an einem gewissen Punkt von uns verlangt, dass wir aufhoeren, unsere Mitlebewesen zur Befriedigung unserer koerperlichen Verlangen zu toeten.“ Franz Kafka (1883-1924): “Nun kann ich euch in Frieden betrachten; ich esse euch nicht mehr.“ [Beim Betrachten von Fischen in einem Aquarium] Albert Einstein (1879-1955): “Rein durch ihre physische Wirkung auf das menschliche Temperament wuerde die vegetarische Lebensweise das Schicksal der Menschheit aeusserst positiv beeinflussen koennen.“ Theodor W. Adorno (1903–1969): “Auschwitz faengt da an, wo einer im Schlachthof steht und sagt, es sind ja nur Tiere.“ Bezeichnend ist auch, wie sich Alexander von Humboldts folgende Prophezeiung spaetestens mit dem zweiten Weltkrieg und dem damit einhergehenden Holocaust bewahrheitete:
Eine grosse, ins Auge stechende Analogie ergibt sich auch zur Sklaverei. Denn was, wenn nicht Sklaven, sind die Millionen und Abermillionen von Legehennen und Milchkuehen, die Tag und Nacht mit ihrer ganzen Existenz nur dem Menschen zu dienen haben, anstatt in der freien Natur jenen Dingen nachzugehen, fuer die sie geschaffen bzw. geboren wurden. Genau wie frueher die Sklaven haben sie einen Besitzer, dem sie auf ewig gehoeren und an den auch all ihre Nachkommen fallen. Er kann entscheiden, was mit ihnen geschieht, kann sie bestrafen und sogar toeten. Als Begruendungen werden angefuehrt, dass die Tiere weniger Wert seien als die Menschen, auf einer anderen evolutionstechnischen Stufe stehen, duemmer sind oder auch einfach nur ’anders’ sind als wir. Von den schwarzen Sklaven wurde auch immer behauptet, sie seien eigentlich keine Menschen, seien unterentwickelt, dumm und einfach anders. In Bezug auf die Schwarzen nennen wir das heute Rassismus. In Bezug auf die Tiere nennt man es Speziesismus und ich bin fest davon ueberzeugt, dass dieser in Zukunft einmal den gleichen rechtlichen Status erhalten wird, wie ihn heute der Rassismus hat, der aus gutem Grund in der allgemeinen Erklaerung der Menschenrechte ebenso wie in unserem Grundgesetz verboten ist. Wurden die Sklaven nicht in Massen auf riesigen Schiffen unter elendsten Bedingungen in die Neue Welt transportiert? Sind nicht rund 15% der Sklaven auf diesen Transporten ums Leben gekommen und wurden ueber Bord geworfen? [12] Werden heute nicht in Massen Schafe und Rinder auf riesigen Schiffen unter elendsten Bedingungen von Australien in den Nahen Osten transportiert? Sterben nicht rund 10% der Schafe auf diesen Transporten und werden ebenfalls ueber Bord geworfen? [13] Waren es nicht am Anfang nur einzelne Leute, die den Sklavenhandel in Frage gestellt haben? Waren es nicht anfangs nur Wenige, aus der sozialen Oberschicht stammend, die sich fuer eine Abschaffung der Sklaverei eingesetzt haben? Und wurden es nicht immer mehr? Waren es nicht am Anfang der Vegetarierbewegung, im 19. Jahrhundert, nur einzelne Leute aus der sozialen Oberschicht, die den Verzehr von toten Tieren in Frage gestellt haben und sich fuer eine Abschaffung aussprachen? Und wurden es nicht immer mehr? Sind es mittlerweile nicht Millionen Menschen allein hier in Deutschland?
Bestimmt hat jeder schon mal einer Katze zugeschaut, wie sie sich auf dem Boden hin und her raekelt und wie sie es geniesst, wenn man sie streichelt. Genau wie ein Mensch. Wie viel Freude empfinden Hunde, wenn man mit ihnen spielt oder sie mit anderen, befreundeten Hunden herumtoben koennen. Denkt denn niemand daran, dass Kuehe, Schweine und Huehner genauso empfinden, dass auch sie es geniessen, wenn man sie streichelt oder Freude empfinden, wenn sie in Gesellschaft sind? Daran, dass auch sie all diese nur allzu menschlichen Gefuehle haben? Wir fiebern in Filmen mit Tieren wie Schweinchen Babe oder Huendchen Benji bei ihren Abenteuern mit, weil wir uns in sie hineinversetzen koennen. Fleischfresser sollten sich statt in Babe und Benji lieber mal in die Tiere hineinversetzen, die sie zu essen pflegen.
Wir erzaehlen uns Fabeln, in denen die Tiere stellvertretend fuer die Menschen stehen, lesen Comics oder schauen Zeichentrickfilme, in denen die Hauptrollen von Tieren gespielt werden. Wir fuettern am Teich die Enten, haengen im Winter Koernerringe auf als Futter fuer die Voegel und konstruieren ihnen sogar Nistkaesten. Wir drucken lustige und niedliche Tiere auf unsere Kleidung und unsere Taschen, verschenken Glueckwunschkarten mit Schafen, Schweinen oder Maeusen darauf und machen Werbung mit Tieren in TV-Spots und auf Plakaten. All diese Tiere oeffnen uns das Herz, bessern unsere Stimmung auf, machen uns gluecklich oder verleiten uns zum Kauf. All diese Tiere finden wir unheimlich niedlich und knuddelig und niemals wuerde jemand auf die Idee kommen, mit einem blutenden, kopflosen Ferkel zu werben oder ein in der Mitte durchgesaegtes Kalb auf eine Glueckwunschkarte zu drucken. Warum wohl? Zum Vergleich: Niemand haette wohl ein Problem damit, mit einer Kopflosen Aubergine oder einer in der Mitte durchgesaegten Zuchini zu werben. Warum wohl? Weil tief drinen jeder Mensch ganz genau weiss, dass das Tier so fuehlt(e) wie wir, Leid und Schmerz emfindet wie wir Menschen, die Zuchini nicht. Wir reden von Tierschutz, verankern ihn sogar in unserer Verfassung, bauen Amphibienzaeune, damit die armen Kroeten nicht ueberfahren werden und wir bauen sogar kuenstliche Storchennester. Aber wir lassen es zu, dass gleichzeitig Millionen von Tieren ein Leben voll entsetzlicher Qualen erleiden muessen und als Dank dafuer am Ende hingerichtet werden. Staendig hoert und liest man, wie sich Leute ueber diese ’miesen Tierquaeler’ echauffieren, die ihre Hunde schlagen oder ihre Katzen treten, aber was glauben denn die Leute, wie es den Tieren ergeht, die auf ihren Tellern landen? Wie ignorant ist der menschliche Geist, dass er sich aufregt darueber, dass Leute Haskis in der Wohnung halten, wo diese Tiere doch so viel Platz und Auslauf benoetigen, dass er aber durch den Kauf und Verzehr von Fleisch hauptverantwortlich dafuer ist, dass andere Tiere, die genau so viel Platz und Auslauf benoetigen, auf engstem Raum in ihrer eigenen Scheisse dahinvegetieren muessen und schliesslich in Massen ermordet werden?! Wir spenden Geld fuer Baeren in Kamtschatka und fuer Orang Utans auf Borneo, akzeptieren aber den groessten Massenmord in der Geschichte der Menschheit, als waere er gottgegeben. So viele Menschen verbindet tatsaechlich eine enge Beziehung zu ihrem Haustier, sie empfinden ’echte Freundschaft’ gegenueber ihrem Hund oder ihrer Katze (ob dies auf Gegenseitigkeit beruht, sei dahingestellt). Zugleich finden die meisten Leute auch Bilder, Figuren und Fotos von zum Beispiel kleinen Ferkeln derart putzig, dass sie sich unmoeglich vorstellen koennen, dass jenen etwas Schilmmes passiert. Aber was denken jene Leute wohl, was so ein Spanferkel ist? Es ist eines von diesen kleinen, zuckersuessen Ferkelchen, im Kleinkindalter seiner Mutter entrissen und ermordet, nur um dann aufgespiesst und ueber dem Feuer gebraten zu werden. Sehen die Menschen denn nicht, dass sie die verspeisen, die sie lieben?
Das ’Produkt Fleisch’, das man am Ende kauft, hat fuer die meisten Menschen Null Beziehung zu dem Tier, welches dafuer sein Leben lassen musste. Sowohl das Fleisch als auch das Tier werden als abstrakte Objekte wahrgenommen, denen man Herkunft, Preis und Qualitaet zuordnen kann, wie einem billigen Toaster aus Hong Kong. Das, was mit den Tieren passiert, wird von den Menschen einfach ignoriert nach dem Motto: “Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss.“ Dabei weiss man es ja im Prinzip. Aber man ist nicht dabei. Man muss nicht zusehen. Man kennt die Tiere nicht und will sie auch nicht kennen, denn sonst koennte man sie nicht mehr essen. Obwohl es direkt vor der Haustuer passiert, scheint es unvorstellbar weit weg zu sein oder gar nicht zu existieren. Und im Hinterkopf hat man immer: “Es sind ja nur Tiere.“...
Auf einem scheinbar ganz anderen Gebiet lassen sich exakt dieselben Verhaltensweisen feststellen: Voelkermord. Die Menschen, die in die KZs kamen, kannte man ja nicht und wollte sie auch nicht kennen, denn sonst haette man ihre Behandlung ja nicht gutheissen koennen. Auch damals galt das Motto: “Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss.“ Dabei wusste man es ja im Prinzip. Aber man war nicht dabei. Man musste nicht zusehen. Obwohl es direkt vor der Haustuer passierte, schien es unvorstellbar weit weg zu sein oder gar nicht zu existieren. Und im Hinterkopf hatte man immer: “Es sind ja nur Zigeuner/Russe/Juden.“... Auch die Vernichtungsmaschinerie der Nazis wurde, im Vergleich zur Gesamtbevoelkerung, einer Hand voll Menschen ueberlassen, die wiederum jeweils nur in einzelnen Prozessen steckten und somit immer nur einen kleinen Teil zum grossen Ganzen beitrugen. So wurde die Schuld derart verteilt, dass irgendwie alle damit leben konnten. Die Leute, die fuer das Verladen in die Zuege zustaendig waren, haben ja ’nur’ transportiert. Die Person die den Schalter umgelegt hat, der das Gas einleitete, hat seine Opfer nicht einmal gesehen dabei. Und die Menschen, die die Goldzaehne zogen oder fuer’s Verbrennen zustaendig waren, konnten sich immer sagen: “Sie sind ja schon tot.“
Aber ist es die Loesung mit der man ruhig schlafen gehen kann? Mit der man nicht in Konflikt mit seinem Gewissen geraet? Mit der man im Zweifelsfall vor Gott treten koennte und sagen: “Mein Gewissen ist rein. Ich habe immer mein Bestes gegeben, so wenig Leid wie irgend moeglich in der Welt zu verursachen.“? … Ist es das Richtige?
Denkt drueber nach. … Bitte!
Und was ist mit Fisch und Meeresfruechten?Viele Leute denken so in etwa: "Also bei den Schweinen und Kuehen versteh ich das ja irgendwie noch, aber Fische sind schon noch was anderes." Und so verwundert es nicht, dass man auch immer wieder selbsternannte Vegetarier trifft, die aber Fisch essen, was schon per definitionem gar nicht zusammengeht. Manch einer ist sich dieser Problematik auch bewusst und bezeichnet sich dann schlichtweg als "Fischitarier" oder "pisces-vegetarisch". Aber ist das tatsaechlich so? Ist das bei Fischen wirklich "was anderes"? Unter den Wirbeltieren sind die Fische die uns entferntesten Verwandten, sowohl genetisch, als auch in ihrer aeusseren Erscheinungsform. Die Tatsache, dass sie zudem nur und ausschliesslich unter Wasser leben macht eine Identifikation mit ihnen nicht gerade einfacher. Hinzu kommt hier in Deutschland noch die christlich-europaeische Kultur, in der der Fisch als Nahrungsmittel immer eine gewisse religioes begruendete Sonderrolle spielte, obwohl ich nirgends im Neuen Testament irgendeine Art von Aufruf zum Fischverzehr finden konnte. In vielen Ost- und Suedostasiatischen Laendern hat er ebenfalls eine Sonderrolle, weil er, meist zusammen mit diversen 'Meeresfruechten', eine grosse Rolle in der traditionellen Esskultur spielt.
Wie auch immer. Nur weil die Fische uns nicht lautstark mitteilen koennen, dass es ihnen nicht gefaellt, einen Stahlhaken in ihrem Koerper zu haben, der ihnen die inneren Organe zerschneidet, oder eingeklemmt in einem Netz mit tausenden Artgenossen zu ersticken oder zerquetscht zu werden, heisst das nicht, dass sie nicht vielleicht doch ein klitzekleines Problem damit haben. Seit sich 1994 eine ausgiebige britische Studie mit genau diesem Thema befasste, ist bekannt, dass Fische Schmerz auf sehr aehnliche Weise empfinden wie wir. [49] Viele weitere Studien folgten und legten aehnliche Schluesse nahe [50] bzw. untermauerten teils direkt die gefundenen Resultate [51]. Sie ergaben des Weiteren, dass Fische auch andere Empfindungen wie Angst, Stress und Panik aehnlich empfinden wie wir. Es ist somit ein Unding, dass in unserer Gesellschaft noch immer ein Unterschied gemacht wird zwischen “Fleisch“ und “Fisch“, denn was da gegessen wird, ist letztlich das Fisch-Fleisch und die Greten sind auch nichts Anderes als Knochen. Ja, OK, Fische sind meistens nicht so niedlich wie Hunde oder
Katzen (und was ist mit Nemo?), aber es hat auch etwas mit gesundem
Menschenverstand zu tun: Wenn ich meinen Hund oder meine Katze nicht esse, weil ich
weiss, dass er Gefuehle hat wie ich, dann muss ich eben auch die
logische Konsequenz ziehen, alle anderen Lebewesen die so
fuehlen auch nicht zu essen. Und dazu gehoeren neben Saeugetieren
wie Schweinen und
Rindern eben auch alle anderen Wirbeltiere ...
auch Fische! Aber wie ist denn das nun mit den 'Meeresfruechten'?
Das sind ja keine Wirbeltiere und Schrimps und Muscheln zum Beispiel
sind ja so klein und komisch und anders, die koennen doch eh keinen Schmerz
empfinden, oder?! Lasst mich an dieser Stelle ganz kurz ein wesentliches Konzept
der Evolution erlaeutern: Wenn nun aber tatsaechlich alle fortbewegungsfaehigen Tiere
Schmerz empfinden koennen, was wissenschaftlich nicht belegt, aber
naheliegend ist, dann gilt dies eben auch fuer Tiere wie Garnelen
und andere Krustentiere. Denn Beine haben die auch. Ich moechte gar
nicht behaupten, dass Insekten, Spinnen und Krebstiere auf die
gleiche Weise Schmerz empfinden koennen wie wir. Und bei Wuermern
und Schnecken etwa macht es schon ob ihrer extrem geringen
Fortbewegungsgeschwindigkeit wenig Sinn. Aber irgendeine Form von
Schmerzreiz werden die meisten dieser Tiere wohl eben doch
verspueren koennen und je groesser, komplexer und schneller das Tier
ist, desto staerker wird dieser Reiz ausgepraegt sein. Und wie ist das nun bei Muscheln? Ich muss gestehen, dass
mir lange Zeit selbst nicht bewusst war, was fuer ein Lebewesen so
eine Muschel eigentlich ist. Dabei sind sie durchaus sehr
interessant und komplex. Die meisten Muscheln koennen sich mit einem
Fuss, den sie ausfahren koennen, relativ frei fortbewegen. Einige
koennen sogar schwimmen oder springen. Sie haben Augen, Kiemen und
so weiter und pflanzen sich in etwa genauso fort wie Fische. Zudem
sind viele Arten in der Lage sich tief im Boden einzugraben und dann
ihren langen Sipho (so eine Art langer Hals mit kleinem Kopf) oben
aus dem Boden zu stecken zum Atmen und Fressen. Und so denke ich, sollte der bewusste, ethische Vegetarier auch Garnelen, Muscheln, Krebse und anderes als 'Meeresfruechte' bezeichnetes Getier in Frieden lassen. Tiere und Klimaschutz / Umweltschutz?KlimaNa toll. Erst sind die Fleischfresser die schlechteren Menschen, dann leben sie angeblich noch ungesuender und jetzt sollen sie auch noch fuer den Klimawandel verantwortlich sein? Die schlichte Antwort auf diese etwas ungewoehnliche Frage lautet: Ja! Das Hauptstichwort hier lautet Methan. Die Tierhaltung bringt riesige Mengen davon hervor. All die Kuehe, Schweine, Huehner und etc. pupsen und kacken was das Zeug haelt. Obwohl es fuer den Laien anfangs schwer vorstellbar sein mag, dass Pupse und Kot das Klima veraendern sollen, ist dem leider so. Begruendet liegt dies in der schieren Menge, die da freigesetzt wird und daran, dass Methan eine 20 [15] bis 23 [16] mal so grosse Wirkung auf das Klima hat wie CO2. Aber auch eben jenes Kohlenstoffdioxid wird zur Genuege freigesetzt, vor allem indirekt durch die fuer den elektrischen und Heizenergiebedarf verbrannten fossilen Energietraeger, durch Foerderung und Aufbereitung der riesigen erforderlichen Mengen Wasser und durch die Rodung der Waelder, um Platz fuer Weideland und Futtermittel zu schaffen. Interessanterweise ist diese Erkenntnis nicht einmal sonderlich neu. So stellte die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zum “Schutz der Erdatmosphaere“ (12. Wahlperiode) schon 1994 in ihrem Abschlussbericht fest:
Im Jahr 2003 verglich eine amerikanische Studie die Nachhaltigkeit einer fleischbasierten und einer lakto-vegetarischen Ernaehrungsweise in Bezug auf die US-Bevoelkerung. Sie kam zu dem Ergebnis, dass beide nicht nachhaltig genug seien fuer das zukuenftige Ueberleben der Menschen, dass aber die lakto-vegetarische Ernaehrung weitaus nachhaltiger ist, als die fleischbasierte. [17] Vegane Ernaehrung wurde leider nicht untersucht.
In den USA preiste eine Studie vom Maerz 2006 [18] die Erkenntnisse, zu denen die Enquete-Kommission hierzulande schon 1994 gekommen war, als neueste Sensation und stellte fest, dass die durch den Fleischkonsum hervorgerufenen Treibhausgasemissionen in den USA 6% betragen, was vor allem deshalb so viel niedriger ist als die oben genannten Werte, weil viele der Nebenfaktoren der Fleischerzeugung nicht beruecksichtigt wurden. Trotzdem sorgte sie fuer Wirbel, weil die Autoren an die Oeffentlichkeit traten mit der Aussage, anstatt sich ein Hybrid-Fahrzeug zu kaufen, solle man doch lieber Vegetarier werden. Die Welternaehrungsorganisation FAO legte im Jahr 2006 ihren Bericht ueber die Folgen der Nutztierhaltung vor, in dem sie ausfuehrt, dass die Nutztierhaltung fuer 18% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, gemessen in CO2-Aequivalenten. Es wird darauf hingewiesen, dass dies ein hoeherer Anteil ist, als der des gesamten Transportsektors auf dem Planeten, also aller Autos, Flugzeuge und Schiffe zusammen. [19] Eine im Jahr 2009 veroeffentlichte Studie der Netherlands Environmental Assessment Agency bestaetigt die von der FAO angegebenen 18% und ordnet 80% der weltweiten anthropogenen Landnutzung der 'Nutztier'-Haltung zu. Die Studie rechnet vor, dass ein Umstieg auf eine Ernaehrung mit wenig oder gar keinem Fleisch die globalen Klimawandelvermeidungskosten um die Haelfte reduzieren wuerde. Die einsparbare Summe wird mit geschaetzten 20 Billionen (20000 Milliarden) US$ angesetzt. Die eingesparten Kosten im Gesundheitsystem, die aus einer dann allgemein gesuenderen Bevoelkerung resultieren wuerden (was die Studie ebenfalls hervorhebt) sind in diesem Betrag noch nicht mit eingerechnet. [71] Nimmt man die als sehr zuverlaessig zu bewertenden Daten der FAO, so kann man wohl zusammenfassen, dass von den Moeglichkeiten die man selbst als kleines Individuum auf der grossen weiten Welt hat, etwas gegen den Klimawandel zu tun, keine so starke Auswirkungen hat, wie der Umstieg auf eine vegetarische oder besser noch vegane Ernaehrung. Umwelt allgemeinAls waer es nicht schon schlimm genug, dass die Tierhaltung unsere (uebrigens einzige) Erdatmosphaere zerstoert, hat sie noch unzaehlige weitere negative Auswirkungen auf die Umwelt. Einige seien hier stellvertretend zusammengefasst: WasserVerzichtet ihr auch hin und wieder aufs Baden und geht stattdessen Duschen, weil es einfach viel weniger Wasser verbraucht? Benutzt ihr die Spuelstopptaste an eurer Toilette? Dreht ihr beim Zaehneputzen den Wasserhahn ab? Nun, wenn ihr Fleischfresser seid, dann koennt ihr euch das gleich alles sparen, denn das Bisschen Bade-, Klo- und Zahnputzwasser ist ein absoluter Witz gegenueber den gigantischen Volumina, die in der Viehhaltung ver(sch)wendet werden. Ueber 8% des weltweiten Wasserverbrauchs gehen allein aufs Konto der Viehwirtschaft. In den Industrielaendern liegt dieser Wert noch deutlich hoeher. Ein Kilogramm totes Schafsbaby (auch als Lammfleisch bezeichnet) hat fuer seine ’Produktion’ rund 10m³ Wasser benoetigt, also 10000 Liter. Beim Duschen verbrauche ich ca. 30 Liter pro Duschgang. Das bedeutet also, dass ich von einem Kilo Lammfleisch 333 mal duschen koennte, was in meinem Fall fast eineinhalb Jahren entspraeche. Bei Rindfleisch liegt der Wasserbedarf sogar noch deutlich hoeher. Mindestens ebenso schlimm wie der hohe Verbrauch von Wasser ist die Verschmutzung jenes Grundstoffes des Lebens. Weltweite Daten liegen hier nicht vor, aber stellvertretend seien die USA aufgefuehrt, deren Ernaehrungsgewohnheiten den europaeischen weitaus aehnlicher sind, als die meisten sich hier eingestehen moechten: Viehhaltung ist dort fuer 55% der im Land auftretenden Erosion und Versteppung verantwortlich, fuer 37% des Pestizidverbrauchs, fuer 50% des Antibiotika-Bedarfs und fuer ein Drittel der Stickstoff- und Phosphormengen, die in die Frischwasser-Ressourcen eingespuelt werden. Weltweit verursacht die Viehwirtschaft 64% der anthropogenen Ammoniak-Emissionen, die massgeblich fuer sauren Regen und Versauerung von Gewaessern und Boeden verantwortlich sind. [19] [20] In der Meeresoekologie gibt es ein Phaenomen, das man gemeinhin unter dem Begriff "Marine Todeszonen" zusammenfasst. Dabei fuehrt die Ueberduengung von Meeren mit Naehrstoffen, Eutrophierung genannt, zum Kollaps ganzer Oekosysteme. Grund für diese Ueberduengung sind der Einsatz von Duengemitteln in der Landwirtschaft, die Abwaesser aus Klaeranlagen und die Viehhaltung. So kam es beispielsweise im schwarzen Meer in den 1970er und 1980er Jahren in riesigen Gebieten (in etwa so gross wie die Schweiz) zum kompletten Absterben der gesamten Meeresfauna und -flora. Ueber die Haelfte des dafuer verantwortlichen Stickstoffs stammte aus der Landwirtschaft, groesstenteils aus der Massentierhaltung. Vor dem Zusammenbruch der kommunistischen Planwirtschaft in Osteuropa hatte allein ein einziger Mastbetrieb in Rumaenien mit mehr als einer Million Schweinen etwa so viel Schadstoffe eingespuelt wie eine ganze Stadt mit fuenf Millionen Einwohnern. Bis heute sind diese Gegenden nicht in ihren urspruenglichen Zustand zurueckgekehrt. [76] Landverbrauch
Zwar regt man sich immer mal wieder gern darueber auf, dass der Regenwald abgeholzt wird, dass Flaechen zubetoniert werden, dass Ueberschwemmungen auftreten, weil Fluesse keine Ueberlaufflaechen mehr haben und dass die Wildbestaende in Deutschland nicht genuegend grosse und zusammenhaengende Waldflaechen vorfinden, um darin optimal leben zu koennen, aber so gut wie niemand fragt mal, wozu denn all diese Flaechen eigentlich gebraucht werden. Dabei stecken ein paar sehr einfach zu verstehende Zahlen dahinter. Laut WWF Schweiz, und da arbeiten nicht nur Vegetarier und Veganer, betraegt der Flaechenbedarf fuer die Produktion eines Kilos Gemuese und/oder Kartoffeln rund 6m², jener fuer die Produktion eines Kilos Rindfleisch von heimischen Weide-Rindern stolze 269m². Das ist nicht irgendwie das doppelte, dreifache oder auch zehnfache, sondern das ist 45 mal so viel Flaeche wie fuer das Gemuese. Stehen die (dann sehr bedauernswerten) Rinder nur im Stall und werden dort mit Kraftfutter gemaestet, so braucht man zwar ein paar weniger Wiesen hierzulande, dafuer aber umso mehr in Uebersee, wo fuer das Soja-Kraftfutter der Regenwald brandgerodet wird. Der durchschnittliche Flaechenbedarf liegt dadurch dann sogar bei 323m², 54 mal so viel wie fuer die Kartoffeln. Wer jetzt partout nicht glauben will, dass der ganze Regenwald fuer Fleisch gerodet wird: Laut FAO werden 70% des abgeholzten Amazonas-Regenwaldes fuer Viehweiden verwendet und ein Grossteil der restlichen 30% fuer den Futtermittelanbau. [19] Der Konflikt im Sudan hat vielfaeltige Gruende und es waere vermessen einzig die Viehhaltung dafuer verantwortlich zu machen. Und doch hat sie ihren Anteil an dem Konflikt. Einer der Hauptfaktoren fuer die Probleme ist das stetige Bevoelkerungswachstum seit ueber 50 Jahren (lineare 12% pro Jahr). Im ungefaehr selben Zeitraum hat sich allein im noerdlichen und zentralen Sudan die Bestaende an Vieh um ueber 400% erhoeht zwischen 1961 und 2004, in Darfur hoechstwahrscheinlich deutlich staerker. Die grossen Viehbestaende fuehren zu Konflikten ueber Weiderechte, Vieh-Migrationsrouten und in Verbindung mit dem Klimawandel zu Entwaldung und Desertifikation, was in noch weniger nutzbarem Land resultiert. [75] UeberfischungUm dem Einwand, man koenne ja Zuchtfisch essen, gleich von vornherein entgegenzuwirken: Fuer ein Kilogramm Zuchtfisch werden rund zwei Kilogramm Fisch aus dem Meer entnommen, als Futter fuer die Zuchtfische. [21] Zudem fressen zum Beispiel Zuchtlachse in ihrem Leben rund 400g Antibiotika, kriegen Impfungen gegen alle moeglichen Krankheiten und bekommen Farbstoffe ins Futter gemischt, die ihr Fleisch rosa machen. [22] 52% der globalen Meeresfisch-Bestaende sind mittlerweile so intensiv befischt, dass eine Steigerung nicht mehr moeglich ist, 17% werden als ueberfischt angesehen, 7% der Bestaende sind allein von 2004 bis 2006 stark zurueckgegangen. Wurden noch in den 1970er Jahren 40% der Fischbestaende unter ’moderat ausgebeutet’ gezaehlt, so sind dies mittlerweile nur noch 23%. Entsprechend vergroessert hat sich die Zahl der ’stark ausgebeuteten’ Bestaende. [23] Der Fang einer bestimmten Fischart bis kurz vor die Ausrottung hat viel weitreichendere Konsequenzen als nur die numerische Verringerung von Exemplaren eben dieser Art. Vielmehr ist diese ja Teil eines komplexen marinen Oekosystems, welches dadurch nicht selten vollkommen aus dem Gleichgewicht geraet und teils komplett zusammenbricht. Hunderte weiterer Arten haengen daran, ob nun Raeuber oder Beute der ueberfischten Art. Voegel, die von dieser Art gelebt haben, sind ebenso betroffen wie Wasserpflanzen, die in irgendeiner Form von Symbiose mit diesen Fischen lebten. [24] Zwar sind auch in Europa und Nordamerika die Gewaesser stark ueberfischt, jedoch koennen sich die reichen Laender leisten, Fangquoten zu verhaengen. Da dies aber natuerlich nicht den Hunger der Menschen auf toten Fisch mindert, suchen sich die grossen Fischfangflotten andere ’Erntegebiete’. Nur allzu oft sind dies die Kuestengewaesser afrikanischer Staaten, deren Regierung ein paar Dollars dafuer erhaelt und den Zusammenbruch der Oekosysteme ebenso in Kauf nimmt wie den der heimischen Fischwirtschaft. Mit Blick auf das anhaltende Wirtschaftswachstum in China moechte ich mir die Zukunft der marinen Oekosysteme im Pazifik nicht einmal vorstellen. Weiteres UnheilNeben den den genannten Beispielen ist die Viehhaltung auch ihn hohem Masse verantwortlich fuer Feinstaubbelastung, Resistenz von Krankheitserregern gegen Antibiotika, Ausbreitung der Wuesten und fuer die Vernichtung von Biodiversitaet. Zwanzig Prozent der gesamten tierischen Biomasse auf diesem Planeten gehen mittlerweile auf das Konto von fuer den Tod gezuechteten ’Nutztieren’.[19] Unvorstellbare 30% der gesamten Landflaeche dieser Welt werden mittlerweile in der ein oder anderen Weise fuer die Viehwirtschaft genutzt, Land das einst von einer Vielzahl anderer Tiere bewohnt und in vielen Faellen von dichten Waeldern bedeckt war.
Fleischessende Umweltschuetzer kann es somit eigentlich gar nicht geben, zumindest sind sie ziemlich unglaubwuerdig. In Anbetracht des ungeheuren Flaechenbedarfs der Tierhaltung bzw. fuer den Anbau der Futtermittel fuer die Tiere, in Anbetracht der riesigen Wassermengen die dafuer verschwendet werden, in Anbetracht der Waelder die dafuer gerodet werden, in Anbetracht des riesigen Energieaufwandes, der vor allem aus billigen fossilen Energietraegern gedeckt wird und vor allem in Anbetracht der riesigen Mengen Methan, die durch den ganzen Spass freigesetzt werden, sind Umwelt- bzw. Klimaschutz und Vegetarismus zwei Seiten derselben Medaille. Das Eine ist ohne das Andere kaum mehr denkbar. Die weltweite Fleischproduktion lag 1950 bei 44 Millionen Tonnen, 2004 bei 258 Millionen Tonnen. Gleichzeitig hat der Platzbedarf der stark gewachsenen meschlichen Bevoelkerung immens zugenommen, der effektiv verfuegbare Platz aber durch die starke Ausdehnung der Viehwirtschaft abgenommen. Desertifikation, Wassermangel, Hungersnoete, Landflucht und Emigration sind allesamt geradezu explodiert. Wer nicht sieht, dass sich da etwas aendern muss, ist entweder dumm oder ignorant. Albert Einstein formulierte das schon vor ueber 50 Jahren so: “Nichts wird die Chance auf ein Ueberleben auf der Erde so steigern, wie der Schritt zur vegetarischen Ernaehrung.“ Fleisch toetet MenschenAbgesehen von den vollkommen inakzeptablen Zerstoerungen der Umwelt und der Atmosphaere kann man heute wohl mit Fug und Recht behaupten: ’Fleisch toetet Menschen.’ Fleisch toetet Menschen? Versteh ich nicht. ’Fleisch’ ist doch selbst schon tot. … Also genau genommen toetet natuerlich nicht das Fleisch die Menschen, sondern die Konsumenten tun es, die Fleischfresser .. und natuerlich tun sie es nicht direkt. Die grosse Mehrheit ist sich ja gar nicht bewusst, was passiert und wie es alles funktioniert. In Gebieten der Welt, in denen Frischwasser ohnehin knapp ist, fuehrt der oben beschriebene enorme Wasserverbrauch meist dazu, dass der Grundwasserspiegel stetig sinkt oder gar Fluesse austrocknen und die arme Landbevoelkerung ploetzlich ohne Wasser dasteht, weil ihre jahrhundertealten Brunnen versiegen. Keine Sau schert sich darum. Je nach Region und den dortigen Bedingungen passiert eine der folgenden drei Sachen:
Allein jener Anteil des Klimawandels, der nicht mehr aufzuhalten ist, wird im Sommer zu deutlich geringeren Niederschlaegen in vielen Teilen Deutschlands sorgen [26], womit auch hier in einigen Jahrzehnten diese Probleme auftreten werden. Womit man sich auch hier entscheiden muss, ob man das Wasser der Masse der Menschen zum Trinken zur Verfuegung stellt oder lieber den Masttieren, zur Gaumenfreude einiger weniger Menschen. Man wird sich wohl fuer Ersteres entscheiden, denn wir sind ja ein moderner Rechtsstaat und lassen wohl kaum unsere Buerger verdursten. Aber da kaum jemand auf sein Steak zu verzichten bereit sein wird, wird Zweiteres umso staerker in der sogenannten ’Dritten Welt’ passieren und hier wird man sich wieder aufregen ueber die Hungerkatastrophen und ueber die vielen illegalen Einwanderer. … Menschen sind so dumm. Der Weltwasserbericht der UNO liefert folgende Angaben:
Scrollen wir noch mal ein Stueckchen hoch zum Abschnitt > Wasser < unter > Tiere und Klimaschutz / Umweltschutz? – Umwelt allgemein < … Klingelt da was? Gibt es da vielleicht irgendeine Verbindung?... Wie weiter oben beschrieben, haben viele der ultra-modernen
High-Tech-Fischfangflotten der Industrielaender mittlerweile ihre
Fanggebiete teilweise vor die Kuesten armer Drittweltlaender verlegt,
vor allem in Afrika. Was gut fuer Kaept’n Iglo ist und den lokalen
Regierungsmitgliedern ein paar Dollars bringt, von denen sie sich ’nen
neuen Benz kaufen koennen (staerkt also gleich doppelt die deutsche
Wirtschaft :-/ ), ist jedoch noch lange nicht gut fuer das
entsprechende Land und seine Buerger. Immer oefter finden sich Fischer
an den Kuesten von Ghana, Sierra Leone oder Mauretanien in der
Situation wieder, dass sie nach Jahrzehnten konstanter Bedingungen
ploetzlich keine Fische mehr fangen, ihre Familien nicht mehr ernaehren
koennen und schliesslich entweder verhungern oder nach Europa fliehen.
Klar, da muss naemlich auch nur ein einziger grosser Frostfischtrawler
vorbeifahren, alles wegfischen und schon gucken die Einheimischen bloed
aus der Waesche.
[27] Schlussfolgerung: F l e i s c h - t o e t e t - M e n s c h e n Schon Anfang des 19. Jahrhunderts formulierte Alexander von Humboldt:
Hat sich leider niemand zu Herzen genommen seine Ueberlegungen… Vegetarismus und GesundheitDer mit Abstand groesste Teil der deutschen Bevoelkerung, inklusive diverser Personen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, glaubt noch immer, dass der Verzicht auf tierische Produkte etwas Unnatuerliches waere, das einen Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen nach sich zoege. Fuer diese Personen gleich vorweg: Dem ist nicht so! Vielmehr stellt der folgende kleine Comic die Realitaet hierzulande bedeutend besser dar: Am meisten zu hoeren bekomme ich, dass Vegetarier / Veganer zu wenig Eisen, Calcium und Vitamin B12 aus ihrem “Gruenzeug“ aufnehmen wuerden. Dazu sei gleich gesagt, dass ich in all den Jahren als Vegetarier nie auch nur die geringsten Probleme hatte. Koerperlich war ich immer voll einsatzbereit, hatte nie irgendwelche Mangelerscheinungen und selbst regelmaessiges Blutspenden stellte kein Problem dar. Als Ovo-Lacto- oder auch nur Lacto-Vegetarier braucht man bei seiner Ernaehrung auf nicht mehr
zu achten, als man dies als Fleischfresser auch tun sollte. Das Vorurteil mit dem Eisenmangel ist leicht zu erklaeren, da man den als Fleisch bezeichneten Tierleichen ihren relativ hohen Eisengehalt schon an der roten Farbe ansieht und somit jeder Fleischfresser zu denken scheint, ohne das Blut anderer Wesen, wuerde er nicht an sein Eisen kommen. Der fundamentale Denkfehler, der darin liegt, dass die vollstaendig vegan lebenden Kuehe ja offensichtlich auch genuegend Eisen aus ihrer pflanzlichen Kost gewinnen, scheint kaum jemandem aufzufallen. Ein Blick auf Ernaehrungstabellen verraet denn auch schnell, dass viele pflanzliche Nahrungsmittel weitaus mehr Eisen enthalten als tote Tiere. So zieht man schon aus einer Scheibe Vollkornbrot mehr Eisen als aus derselben Menge Schweinefleisch. Erbsen, Spinat und Haferflocken enthalten deutlich mehr Eisen pro Masse als Fleisch, manch Pilze wie Pfifferlinge sogar mehr als Blutwurst. Und Hirse und Soja haben gar den dreifachen Eisengehalt gegenueber der entsprechenden Menge Fleisch. Morgens etwas Zuckerruebensirup aufs Broetchen und die Sache ist geritzt, denn Zuckerruebensirup enthaelt sogar mehr als dreimal so viel Eisen wie Spinat (man erinnere sich an Popeye!). Zwar gibt es Unterschiede zwischen dem tierischen und pflanzlichen Eisen und der Aufnahmeprozess ist durchaus etwas komplizierter, aber in Studien hat sich immer wieder gezeigt, dass Vegetarier letztlich sogar eine hoehere Eisenaufnahme aufweisen als Fleischfresser, und Veganer sogar eine noch hoehere, da die pflanzliche Kost gleichzeitig weniger Inhibitoren und mehr Verstaerker der Eisenresorption aufweist als die nicht-vegane Kost. Die Vorstellung, dass vor allem Veganer ohne Milch ja ueberhaupt kein
Calcium
mehr aufnehmen wuerden, erscheint bei genauerer Betrachtung zwar
vollkommen hirnrissig mit Blick auf die Tatsache, dass der Grossteil
der Menschen auf diesem Planeten keine Milch zu sich nimmt und ALLE Tiere
natuerlich ebenfalls keine solche mehr aufnehmen im Erwachsenenalter,
sie ist aber in Anbetracht der seit Jahrzehnten laufenden
Werbemaschinerie fuer die “gesunde Milch“ nicht schwer zu
erklaeren. Dass andere, nichttierische Lebensmittel viel mehr Calcium
enthalten, wird da selten thematisiert. So enthaelt zum Beispiel Tofu
rund 4 bis 5 mal so viel Calcium wie dieselbe Masse Milch. Gruenkohl
und Mandeln enhalten immerhin etwa doppelt so viel und Mohn sogar rund
20 Mal mehr als Milch. Obwohl von den hier genannten Dreien der am wenigsten genannte, so ist
Vitamin B12
doch der einzige Stoff ueberhaupt, bei dem es bei einer vollstaendig
veganen Ernaehrung, also ohne jegliche tierische Produkte wie
Milch und Eier, tatsaechlich zu einem ernsthaften Mangel kommen
kann, aber auch wirklich nur und ausschliesslich, wenn man diesen Fakt komplett
ignoriert und keine Produkte mit B12-Zusatz in seine
Ernaehrung implementiert. Vermutlich ist dies der Grund, warum Menschenaffen rund 0.2%
ihres Nahrungsbedarfes aus tierischer Nahrung decken,
[28] wobei das Vitamin genau genommen von Bakterien produziert wird, welche sich im Prinzip auch auf
’verunreinigter’ pflanzlicher Nahrung befinden koennen.
Eine cholesterinreiche Ernaehrung (vor allem Fleisch, Eier, Milch, Butter und andere Milchprodukte) fuehrt zu einem erhoehten Cholesterinspiegel, und dieser wiederum zu Arteriosklerose. Da die Mehrzahl der Herzinfarkte durch Arteriosklerose ausgeloest wird, ist die Aufnahme von cholesterinhaltiger, insbesondere also tierischer Nahrung somit eine wesentliche Ursache fuer Herzinfarkte. Genau genommen muss man noch unterscheiden zwischen dem (guten) HDL- und dem (boesen) LDL-Cholesterin und die meisten tierischen Lebensmittel weisen fast generell sehr hohe LDL-Cholesterinwerte auf. Vegane Kost ist durchweg cholesterinfrei. Das zum Leben benoetigte Cholesterin produziert der Koerper selbst aus den mit der Nahrung aufgenommenen Fettsaeuren und dies sind bei pflanzlicher Kost vorrangig die (abermals guten) ungesaettigten Fettsaeuren. Schon seit 2002 ist bekannt, dass die Koronare Herzkrankheit (KHK), also Arteriosklerose in den Herzkranzgefaessen, welche allein in Deutschland jedes Jahr zigtausende Tote via Herzinfarkt verursacht, nicht nur medikamentoes behandelt werden kann, sondern dass auch die Umstellung zu einer vegetarischen Ernaehrungsweise hilft, den Cholesterinspiegel im Blut stark zu senken und damit eine Medikation ueberfluessig zu machen. [30] Darmkrebs, eine der haeufigsten Krebsarten, steht zu 80% im Zusammenhang mit Ernaehrung. Mehrere Studien schon haben nun gezeigt, dass der Verzehr von rotem Fleisch, also jeglichem Muskelfleisch wie z.B. Steak, das Risiko fuer Darmkrebs deutlich erhoeht. [31]
Die wohl groesste Ursache fuer die Mehrheit der o.g. Zivilisationskrankheiten ist das Uebergewicht. Zwar ist sportliche Betaetigung nach wie vor eine sehr gute Methode, dem entgegenzuwirken, doch ebenso wichtig ist eine gesunde Ernaehrung. So kam eine langjaehrige Studie der Oxford University mit 22000 Teilnehmern zu dem Ergebnis, dass zwar in einem Zeitraum von fast 10 Jahren jeder durchschnittlich um 2kg zugenommen hatte, dass die Gewichtszunahme bei Vegetariern aber deutlich geringer ausfiel als bei Fleischfressern und bei Veganern noch geringer. [32] Wie kommt es nun aber, dass viele sogenannte ’Ernaehrungswissenschaftler’ noch immer von der veganen Ernaehrungsweise abraten, obwohl ihre Studien durchweg zeigen, dass Veganer vollkommen Gesund sind? Tja, sie essen wohl schlichtweg selbst Fleisch, haben ueber die ethischen und die Umwelt betreffenden Fragen nie nachgedacht und koennen sich, wie viele Andere auch, eine Ernaehrung ohne Fleisch aus unerfindlichen Gruenden nicht vorstellen. Dies fuehrt dann beispielsweise zu Berichten wie dem Folgenden, in dem zwar die wissenschaftlich erwiesenen Fakten zur hervorragenden Gesundheit von Veganern genannt werden, aber schliesslich trotzdem von der veganen Ernaehrung abgeraten wird mit der schwammigen Begruendung: “Ueber einen langen Zeitraum gesehen koennen dadurch gesundheitliche Probleme entstehen.“, ohne fuer diese angeblichen Probleme irgendeinen Nachweis oder auch nur ein Beispiel zu bringen. [74]
Das englischsprachige Original gibt es als pdf-Datei herunterzuladen unter: http://www.eatright.org/ada/files/veg.pdf Eine hervorragende deutsche eins zu eins Uebersetzung kann man nachlesen auf den Seiten der Schweizerischen Vereinigung fuer Vegetarismus SVV: http://vegetarismus.ch/heft/2003-3/ADAdeutsch.htm Schliessen wir diesen Abschnitt mit der Feststellung, dass ich kerngesund bin, essen kann so viel ich will, ohne merklich mein Gewicht zu veraendern, mich super fuehle, sprich nicht launisch werde nach dem Essen, dass mein Risiko an all diesen oben genannten Krankheiten zu erkranken deutlich niedriger ist als bei Carnivoren und dass ich dabei auch noch ein reines Gewissen habe. Geiz ist geil! .. Vegetarismus noch mehr!Mit dem Fleisch ist das ein Bisschen wie mit der Braunkohle. Wuerde der Wert von Braunkohle auf Basis des Schadens ermittelt, den ihre Verbrennung fuer Umwelt und Klima verursacht, dann wuerde niemand mehr auf die bescheuerte Idee kommen, sie zur Stromerzeugung zu verwenden. Wuerde der Wert von Fleisch nun also auch auf Basis des Schadens ermittelt, den dessen Produktion fuer Umwelt und Klima verursacht, dann waer es so teuer, dass der exorbitante Fleischkonsum in Europa und Nordamerika schlagartig auf einen winzigen Bruchteil des jetzigen Wertes schrumpfen wuerde. Damit ist zwar das ethische Problem nicht geloest, aber es waere ein guter Schritt in die richtige Richtung, denn Vegetarismus wuerde sich dann auch finanziell richtig lohnen. Doch auch jetzt schon sind Fleischgerichte meist teurer als entsprechende Gemuese-Gerichte. Ob ich im Restaurant das billigste Fleischgericht fuer EUR 7.80 nehme oder das billigste vegetarische Gericht fuer EUR 5.40 macht schon einen Unterschied und ob ich im Supermarkt fuers Wochenende die Rinderrouladen fuer EUR 2.99 kaufe oder den Broccoli fuer EUR 0.79 ebenfalls. Schnell summiert sich dies auf und man hat eine Menge Geld uebrig fuer andere Dinge im Leben, die Spass machen. Moechte man aber nicht voellig auf seine Fleischgerichte verzichten, dann kann man auch die aehnlich teuren, veganen Alternativprodukte verwenden. Viele davon stehen ihren ’Vorbildern’ geschmacklich in nichts nach, sind dabei aber viel gesuender, da sie weniger Fett und Cholesterol enthalten und sind vor allem auch viel oekologischer. Siehe #Klima Die vielen GegenargumenteDer Mensch ist die Krone der Schoepfung und gebietet daher ueber alle Pflanzen und Tiere auf dem Planeten.Schon witzig, dass man dieses Argument noch heute so oft zu hoeren bekommt, wo doch in Europa im Allgemeinen und in Deutschland im Speziellen praktisch niemand mehr an die biblische Schoepfungsgeschichte glaubt, so wie sie da geschrieben steht. Vielmehr ist es fuer nahezu jeden heute eine Selbstverstaendlichkeit, dass der Mensch ein Produkt der Evolution ist, so wie eben auch alle anderen Lebewesen unserer Welt. Dann aber sollte einem auch stets bewusst sein, dass der Mensch eben auch nur ein Tier ist und dass viele Tiere, gerade jene die von ’uns’ gegessen werden, sehr eng verwandt mit uns sind und ebenso fuehlen koennen wie wir. Doch selbst wenn es stimmen wuerde, selbst wenn man fest an den Schoepfungsmythos glaubt, dann hat man diesen als Fleischfresser wohl nicht ganz richtig gelesen:
Da steht doch ganz eindeutig drin, was Gott den Menschen und was den Tieren zu essen gab. Dass erstere letztere essen, war wohl eher nicht angedacht. Der Koerper braucht doch Fleisch; als Vegetarier fehlt einem doch was.
Ich empfinde es als einen unhaltbaren Zustand, dass noch immer unvorstellbar viele Menschen auf diesem Kontinent diese Ansicht teilen. Es gab (ohne jeglich Uebertreibung) tausende von Studien zu diesem Thema und wenn sich da irgendein einhelliger Tenor feststellen laesst, dann jener, dass Vegetariern eben nichts fehlt. Es ist einfach falsch, falsch, falsch und nochmals falsch. Die meisten Studien kommen vielmehr zum genau entgegengesetzten Schluss, naemlich dass die Omnivoren im Allgemeinen ungesuender Leben als die Herbivoren. Siehe zu diesem Thema aber vor allem Abschnitt #Vegetarismus und Gesundheit. Hitler war auch Vegetarier.Kein direktes Gegenargument, aber doch ein ’Argument’, dass man aussergewoehnlich haeufig zu hoeren bekommt. Doch so sehr sich die Gemeinde der Fleischfresser das vielleicht wuenscht, um die von ihr verursachten Leiden und Graeuel zu rechtfertigen, so ist doch auch dieses Argument schlichtweg falsch und geht interessanterweise auf alte Nazi-Propaganda zurueck, die immer versuchte, Hitler als ’guten Menschen’ zu verkaufen, was ihr ja offensichtlich auch gelang. Doch selbst wenn es stimmen wuerde, koennte man doch nicht sagen: “Weil Hitler Vegetarier war, ess ich weiter Fleisch.“ Nach dieser Logik muesste man erst recht Vegetarier werden, denn weitaus mehr ’boese’ Menschen in der Weltgeschichte waren ja schliesslich keine Vegetarier. Unter folgendem Link findet ihr einen wunderbaren, aus dem Englischen uebersetzten Essay von Rynn Berry, welcher auf Basis einer Reihe von Artikeln und Leserbriefen der New York Times entstand und 2002 veroeffentlich wurde. Darin wird dieser voellig bekloppte Mythos entgueltig ausgeraeumt. Der Text ist nur in englisch verfuegbar. Die zuvor hier gepostete deutsche Uebersetzung ist leider nicht mehr online. Hier ist er: Wenn jetzt ploetzlich alle Menschen Vegetarier wuerden, was sollte dann aus den extra gezuechteten Tieren werden?Man man man! Selbst diese Frage kriegt man echt immer mal wieder gestellt. Wie realistisch ist das wohl, dass jetzt “ploetzlich alle Menschen Vegetarier werden“?! Wenn der Fleischkonsum sinkt, dann sinkt auch die “Produktion“ von neuen Tieren, sprich es werden weniger Bullen kuenstlich “abgesamt“, weniger Kuehe kuenstlich “besamt“, weniger Kaelber ihren Muettern entrissen, weniger Kuehe in engen dunklen Staellen eingefpercht und schliesslich weniger Rinder mit Elektroschocks ermordet, um anschliessend zerstueckelt und verpeist zu werden … um das nur mal kurz am Lebensweg der Rinder darzustellen .. natuerlich trifft es auf alle moeglichen Arten von Tieren zu. Denkst du, du aenderst irgendwas mit deinem Vegetarismus? Die Tiere werden doch trotzdem geschlachtet.Was soll man da sagen? Denkst du, du aenderst irgendwas mit deiner einen kleinen Stimme bei der Wahl? Denkst du, deine eine kleine Spende an Unicef oder Aehnliches bringt irgendwas voran? Denkst du es bringt deiner Lieblingsfussballmannschaft etwas, wenn du sie im Stadion anfeuerst? Die Antwort auf all diese Fragen lautet natuerlich “Nein!“. Es bringt nichts, wenn ich/du/er/sie/es etwas ganz alleine tut. Aber es bringt sehr wohl etwas, wenn viele Menschen etwas tun. Bei der letzten Bundestagswahl (2005) haben gut 48 Millionen Menschen ihre Stimme abgegeben. [36] Jede einzelne von Ihnen hatte einen Anteil am Gesamtergebnis von nur einem 48-Millionstel und doch hat jede dieser Stimmen eben einen entscheidenden Beitrag zum Gesamtergebnis geliefert. Man stelle sich vor, die Haelfte der Waehler einer Partei sagt sich: “Was aendert schon meine eine Stimme?“ Dann waere diese Partei mit nur halb so vielen Abgeordneten im Parlament vertreten oder sogar ueberhaupt nicht mehr. Nach der Tsunami-Katastrophe in Asien haben die deutschen Privathaushalte ueber eine halbe Milliarde Euro (!!!) gespendet. [37] Jeder Einzelne nur ein klitzekleines Bisschen des gesamten Kuchens, aber zusammengenommen war es so viel, dass damit hunderttausende Menschen ueber Monate ernaehrt werden konnten, dass man ihnen zehntausende neue Haeuser bauen konnte, neue Brunnen, Kirchen und Moscheen. Und nicht zuletzt kennt im Fussball wohl jeder den sogenannten Heimvorteil. Was glaubt ihr wohl, wie der zustande kommt? Schlichtweg dadurch, dass man im eigenen Stadion von den eigenen Fans angefeuert wird, waehrend die gegnerische Mannschaft ausgebuht wird. In Deutschland sind, je nach Statistik, zwischen 6 und 8 Prozent der Bevoelkerung Vegetarier. [38] [39] [40] [41] Bei derzeit rund 82 Millionen Einwohnern [42] macht das rund 6 Millionen Vegetarier, wenn man mit einem Mittelwert von 7% rechnet. Im Jahr 2002 ass jeder Deutsche im Schnitt 37.8kg totes Schwein, 8.7kg tote Kuh und 10.6kg totes Huhn. [43] Bei den Schweinen bedeutet das beispielsweise, dass jedes Jahr allein hier in Deutschland rund 40 Millionen (!!) Schweine getoetet werden. [44] Aufs ganze Leben gerechnet erhaelt man so, dass jeder Deutsche in seinem Leben 22 Schweine, 7 Rinder, 20 Schafe und 600 Huehner verspeist. (Fuer Fische und andere Tiere habe ich leider keine Daten gefunden.) [45] Sechs Millionen Fleischfresser weniger bedeuten also auf Basis dieser Zahlen, dass ueber deren Lebensspanne (von durchschnittlich rund 78 Jahren) 132 Millionen Schweinen, 42 Millionen Rindern, 120 Millionen Schafen und 3,6 Milliarden Huehnern das Leben gerettet wird, denn der Markt bedient die Nachfrage und niemand wird Milliarden von Tieren zuechten und toeten die er dann nicht absetzen kann. Kleiner Cartoon zum Thema: http://bp0.blogger.com/_WbDHrrz6GQo/Rr9dZGSvlkI/AAAAAAAAAPM/Zgc7qRxfKZg/s1600-h/Wähler.jpg Der Mensch ist ein Raubtier. Raubtiere essen nun mal Fleisch.Definitiv falsch. Der Mensch ist biologisch betrachtet bestenfalls ein Allesfresser mit deutlichem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. [46] Siehe dazu #Tiere toeten ja auch andere Tiere. / Unsere Verwandten, die Menschenaffen, essen ja auch Fleisch. Tiere toeten ja auch andere Tiere. / Unsere Verwandten, die Menschenaffen, essen ja auch Fleisch.Zu ersterem Argument sei erstmal gesagt, dass das so natuerlich nicht stimmt, denn der groesste Teil der Tiere ernaehrt sich ja rein pflanzlich oder genauer ’nicht tierisch’. Als naechstes ist hier wohl der folgende gute alte Mami-Spruch angebracht: “Wenn die Andern aus’m Fenster springen, dann springst du hinterher oder was?“ Der Mensch ist ein sogenannter Allesfresser. Diese Eigenschaft bezieht sich vorrangig auf die Moeglichkeiten seines Organismus, so ziemlich alles irgendwie zu verdauen. Im Vergleich mit anderen Omnivoren, sowie mit Fleisch- und Pflanzenfressen zeigt sich schnell, dass der Mensch den Pflanzenfressern weitaus aehnlicher ist als den Fleischfressern. So entsprechen beispielsweise die Speichelsekretion, die Beschaffenheit der Zunge, die senkrecht-waagerechte Kaubewegung des Unterkiefers und die relativ kleine Mundoeffnung ebenso den Pflanzenfressern, wie das Vorhandensein von Backentaschen, die mit Zotten behaftete Darmoberflaeche und die Vorverdauung im Mund mittels Enzymen. [47] Im Gegensatz zu vielen anderen Fleisch- und Allesfressern sind die oft als Gegenargument angefuehrten Reisszaehne beim Menschen nur sehr schwach ausgebildet, vor allem im Vergleich zu den grossflaechigen Kauflaechen der Backenzaehne. Ein Blick auf die Ernaehrungsgewohnheiten unserer naechsten Verwandten unter den Menschenaffen, den Schimpansen und Bonobos, macht diesen Aufbau des menschlichen Organismus schnell verstaendlich [28]:
Es stimmt also: Unsere Verwandten, die Menschenaffen, essen auch Fleisch. Stolze 0.2% im Falle der Schimpansen. Bis hierhin waere das Argument ja bereits ein Eigentor gewesen (wie alle anderen auch), aber es kommt noch besser: Bei Schimpansen wurde auch schon mehrfach Kannibalismus nachgewiesen, doch niemand leitet daraus ab, es sei OK, andere Menschen zu essen. Besonders abstrus stellt sich die Sache immer dann dar, wenn das Argument von denselben Leuten gebracht wird, die zuvor oder danach darauf pochen, dass der Mensch ueber den Tieren steht, ihnen voraus ist, etwas ’Besseres’ ist. Unterscheidet sich der Mensch auch biologisch nicht von den Tieren [48], so doch in der Tatsache, dass er zu hochgradig abstraktem Denken und Handeln faehig ist, sich in die Lage anderer Individuen versetzen kann und sich im Lauf der Jahrtausende ethische Grundsaetze schuf. Es macht insofern also wenig Sinn, sich an der Tatsache zu orientieren, dass Menschenaffen ’auch’ Tiere essen. Die meisten Fleischkonsumenten sollten sich aber vermutlich wirklich erst einmal ein Beispiel nehmen an den oben genannten Verhaeltnissen von fleischlosem zu Fleischkonsum unter Menschenaffen. So funktioniert das nun mal in der Natur. Das ist das Recht des Staerkeren.Oh ja, stimmt, das war mir doch glatt entfallen. Wir Menschen haben ja unsere ganze Zivilisation auf dem Gesetz des Dschungels, auf dem Recht des Staerkeren aufgebaut. Deshalb haben wir wohl auch Betreuung fuer alte Menschen eingerichtet, helfen geistig Behinderten, ein wuerdevolles, gutes und glueckliches Leben zu fuehren, leisten im Notfall medizinische Versorgung fuer Jedermann, bauen Aufzuege und Rampen an Bahnhoefe und offentliche Gebaeude, damit Rollstuhlfahrer nicht benachteiligt werden, betreiben Obdachlosenunterkuenfte, damit auf der Strasse niemand erfrieren muss, zahlen Sozialhilfe und Wohngeld an arme Menschen, damit sie nicht auf der Strecke bleiben, spenden Millionen fuer Opfer von Naturkatastrophen oder bieten auch einfach nur im Bus unseren Sitzplatz aelteren Leuten an. Genau deswegen, wegen dem Recht des Staerkeren. Oder?!?...
Aber Fisch isst du doch, oder?Neeet, falsche Frage. .. “Ich bin jetzt clean, hab den Drogen entgueltig abgeschworen.“ – “Aber koksen tust tu doch noch, oder?“ Ich bin immer wieder auf’s Neue erstaunt, wenn mir diese Frage gestellt wird. Wie kommen die Menschen nur auf diese voellig abwegige Idee? Der Begriff Vegetarier als solcher schliesst den Verzehr getoeteter Tiere kategorisch aus. Sind Fische keine Tiere? Fuehlen sie keinen Schmerz? Viele Menschen scheinen ernsthaft zu denken: “Nein.“ Empfohlen sei hier der Abschnitt #Und was ist mit Fisch und Meeresfruechten? Ach ja, Fisch ist uebrigens keineswegs so gesund, wie die meisten Menschen denken. Ein Irrtum der sicher auch einer der Gruende fuer die haeufig gestellte Frage ist. Gefangene Fische enthalten meist eine Vielzahl von Schwermetallen und anderen Toxinen. Fischen aus Zuchtbetrieben wurden meist Antibiotika ins Futter gemischt und das Fleisch vieler Fischarten ist sehr fett- und cholesterolhaltig. [52] Das Fleischerhandwerk, die Rezepte, die Zuchttiere, das ist doch alles ein Teil unserer Kultur.“Kultur“ .. Ich bin nicht sicher, ob man das grundlose Quaelen und Ermorden von Mitlebewesen als Kultur bezeichnen sollte. Eine erhaltenswerte ist es jedenfalls nicht. Das Aufgeben des Fleischkonsums waere fuer unsere Kultur sicherlich ein ebenso bitterer Verlust wie das Verbot der Sklaverei, die allgemeine Erklaerung der Menschenrechte, die Emanzipation der Frau und die Abschaffung der Todesstrafe. Die Rezepte muss niemand aufgeben. Schon jetzt gibt es fuer so ziemlich jeden carnivoren Mist einen veganen Ersatz und je mehr Bedarf danach besteht, desto mehr wird der Markt diesen befriedigen. Zu guter letzt die Tiere. Die werden sich sicher bedanken, als Teil unserer ’Kultur’ auch weiterhin eingepfercht, misshandelt und ermordet zu werden. Jeden Tag sterben durch menschliche Einfluesse hunderte von Tierarten aus in dieser Welt. Da brauchen wir uns um das eventuelle Aussterben vom Menschen gezuechteter Milchkuharten oder Fischarten oder Aehnlichem wahrlich keine Gedanken machen. Wie, du trinkst Alkohol? Du bist doch Vegetarier.Aeh … ja. Zum Glueck hab ich diesen Unsinn in letzter Zeit kaum noch gehoert. Es ist mir aber bis heute ein Raetsel, welcher Zusammenhang zwischen Alkohol und Vegetarismus besteht, abgesehen davon natuerlich, dass Alkohol ein rein veganes Produkt ist. Vegetarier koennen genauso saufen, rauchen, kiffen, koksen und fixen wie jeder andere auch. Es geht nicht um Enthaltsamkeit. Es geht um Ethik. (Wobei den meisten Vegetariern dann hoffentlich auch klar ist, dass der Konsum von Heroin ethisch auch sehr fragwuerdig ist, ob des Leids, dass es in seinen Herkunfts- und Transitlaendern anrichtet.) Milch, Eier und WeiteresDer grosse Unterschied zwischen dem Verzehr von Eiern, Honig, Milch, sowie Milchprodukten und dem Verzehr von Fleisch liegt prinzipiell natuerlich darin, dass die Tiere fuer Ersteres nicht getoetet werden muessen. Leider sind die Grenzen in der Realitaet weitaus fliessender, was auch mich meinen Konsum dieser Produkte mit der Zeit immer mehr herabfahren bzw. letztlich ganz einstellen liess. EierBei Eiern ist es ja im Grunde erstmal schon ziemlich eklig, wenn man sich bewusst macht, was man da eigentlich isst, naemlich die Eizelle des Huhns. Diese ist durchaus vergleichbar mit der menschlichen weiblichen Eizelle, nur etwas groesser und mit haerterer Schale, da sie sich ausserhalb des Koerpers entwickelt. Waehrend also seit Jahren heftig darueber diskutiert wird, ob die genetische Manipulation von (vor allem, aber nicht ausschliesslich, menschlichen) Eizellen und Experimente mit ihnen ethisch vertretbar sind, scheint sich diese Frage bei Eizellen ausserhalb des Koerpers niemand zu stellen. Wie auch immer, fuer gewoehnlich sind sie natuerlich nicht befruchtet, so dass sich ohnehin kein Huhn aus ihnen entwickeln wuerde, manchmal aber eben doch, womit das Essen eines solchen Eies einer Art Abtreibung gleichkommt. Das mit Abstand groesste Problem liegt hier aber zweifelsohne in der Zucht bzw. Haltung der Huehner. Die Kaefighaltung, also die Haltung von Hennen in winzig kleinen Stahl- und Drahtkaefigen, alle neben- und uebereinander und … am Besten man schaut sich einfach mal folgendes Video dazu an. Kaefighaltung wird zwar ab 2012 in der EU verboten sein, Volierenhaltung aber nicht und glaubt bloss nicht, dass jene oder selbst Bodenhaltung irgendwie besser seien. Am absolut krassesten ist aber wohl, was mit den maennlichen Kueken passiert, die zum Eier legen ja nicht benoetigt werden. Sie werden nach dem Schluepfen aussortiert und ... vergast. Das ist kein Scherz. Wie krank ist diese Gesellschaft, dass sie bei der Vergangenheit die sie hat und aus der sie doch angeblich so viel gelernt hat, jeden Tag tausende und abertausende kleiner unschuldiger Kueken vergast. Die Vergasung von Millionen von Menschen im zweiten Weltkrieg gilt heute als groesstes Verbrechen, das die Menschheit je begangen hat. Die Vergasung von Milliarden von Tieren interessiert (fast) niemanden?! Ironischerweise muss man die in Deutschland schluepfenden Kueken ja fast noch beneiden gegenueber jenen in den Legebatterien in Ost- und Suedosteuropa (und vielen anderen Laendern der Welt), wo sie einfach lebendig in den Schredder geworfen werden. In Anbetracht dieser Tatsache stellen sich die Lageraufseher der SS fast als Humanisten dar. Auch zu diesen Methoden ein relativ kurzer Videoausschnitt vom ZDF: Die Praxis, maennliche Kueken zu ’entsorgen’ wird uebrigens gleichermassen bei Eiern aus Kaefig-, Boden- und Freilandhaltung betrieben. “Aber das hab ich ja gar nicht gewusst, was die mit den maennlichen Kueken machen und wie die die behandeln und so.“ hoer ich da einige sagen. … Ja, kommt mir bekannt vor. “Aber das haben wir doch gar nicht gewusst, was die mit den Leuten da machen in den KZs.“ So wie damals schon, kann es auch heute jeder wissen, wenn er denn nur moechte. Heute sogar noch viel mehr als damals, da Literatur und Videos zum Thema problemlos erhaeltlich sind. Milch und MilchprodukteAuch bei Milch ist es zunaechst schon mal reichlich widerlich, wenn man sich bewusst macht, was Milch eigentlich ist. Es ist die Muttermilch der Kuh, mit der sie ihr Baby ernaehrt .. normalerweise. Es ist heute leider nicht mehr moeglich herauszufinden, welcher kranke Idiot als erster auf die eigentlich voellig bescheuerte Idee kam, die Muttermilch von Tieren zu trinken, denn schliesslich trinkt ja auch niemand die menschliche Muttermilch, ausser den Babys fuer die sie bestimmt ist und abgesehen vom Menschen gibt es auch kein Tier auf unserer Erde, das die Muttermilch einer anderen Tierart trinken wuerde. So ist denn der menschliche Organismus von Natur aus auch gar nicht dazu in der Lage Milch, genauer Milchzucker, zu verdauen, wenn er ueber das Kleinkindalter hinaus ist. Wozu auch?! Eine Tatsache die sehr eindrucksvoll belegt, dass sich Gott / die Natur / die Evolution das so nicht gedacht hat, wie wir es heute betreiben. Da in Europa offenbar schon vor mehreren tausend Jahren der Mythos von der gesunden Milch existierte, wurden die Kinder vermutlich immer schoen mit dem Zeug vollgepumpt, auch wenn sie sich uebergeben mussten. Anders ist es jedenfalls schwer zu erklaeren, wieso sich mit der Zeit bei immer groesseren Bevoelkerungsteilen eine genetische Veranlagung zur Verdauung von Milchzucker auch im Erwachsenenalter herausbildete. [53] Doch wirft man einen Blick auf die Weltkarte wird schnell klar, dass insgesamt auch heute noch die meisten Menschen (aus gutem Grund) nicht in der Lage sind, Milch zu verdauen: Selbst in Deutschland wird die Zahl der laktoseintoleranten Menschen auf ueber 10% geschaetzt und das, obwohl das noerdliche Deutschland wahrscheinlich die Ursprungsregion ist fuer die Genmutation, die die Laktoseverdauung erlaubt. [53]
Als naechstes ist das bei der Kuh natuerlich genau so wie beim
Menschen auch, dass Muttermilch nur dann produziert wird, wenn gerade
ein Kind geboren wurde. Wenn es alt genug ist, um andere Nahrung
aufzunehmen, dann hoert die Milchproduktion auf. Damit die Kuehe Milch
geben, muessen sie also staendig Kinder kriegen. Dafuer werden sie
kuenstlich geschwaengert. Das klingt harmlos, macht aber keinen Spass,
also nicht so wie Sex. Aus irgendwelchen Gruenden fing man naemlich
irgendwann damit an, den Bullen nicht mehr auf die Kuh zu lassen,
sondern ihm einen runter zu holen (nicht so mit bequem mit der Hand,
sondern mit einer eher unangenehmen Maschine) und sein Sperma dann mit
einer Art Spritze der Kuh in die Scheide zu pumpen. Ist das Kind dann
geboren, wird es der Mutti ganz schnell weggenommen, damit es nicht die
kostbare Milch wegtrinkt. Das waer ja auch ganz schrecklich, wenn das
Kind die Muttermilch seiner eigenen Mutter trinken wuerde, die Milch
die von ihr ausschliesslich fuer dieses Kind produziert wurde, fuer niemanden sonst. Doch zurueck zur Milch. Die ist ja sooo gesund. In der Werbung wird es jeden Tag erzaehlt. Jeder weiss es. Milch ist gesund. In der DDR gab’s sogar jeden Tag Schulmilch, damit die Kinder gross und stark werden. Ohne Milch geht das naemlich nicht. ... Wie die Milliarden von Menschen das machen, die keine Milch trinken, muss der Milchindustrie bis heute ein grosses Raetsel sein. Was so gesund ist an der Milch, ist natuerlich vor allem der hohe Calciumgehalt. Auch das weiss ja heute jeder aus der Werbung. Calcium ist gesund. Dass ein Zuviel an Calcium keineswegs gesund ist, wird einem dabei gern verschwiegen [54] Auch dass der empfohlene taegliche Calciumbedarf problemlos ohne Milch zu decken ist, hoert man eher selten. So enthalten viele pflanziche Lebensmittel viel mehr Calcium als Milch, wie ich unter #Vegetarismus und Gesundheit bereits ausgefuehrt habe. Die oben erwaehnte Laktoseintoleranz findet natuerlich ebenfalls keine Erwaehnung und der ziemlich hohe Cholesterolgehalt auch nicht. Milch mag also in geringen Mengen nicht ungesund sein, ist aber keineswegs sonderlich gesund. Zumindest von der gesundheitlichen Warte aus macht es also ueberhaupt keinen Sinn, Milch zu trinken. Hier ein kleines Filmchen vom NDR: http://veg-tv.info/Wie_gesund_ist_Milch_wirklich%3F Aber selbst, wenn man nicht mehr taeglich ein Glas Milch trinkt, so hat sich die Nahrung in der Mitteleuropaeischen Gesellschaft mittlerweile doch sehr stark auf Milch spezialisiert. Kaum ein Produkt findet man da im Supermarkt, in dem nicht irgendetwas aus Milch drin ist, sei es ’Molkenerzeugnis’, ’Magermilchpulver’, ’Milcheiweiss’, ’Milchzucker’, ’Suessmolkenpulver’ oder das sehr beliebte ’Aroma (Milch)’. Dazu kommt noch eine gigantische Kaese- und Joghurtkultur. Waren beides vor noch gar nicht mal so langer Zeit noch reine Luxusprodukte, so ist es mittlerweile doch so, dass man sich zum Fruehstueck und zum Abendbrot Kaese auf die Stullen/Schnitten/Bemmen packt und zum Mittag Kaesefondue, 4-Kaese-Pizza oder mit Kaese ueberbackenes Kartoffelgratin isst. Nach dem Abendbrot und Mittag werden dann jeweils noch ein bis zwei Joghurt als Nachtisch verzehrt. Hinzu kommen grosse Mengen Schokolade, die leider ebenfalls auf Basis von Kuhmilch produziert wird. Seinen Schokoladen- bzw. Kaesekonsum auf ein absolutes Minimum zu beschraenken oder ganz aufzugeben (oder durch vegane Alternativen zu ersetzen) liegt auf Grund des hohen Zucker- bzw. Fettgehalts ja ohnehin im eigenen gesundheitlichen Interesse und Joghurts gibt es mittlerweile in ganz hervorragender Qualitaet und Vielfalt auf Basis von Sojamilch (denn den die Joghurtkulturen ausmachenden Bakterien ist es reichlich egal, ob sie sich in Kuhdrüsensekret oder in Sojabohnensaft vermehren). Vielleicht ist euch ja schon aufgefallen, dass Soja- oder Reismilch mittlerweile in jedem Supermarkt in Deutschland zu finden ist. Des Weiteren wurde ja nun vermehrt ueber sogenannten 'Analogkaese' berichtet in den Medien. [72] Es ist doch schon beachtlich, dass trotz der Subventionierung der Milchbauern und der klaren Ausnahme von Milchersatzprodukten aus oeffentlichen Foerderprogrammen [73] die pflanzlichen Alternativen ihren Siegeszug angetreten haben. Erstens weil der Mark dafuer groesser geworden ist (mehr Vegetarier und Veganer als Abnehmer), zweitens weil auch viele Fleischfresser die Sojadrinks aus Gesundheitsgruenden kaufen und drittens, weil sie mittlerweile einfach preislich den Milchprodukten immer naeher kommen oder sie eben wie im Fall des Analogkaeses sogar schon ueberholt haben. HonigZuerst einmal gilt natuerlich auch hier, dass die Bienen den Honig nicht fuer den Menschen sammeln. Vielmehr beraubt dieser sie einfach. Allerdings stellt er ihnen auch Wohnraum zur Verfuegung und schuetzt sie vor Feinden, macht sie damit aber auch wiederum abhaengig von sich. Zwar koennen die heutigen Bienenvoelker wahrscheinlich recht gut verzichten auf den Honig, der ihnen genommen wird vom Imker, da sie vom Menschen so weit gezuechtet wurden, dass sie weitaus mehr Honig ansammeln, als sie eigentlich braeuchten, aber ein grosses Problem ist, dass viele kommerzielle Imker jene Bienenvoelker, die nicht mehr genuegend Ertrag erwirtschaften, einfach toeten. Auch in diesem Fall wieder durch Vergasen. Nun ist fraglich, ob Bienen ueberhaupt Gefuehle wie Schmerz oder Angst empfinden koennen. Unter den Insektenvoelkern gehoeren sie jedenfalls neben Ameisen und Termiten zu den am weitesten entwickelten, haben ein komplexes Sozialverhalten und eine Art eigener Sprache. Dies allein laesst die Ermordung eines ganzen Volkes von Bienen aus reiner Profitgier, um Platz zu schaffen fuer das naechste Volk, schon sehr fragwuerdig erscheinen. Toetet man die ueberalterten Bienenvoelker nicht, sondern laesst sie zu einem wuerdevollen, natuerlichen Ende kommen, dann muss im Prinzip keine Biene sterben fuer die Honigproduktion und man koennte diese Beziehung Biene – Mensch fast als eine Art Symbiose bezeichnen, von der beide Seiten profitieren. Letztlich ist und bleibt es aber dennoch Ausbeutung. Ich verzichte jedenfalls auch auf Honig. Und seit ich herausgefunden habe, dass Agavendicksaft Honig nicht nur in Bezug auf Aussehen und Konsistenz entspricht, sondern sogar in Bezug auf seinen Geschmack, sehe ich keinen Grund mehr, warum man ueberhaupt Honig konsumieren sollte. Leder und PelzDie Vorstellung, sich die Haut anderer, fuehlender Lebewesen anzuziehen ist ehrlich gesagt ziemlich abartig. Aber darueber denkt man natuerlich nicht gross nach, wenn man im Laden steht und Kleidungsstuecke vergleicht. Dabei unterscheidet sich eine Jacke aus der Haut von Kuehen im Prinzip so gut wie nicht von einer Jacke aus der Haut von Menschen. Dafuer sind sich die beiden Arten viel zu aehnlich. Trotzdem wuerden wohl die Wenigsten heute bereit sein, eine Jacke aus Menschenhaut zu tragen. Wie schmal der Grat ist, auf dem man da wandert, hat auch diesbezueglich die Geschichte mehrfach gelehrt. Auch wenn die Geschichten ueber Lampenschirme aus Menschenhaut erfunden sein moegen [55] [56], so ist doch gesichert, dass in den Konzentrationslagern der Nazis, vor allem in Buchenwald, Hautstuecken mit Taetowierungen aufgehoben / gesammelt / ausgestellt wurden und Hautfragmente teilweise zu Leder weiterverarbeitet wurden. In Tibet wurden Haut und Knochen von getoeteten Kriminellen und im Krieg gefallenen einst zu rituellen Objekten und Musikinstrumenten weiterverarbeitet [57] und auch aus vielen anderen weniger entwickelten Regionen der Welt sind diverse Kult- und Gebrauchsgegenstaende aus Menschenhaut und –knochen bekannt. [58]
Tolstoi formulierte: “Vom Tiermord zum Menschenmord ist es nur ein Schritt und damit auch von der Tierquaelerei zur Menschenquaelerei.“ Dem kann ich nur zustimmen und wer sich mit Tierhaut bekleidet ist dadurch meiner Ansicht nach auch immer ein Stueckchen naeher dran, sich mit Menschenhaut zu bekleiden. Leder ist heutzutage extrem billig, weil es zu grossen Teilen aus Laendern wie Indien importiert wird, wo die (eigentlich heiligen) Kuehe unter entsetzlichsten Bedingungen zur Schlachtbank gefuehrt und getoetet werden. Label wie das allseits bekannte “Echt Leder“ koennen diesen Umstand nur geringfuegig verbergen, vor allem wenn sie an Schuhen zum Preis von EUR 9,99 haengen (fuer mich ist besagtes Label nun eher ein praktisches Instrument, um zu erfahren, was ich nicht unbedingt kaufen sollte). Entgegen landlaeufiger Meinung, die groesstenteils auf die Lederindustrie selbst zurueckgeht (bzw. auf deren Werbekampagnen), ist Kunstleder dem Original auch keineswegs generell unterlegen. Vielmehr ist das hoeherwertige Kunstleder einfach nur teurer und wird deshalb kaum verwendet und die billigen Varianten, die nach zwei Monaten auseinanderfallen, gelten dann als Bestaetigung fuer das Vorurteil, kuenstliches Leder tauge nichts. Mittlerweile habe ich einige Erfahrung mit 'vegetarischen Schuhen' und letztlich kann man genauso Glück oder Pech haben beim Kauf wie bei nicht-vegetarischen Schuhen auch. So hat es bei meinen letzten Alltags-Strassenschuhen (im Bild rechts) volle 2 Monate gedauert, bis sie nicht mehr gedrueckt haben und das obwohl sie ziemlich teuer waren. Meine vollstaendig veganen Wanderschuhe hingegen waren ein echter Gluecksgriff. Obwohl in Spanien gefertigt (nicht etwa in Bangladesch oder so), waren sie sogar billiger als die meisten 'normalen' Wanderschuhe und haben mir soo gute Dienste geleistet, mich quer durch alle Klima- und Vegetationszonen begleitet, bei Temperaturen zwischen -10 und +45°C. Die Haltung und Hinrichtung von Tieren zur Pelzproduktion ist derartig unvorstellbar grausam, dass ich darauf eigentlich gar nicht weiter eingehen moechte. Wer Pelz kauft, unterstuetzt Folter in Reinform. WolleAuch wieder so ein Produkt, bei dem man ja erstmal davon ausgeht, dass die Tiere nicht getoetet werden fuer das, was sie abliefern. Dies ist prinzipiell auch erstmal nicht ganz falsch, real aber schon, doch dazu gleich mehr. Entgegen dem, was viele Menschen zu glauben scheinen, waechst den Schafen die Wolle nicht zu dem Zweck, vom Menschen ’geernet’ zu werden. Die Wolle ist das dichte Fell der Schafe, ihre Koerperbehaarung, so wie bei uns Menschen die Haare auf dem Kopf, unter den Achseln, um Luemmel oder Mumu und gegebenenfalls auch ueberall sonst auf dem Koerper. Im Gegensatz zu den Schaefchen haben wir die Koerperbehaarung natuerlich nicht mehr noetig, da wir uns ja seit Jahrtausenden in kuenstliche Felle huellen, genannt auch Kleidung. Die kleinen Schaefchen aber frieren ganz bitterlich, wenn man ihnen die Kleidung wegnimmt. In Pflege des Menschen, der sie in dunkle Staelle sperrt, erfrieren sie zwar nicht, aber freuen tun sie sich sicher nicht darueber, ’nackt’ gemacht zu werden. Auf den gigantischen Schaffarmen in Australien brennt zudem ziemlich die Sonne und da faengt man sich ohne passende Bekleidung schon mal einen unangenehmen Sonnenbrand ein. Das eigentliche Problem liegt aber auch bei der Wolle wieder in der Tatsache, dass die Schafe eben nicht bis an ihr Lebensende irgendwo Wolle geben und dann eines Abends ruhig einschlafen und nicht mehr aufwachen, sondern dass sie schlussendlich ermordet werden. Australien, der groesste Produzent von Wolle und Schafsfleisch [59], exportiert jaehrlich 6.5 Millionen Schafe in den nahen Osten. Lebend! Entfernt zu vergleichen mit den Sklaventransporten in die neue Welt, ergeht es den Schafen meist deutlich schlechter auf den Schiffen. Futter, Luft und Licht sind Mangelware und bis zu 10% sterben auf dem Transport, mal ganz abgesehen davon, dass auf sie am Ende nicht die Feldarbeit, sondern der Tod in den wohl grausamsten Schlachthoefen wartet, die dieser Planet zu bieten hat. [60]
JagdJagd ist Mord. Punkt. Nichts Anderes. Das Argument, die Jaeger muessten den Bestand kontrollieren, ist ein vollkommen absurdes Konstrukt zur Rechtfertigung dieses Unrechts. Wenn nicht der Mensch den Bestand kontrolliert, dann tut es naemlich die Natur oder Gott oder wer oder was auch immer, so wie es seit Anbeginn der Zeit, oder besser seit Auftreten des ersten Lebens gewesen ist, als es noch keine Menschen gab, die sich anmassten, ueber Leben und Tod ganzer Populationen zu entscheiden. Oekosysteme funktionieren auch ohne Raeuber, auch ohne Fressfeinde. Wie sonst waere es wohl zu erklaeren, dass beispielsweise die vegan lebenden Elefanten an der Spitze der Nahrungskette stehen, also keinerlei Feinde haben, vor denen sie sich fuerchten muessten? Wenn es zu viele Rehe oder Wildschweine in unseren Waeldern gibt, dann finden sie halt irgendwann keine Nahrung mehr oder eine Krankheit schrumpft ihren Bestand wieder zusammen. Ein natuerliches Gleichgewicht stellt sich ein. Indem der Mensch aber ’den Bestand kontrolliert’, verhindert er auf ewig das Erreichen eines solchen Gleichgewichtes. Schon sehe ich kommen, wie in 20 Jahren nicht mehr nur wie heute schon regelmaessig tausende Rehe geschossen werden, “weil es sonst zu viele werden“, sondern auch die dann heimisch gewordenen Woelfe, “weil sie sonst zu viele Rehe fressen.“ Ist es nicht ein Wenig pervers von den Forstbehoerden, im Wald Schilder aufzuhaengen mit Inschriften wie: “Schuetzt die Tiere“ oder “Seid leise und erschreckt die Tiere nicht“ und den gleichen Wald mit Hochstaenden vollzupflastern, von denen die Tiere, die wir zuvor so brav und anstaendig geschuetzt haben, einfach erschossen werden?! Angeln ist uebrigens weder ein Hobby, noch ein Sport. Angeln ist auch Mord. Es kann auch gar nichts Anderes sein als Mord, denn Angeln ist die Jagd auf Fische. Siehe dazu auch: #Und was ist mit Fisch und Meeresfruechten? Zoos und HaustiereZwar lehne ich persoenlich auch Zoos und Haustierhaltung ab, jedoch ist dies schon eine etwas andere Liga als das Toeten von Tieren aus niederen Beweggruenden, wie beispielsweise aus Profitgier oder fuer den Luxus beim Essen. Soll heissen: Ich selbst wuerde mir kein Haustier anschaffen und werde mich auch so weit es geht von Zoos und Tierparks fernhalten, wuensche mir auch, dass Andere es mir gleichtun, aber so lang die grosse Mehrheit der Menschen nicht einmal einsieht, dass der Verzehr von Tieren falsch ist, werden sie wohl erst recht nicht erkennen, dass auch das Einsperren und ’Besitzen’ von Tieren Unrecht ist. ZoosEine tolle Sache diese Zoos. Eigentlich waren sie ja nur dazu da, um Leuten exotische Tiere zu praesentieren und damit nach Moeglichkeit Geld zu machen. Vor noch gar nicht mal so langer Zeit waren die Tiere noch in winzigen Stahlkaefigen eingesperrt und bekamen wer weiss was zu Fressen. Mit der Zeit rueckten (angeblich) Bildung, Forschung und Erholung in den Vordergrund und die Kaefige wurden zu immer groesseren Gehegen umgestaltet. Dass diese trotzdem noch vollkommen an der Realitaet vorbeigehen, wird sowohl von den Betreibern als auch den Besuchern der Zoos und Tierparks getrost ignoriert. Hat also zum Beispiel ein Tierpark sein Gehege fuer den sibirischen Tiger auf stolze 50 mal 50 Meter vergroessert, also auf 2500 m², dann wird er sich damit bruesten, wie gut es das Tier doch bei ihm hat, wie grosszuegig der Park doch war, ihm ein so grosses Gehege zu schenken. In der Natur hat ein sibirischer Tiger ein Revier von rund 250 km², das sind 250 Millionen m², in Zahlen: 250 000 000. Der natuerliche Lebensraum dieser Art ist also einhunderttausend Mal so gross, wie sein ach so grosses Gehe im Zoo. Der Bildungsaspekt spielt praktisch keine Rolle, denn wenn man wirklich etwas ueber diese Tiere erfahren moechte, dann kann man es in der Wikipedia oder einem Fachbuch nach Wahl nachschlagen. Um einen Eindruck von Groesse und Bewegung zu erhalten, kann man sich Videos anschauen, die es heute ebenfalls in ausreichendem Masse in Bibliotheken oder im Internet gibt. Auch die Forschung ist zu vernachlaessigen, denn ueber das Sozial- und Fressverhalten einer Tierart lernt man weitaus mehr, wenn man sie in ihrer natuerlichen Umgebung heimlich beobachtet, anstatt in Gefangenschaft und das anatomische Wissen ueber ein Tier erhaelt man heutzutage mit einer einzigen Computertomografie des (betaeubten) Tieres. Ueber die meisten in Zoos gehaltenen Arten ist ohnehin alles Wichtige bekannt. Bleibt der Erholungsaspekt. Dieser resultiert massgeblich aus der Parklandschaft, durch die man spaziert. Dafuer muss man dort keine Tiere einsperren. Oft wird eingewendet, die Zoos haetten die wichtige Aufgabe, vom Aussterben bedrohte Tiere zu schuetzen und wieder auszuwildern. Mal abgesehen davon, dass man dies wohl mit zwei bis drei grossen Anlagen weltweit bewerkstelligen koennte, statt mit je einem Zoo in jedem Kuhdorf, gab es bis heute kaum erfolgreiche Projekte. Die paar wenigen Arten um die man sich kuemmert, wie beispielsweise den Panda, der mit seiner extrem einseitigen Ernaehrung und seinem langsamen Fortpflanzungsverhalten ohnehin keine grosse Zukunft hat in der Evolution, stehen allesamt an der Spitze der Nahrungskette und werden eigentlich nur deshalb so gefoerdert, weil der Mensch sie so niedlich findet. Die tausenden Insekten- und Amphibienarten, die jedes Jahr aussterben, versucht niemand zu retten. Dabei stehen diese mitten in der Nahrungskette und ihr Aussterben kann zum Zusammenbruch ganzer Oekosysteme fuehren. Zoos sind heute zumeist reine Wirtschaftsunternehmen und werden denn auch wie eben solche gefuehrt. Worum es geht, ist Geld, Profit. Ein eindrucksvolles Beispiel, wie Zoos funktionieren, hat vor einiger Zeit der Berliner Zoo gegeben. Das Eisbaerenzuchtprogramm war von Erfolg gekroent und es turnte also ein kleines, suesses Eisbaerenbaby im Gehege herum. Viel viel grosses Marketing tat den Rest und schon flimmerten ueberall auf der Welt Bilder vom mittlerweile 'Knut' getauften Berliner Eisbaerenbaby ueber die Bildschirme. Die Aktien des Berliner Zoos (ja, heutzutage sind Zoos sogar an der Boerse notiert) schossen in die Hoehe. Alle Geldsorgen sind fuer Jahre vergessen, Arbeitsplaetze gesichert und alle sind gluecklich... Gut, OK, 'Knut' wurde seiner durch die Gefangenschaft total verstoerten Mutter weggenommen, damit sie es nicht verletzt (schliesslich ist der Kleine Millionen Euro wert) und musste dann mit dem Tierpfleger spielen, der gleich mit beruehmt wurde. Ja, OK, die Geschichte hat auch voellig davon abgelenkt, dass normalerweise die meisten Tierkinder in Zoos einfach umgebracht werden, weil nicht genuegend Platz fuer sie waere in den Gehegen. Aber Knut war doch soo niedlich... Und manche Zoos, darunter leider auch wieder der Berliner Zoo, gehen sogar noch einen Schritt weiter in ihrer Profitgier. Sie zuechten bewusst zu viele Exemplare von bestimmten exotischen Spezies und verkaufen diese an spezielle Abnehmer, die sie umbringen und traditionelle chinesische Medizin (TCM) daraus machen. Im Falle des Berliner Zoos soll es sich dabei um eine Familie von Baeren und um ein Zwergflusspferd gehandelt haben. [70] Zwar traegt die TCM eine Mitschuld an derartigen Vorgaengen, da sie den Bedarf erst kreiert (und somit z.B. auch fuer die noch immer stattfindende Jagd auf den oben bereits erwaehnten und fast ausgestorbenen Sibirischen Tiger verantwortlich ist), gezuechtet und verkauft werden die Tiere aber nun mal von den Zoos.
HaustiereAch wie sind sie niedlich die kleinen Haustiere. Man kann sie lieb haben, streicheln, mit ihnen spielen, schmusen und einfach Spass haben. Man kann sie falsch ernaehren, in winzige Kaefige sperren, sie schlagen, wenn sie laut sind, sie verhungern lassen oder im Klo runterspuelen. Man kann ihnen Befehle geben, seine Herrschaftsgelueste an ihnen ausleben und sie zu Tode pflegen.
Klar, alle Haustierbesitzer werden jetzt sagen, so was machen sie doch nicht und bei den meisten stimmt das sicher auch, aber oft genug werden nun mal Haustiere fuer Kinder gekauft und diese vergessen nun mal hin und wieder, ihren Hamster zu fuettern oder dergleichen. Viele Eltern wollen ihren Kindern damit Verantwortungsbewusstsein beibringen und wenn der Hamster verhungert ist, dann weint das Kind mal kurz und die Eltern sagen: “Siehst du, wir haben’s dir ja gesagt. Lass dir das eine Lektion sein.“ Danach herrscht wieder Friede, Freude, Eierkuchen. Das Leiden des Tieres interessiert dabei niemanden wirklich. Man sagt das so dahin: Der Hamster / die Maus / der Vogel ist verhungert. Aber was das eigentlich heisst, fuehrt sich kaum jemand vor Augen. Unter Menschen wird der Entzug von Nahrung als schwere Misshandlung bzw. Folter betrachtet. Wieso sollte dies bei kleinen Nagetieren anders sein? Diese spueren genauso Schmerzen wie wir, haben genauso Hunger wenn sie nichts zu essen kriegen und sind genauso einsam in ihrem Kaefig, wie wenn man uns in einen Kaefig sperren wuerde. Das Einzige, was man dem Kind damit wirklich vermittelt ist, dass Leben unterschiedlichen Wert hat. Dass zum Beispiel das Leben des Hamsters weniger wert ist, als jenes des Hundes und natuerlich viel viel weniger als das eigene. Da ist der Schritt auch nicht mehr fern zu sagen, dass das Leben eines Schwarzen, eines Juden oder eines Chinesen weniger Wert ist als das eines weissen, christlichen, womoeglich gar deutschen oder arischen Europaeers. Es ist schoen, wenn Eltern ihren Kindern Verantwortungsbewusstsein vermitteln wollen, aber doch bitte nicht auf Kosten anderen Lebens. Eine der widerlichsten Angewohnheiten in der Haustierhaltung ist zweifelsohne die Kastration. Wie koennen Menschen von sich behaupten, ihre Haustiere zu lieben, diese aber kastrieren lassen. Ist ihnen wirklich nicht bewusst, was das heisst? Die Kastration eines maennlichen Saeugetieres, ob nun beim Menschen, beim Pferd oder bei einem Kater, ist immer ein riesiger Eingriff in die Entwicklung dieses Wesens. Es ist eine Verstuemmelung der Geschlechtsorgane, veraendert massiv den Hormonhaushalt und damit das natuerliche Verhalten des Tieres und vor allem nimmt es ihm die grundsaetzlichste, wichtigste Faehigkeit, die einem Lebewesen von der Natur gegeben wird: Die Faehigkeit sich fortzupflanzen. Es spielt dabei gar keine Rolle, ob das Tier davon je Gebrauch machen wird und kann. Es geht um die Moeglichkeit es zu tun. Das ist ein Bisschen wie bei Disneyland: Es spielt keine Rolle, ob man das hohe Eintrittsgeld wirklich abfaehrt mit all den Attraktionen im Park, sondern es geht vielmehr darum, theoretisch die Moeglichkeit zu haben, so oft man will mit einer Attraktion zu fahren, ohne sich ueber den Preis Gedanken machen zu muessen. Die Tatsache, dass jedes Jahr Millionen von Haustieren ausgesetzt, im Tierheim abgegeben oder umgebracht werden spricht auch nicht unbedingt fuer die Faehigkeit auch der erwachsenen Menschen, verantwortungsbewusst mit den Tieren umzugehen, die ihrer Obhut unterliegen. Weiterhin sagen so viele Haustierbesitzer, dass sie ihre Katze / ihren Hund so lieb haben, dass sie ihr/ihm niemals etwas Boeses antun koennten. Sie nehmen voll und ganz wahr, dass das Tier leidensfaehig ist und vergleichen seine Verhaltensweisen nur allzu oft mit den eigenen. Und trotzdem essen sie Fleisch, essen die toten Koerper von Wesen, die genauso leidensfaehig sind wie ihr eigenes Haustier, genauso aehnliche Verhaltensweisen aufweisen wie sie selbst und denen sie, wenn sie sie selbst als Haustiere halten wuerden, niemals etwas Boeses antun koennten und das, genau das widert mich einfach unglaublich an. Was mich am meisten ankotzt ist,
Es geht auch andersNach all diesen Ausfuehrungen stellt sich natuerlich die Frage nach Alternativen. Die grundsaetzliche Antwort auf diese Frage lautet selbstverstaendlich Vegetarismus. Der Vegetarier gibt erstmal schon gar keinen Auftrag zum Morden. Er mindert dadurch die Massentierhaltung von Rindern, Schweinen und Gefluegel und leistet somit einen massgeblichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, zu einer besseren, gerechteren Welt, zu weniger Armut und zur eigenen Gesundheit sowie einem besseren Gewissen. Vegetarische Ernaehrung ist besser fuer alle: Sie schmeckt gut, ist ’unblutig’, ist umweltvertraeglich, ist eine Ernaehungsform bei der alle Menschen satt werden koennen und ist auch noch gesuender. Vor allem aber ist sie gerechter, gerechter den Tieren gegenueber. Doch wie sehen die Alternativen im Einzelnen aus? Ein Mangel an vegetarischen Rezepten existiert schon mal nicht. Man gebe unter amazon.de einfach mal den Suchbegriff “kochbuch vegetarisch“ ein und lasse sich ueberzeugen. Die meisten Gerichte, in denen Fleisch nicht Hauptbestandteil ist, lassen sich zudem ohne Probleme auch vegetarisch nachkochen. Ich gebe meist in google ein: “rezept vegetarisch XX“, wobei XX fuer den Rezeptnamen steht, und werde fast immer fuendig. Im Zweifelsfall suche ich auf Englisch.
Aber auch viele reine ’Fleischgerichte’ kann man gut vegetarisch substituieren. Ob Gyros, Hackbaellchen, Ćevapčići oder Wiener Wuerstchen, fuer allesamt gibt es vegane Pendants, die von den ’Originalen’ praktisch nicht zu unterscheiden sind. Schwierig wird es nur bei Gerichten wie Steak, Rouladen, Kasseler oder Fischgerichten, doch dieses Opfer sollte man bereit sein, zu bringen denke ich und eigentlich sollte dies auch nicht schwer fallen, wenn man einfach nur an die Aufnahmen aus den Schlachthoefen denkt beim Anblick dieser Speisen. Wenn man sich das Quieken und Schreien der zappelnden, zu fliehen versuchenden Tiere in Erinnerung ruft, die ihr Leben lassen mussten fuer das kleine Stueck Geschmack auf dem Teller. Auch den Konsum von Eiern und Milchprodukten zu senken, faellt eigentlich nicht schwer. Statt Butter kann man generell Margarine benutzen, sowohl aufs Brot, als auch zum Kochen, Braten und Backen. Auf das ’taegliche Glas Milch’ sollte man schon aus gesundheitlichen Gruenden ohnehin lieber verzichten. Fuer alles Andere, also erneut fuer das Trio Kochen, Braten, Backen, kann man ohne Verluste auf Ersatzprodukte ausweichen. Dafuer muss es nicht die teure, reine Sojamilch aus dem Reformhaus sein, sondern der billige BioBio Soja-Reis-Drink aus dem Plus-Supermarkt tut es auch, sowohl fuer Sossen, als auch als Zugabe zu Suppen und Gratins sowie diversen Backrezepten. Fuer Milchshakes und selbstgemachtes Eis hingegen sind die hoeherwertigen Soja- oder Reismilchprodukte aber schon empfehlenswerter. Sich sein eventuelles taegliches oder meinetwegen auch nur sonntaegliches Fruehstuecksei abzugewoehnen, duerfte das eigene Leben ebenfalls gesuender und laenger werden lassen, sollte also auch nicht schwer fallen. Beim Kauf vieler Ei enthaltender Produkte kann man leicht auf Alternativen ausweichen, wie zum Beispiel bei Nudeln, wo die eifreie Variante meist sogar guenstiger ist oder bei Fertigwaffeln, wo man sich nicht unbedingt fuer die Volleiwaffeln entscheiden muss. Omelettes sind auf Grund ihres extrem hohen Cholesterolgehalts ohnehin sehr ungesund und fuer alle Backrezepte gibt es Ei-Ersatzpulver zu kaufen, mit dem man sogar guenstiger faehrt, als mit ’echten’ Eiern. Unter #Web-Empfehlungen habe ich unter Anderem eine kleine Liste mit veganen Online-Shops zusammengestellt. Man findet die meisten wichtigen veganen Produkte aber auch in Bio- und Naturkostlaeden sowie in Reformhaeusern. Bewohner Berlins sollten zudem mal einen Blick werfen auf: http://www.berlin-vegan.de/index.php?id=90 Wem das jetzt schon wieder alles viel zu viel klingt, der moege nicht umstaendlich versuchen, fuer jedes Fleischgericht einen Ersatz zu finden, sondern alles Fleisch aus seiner Nahrung einfach nur wegzulassen. Hat man bisher nicht allzu extrem ungesund gelebt, dann bleibt da genuegend uebrig, um satt zu werden. Zudem kann man ja schrittweise vorgehen. Kaum jemand wird Veganer ohne die 'Zwischenstufe' des Ovo-Lacto-Vegetarismus. Ausserdem moege man sich Folgendes noch mal vor Augen fuehren:
Ihr sollt euch nicht in extremer Enthaltsamkeit ueben. Konsumiert meinetwegen weiter Alkohol, Tabak oder Cannabis, ladet euch Pornos herunter und geht in den Swinger-Club, schaut euch Horrorfilme im Kino an und ballert euch durch die neuerdings so verteufelten ’Killerspiele’, macht die Musik in eurem MP3-Player so laut, dass euch fast das Trommelfell platzt, bleibt den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen oder macht euch eure Haut im Solarium kaputt. Aber um Himmels willen hoert auf Dinge zu tun, die Anderen weh tun, ja sie sogar umbringen. Hoert auf, durch den Konsum von Fleisch und anderen Tierprodukten ein System zu unterstuetzen, das jeden Tag unsagbares Leid verursacht in dieser Welt und selbige so ganz nebenbei zerstoert. Es liegt in eurer Verantwortung, das Richtige zu tun. Fuer mich ist offensichtlich, was das Richtige ist. Fuer euch auch? Ein an dieser Stelle zwar etwas deplazierter, aber dennoch interessanter Text vom bekannten Tierrechtler Helmut Kaplan zur historischen Perspektive der Tierrechtsbewegung:
In diesem Zusammenhang an meine Familie und meine Freunde: Wenn ihr mir unbedingt etwas Suesses schenken wollt, dann kauft keine (Milch-)Schokolade. Ich esse gern Nuesse und Trockenobst. Statt einer Schachtel Pralinen, wuerd ich mich sehr freuen ueber die mir meist zu teuren Nussarten wie Cashews, Macadamia und Paranuesse sowie ueber getrocknete Datteln und dergleichen. Gern auch jede andere vegane Suessigkeit, aber im Prinzip wisst ihr ja alle, dass ich ohnehin keinen so grossen Wert lege auf Geschenke. An dieser Stelle moechte ich auch unbedingt mal ganz grossen Dank an meine Eltern loswerden, die mich immer unterstuetzt haben in meinem Vegetarismus. Vor allem meine Mutter hat mich von Anfang an ermutigt, das durchzuziehen, aber auch mein Vater hat nie ein schlechtes Wort darueber verloren, dass ich Vegetarier geworden bin, sonder stand immer hinter mir in dieser Frage. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Familien, in denen die Eltern massiven Widerstand gegen derartige Entscheidungen ihrer Kinder leisten. Ich weiss nicht, ob ich das in so einem Fall vor allem in der Anfangsphase durchgehalten haette. Zwar bedaure ich sehr, dass beide selbst nie zu Vegetariern geworden sind, obwohl ihr Fleischkonsum immerhin schon ziemlich stark abgenommen hat ueber die Jahre, aber ich kann es ja niemandem vorschreiben. Ein schoenes kleines Video ueber die Zusammenhaenge zwischen unserem Essen und unserer Welt (in Englisch): SchlusswortFassen wir mal kurz zusammen: Nichtmenschliche Tiere, vor allem Wirbeltiere, empfinden ebenso Schmerz wie wir Menschen. Insbesondere fuer die meisten Saeugetiere und Voegel ist auch belegbar, dass sie Empfindungen wie Angst, Trauer, Einsamkeit, aber auch Glueck und Zufriedenheit ganz aehnlich oder gar identisch der menschlichen Art und Weise wahrnehmen. Es ist naheliegend, dass das hoechstwahrscheinlich auch der Fall ist fuer alle anderen Wirbeltiere und nur noch nicht wissenschaftlich bewiesen wurde. Dies gilt also auch und gerade fuer die zum Verzehr so beliebten Kuehe, Schweine und Huehner und im weiteren Sinne auch Fische, Frösche, Krokodile, was auch immer. Insofern steht das Toeten einer Kuh dem Toeten eines Menschen in nichts nach, bis auf dass sie anders aussieht und uns geistig unterlegen ist, was Mord sicher nicht rechtfertigt in einer Zeit in der wir aufgehoert haben, Schwarze wegen ihrer Hautfarbe zu versklaven und geistig behinderte Kinder zu toeten. Es ist also vom ethischen Standpunkt aus hoechst fragwuerdig, fuehlende Lebewesen einzusperren und zu ermorden fuer die eigenen Gaumenfreuden. Ja bei nur etwas naeherer Betrachtung ist es schlichtweg falsch! Weiterhin ist die Tierhaltung einer der Hauptfaktoren in der noch immer zunehmenden Umweltzerstoerung. Sie ist fuer einen grossen Teil der Treibhausgase verantwortlich, verseucht Boeden und Gewaesser, okkupiert und vernichtet riesige Landflaechen, verbraucht unvorstellbare Mengen Suesswasser, ist massgeblich an der Rodung der tropischen Regenwaelder beteiligt und traegt zur weiteren Ausbreitung der Wuesten bei. Gesundheitlich ist der Konsum von Fleisch nicht nur unnoetig, er bringt mit Blick auf die gigantischen pro Jahr verzehrten Mengen vielmehr auch grosse negative Folgen mit sich. So leiden die Menschen in unserer Gesellschaft heute auf Grund des extremen Fleischkonsums unter Uebergewicht, Arteriosklerose, Herzerkrankungen, Problemen mit Knochen und Gelenken sowie diversen Hauterkrankungen. Dies fuehrt zu horrenden Zusatzkosten fuer die Krankenkassen und verursacht Milliardenschaeden an der Volkswirtschaft durch krankheitsbedingten Arbeitsausfall und Invaliditaet. Die heute ueblichen Methoden der Fleisch-“Erzeugung“ fuer die reichen Industrienationen zerstoeren die Existenzen zigtausender Menschen in Drittweltlaendern, verseuchen ihre Brunnen oder lassen sie austrocknen, treiben sie in den Hunger- und Verdurstungstod oder zwingen sie zur Migration in die reichen Laender, die diese Zustaende zu verantworten haben. Eine fleischlose Ernaehrung ist finanziell deutlich guenstiger, senkt hoechstwahrscheinlich das Gewaltpotential der Menschen, macht Schluss mit der widerlichen Doppelmoral gegenueber den Tieren, die wir doch eigentlich (angeblich) alle soo lieb haben und die freiwerdenden Ackerflaechen koennten fuer den Anbau von Energy-Crops genutzt werden, was einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz leisten wuerde. Zudem plaedierten und plaedieren eine ganze Reihe von bedeutenden, grossen Persoenlichkeiten fuer einen Umstieg auf die vegetarische Ernaehrung, darunter diverse Nobelpreistraeger und die kluegsten Koepfe der Welt. Und trotzdem scheint sich fast kein Arsch darum zu scheren. Trotzdem werden taeglich Millionen von Tieren voellig unnoetigerweise gequaelt und ermordet, damit sich der fette deutsche Michel seine Weisswuerste in den Rachen schieben kann. Trotzdem bemueht sich auch und vor allem in der Politik kaum jemand darum, diese Missstaende zu beseitigen. Trotzdem bieten viele Restaurants in Deutschland noch immer kein einziges vegetarisches, geschweige denn veganes Gericht in ihrer Speisekarte an. Trotzdem wird auf Vegetarier heruntergeschaut als waeren sie diejenigen, die etwas Seltsames, Unnatuerliches, womoeglich gar Falsches tun. Fuer mich persoenlich steht der ethische Aspekt ganz klar weit im Vordergrund und es ist mir nach wie vor vollkommen unverstaendlich, wie die Menschen so grausam und dumm sein koennen, dieses Verbrechen nicht zu erkennen. Doch letzten Endes ist es mir relativ Wumpe, warum jemand zum Vegetarier wird, ob nun fuer die Rettung des Planeten und seines Klimas oder fuer den eigenen Geldbeutel, ob nun fuer eine bessere, friedlichere Welt oder fuer seine eigene Gesundheit. Aber bitte bitte bitte macht nicht so weiter wie bisher.
Auffallend ist, dass heute wie frueher der Anteil der Vegetarier unter den Bevoelkerungsschichten mit hoeherer Bildung weitaus groesser ist, als in den weniger gebildeten Gesellschaftsschichten. [61] Der Schluessel zum Erfolg lautet also Bildung. Nicht nur Bildung in Bezug auf Wissen, nicht nur mathematisch naturwissenschaftliche und auch nicht nur kuenstlerische Bildung, sondern vor allem ethische, philosophische Bildung. Mein Traum fuer eine bessere Zukunft sieht so aus, dass irgendwann genug Menschen erkannt haben werden, was falsch laeuft und Vegetarier werden. Dass diese Menschen mit geeinter Stimme sprechen und auf kurz oder lang im Stande sind, das gesamte System zu veraendern. Nicht durch irgendeine gewaltsame Revolution, nicht durch Terrorakte und nicht durch kriegerische Handlungen, sondern durch Verstand, Einsicht und Mitgefuehl. Im Idealfall saehe diese Zukunft dann wohl in etwa so aus, wie in diesem kleinen Comic: Jeder kann seinen kleinen Beitrag leisten dazu. Jeder kann zunaechst einmal anfangen, den Fleischanteil an seiner Ernaehrung auf ein Minimum zu reduzieren. Schnell wird auch der deutscheste Esser erkennen, wie viele leckere Alternativen es gibt und dann in der Lage sein, den Verzehr toter Tiere ganz einzustellen. Ein weiteres Mal moechte ich Tolstoi zitieren an dieser Stelle:
Und hier noch ein paar weitere gehaltvolle Zitate beruehmter Vegetarier:
Obwohl ich mir diesen Film bis zum Schluss aufgehoben hatte, also erst anschaute, nachdem ich den gesamten Text ausgearbeitet, mich intensiv mit der Materie beschaeftigt und dabei wirklich vieles gesehen hatte, war Earthlings einer der schrecklichsten Filme, die ich je in meinem Leben gesehen habe … und vielleicht einer der Besten zugleich. Es gibt wohl kein anderes Werk, das es so versteht, einem die Augen zu oeffnen. Wer diesen Film komplett gesehen hat und weiter Fleisch isst, sich Lederjacken kauft oder in den Circus geht, dem fehlt meiner Ansicht nach das, was uns zum Menschen macht: Menschlichkeit. Wer ihn bis zum Ende gesehen hat und noch immer nicht glaubt, dass es zwischen der Grausamkeit und Gewalt zwischen den Menschen und jener gegen Tiere einen Zusammenhang gibt, der sollte ihn sich noch einmal anschauen. Und wer sich andersherum den Film bewusst nicht anschaut, aber weiterhin Fleisch isst, der kann sich zumindest sicher sein, dass er sich selbst beluegt. Gute eineinhalb Stunden, die jeder Mensch gesehen haben sollte. Gut, dass es Leute gibt, die ihn gratis im Internet bereitstellen: Leider gibt es keine deutsche Synchronfassung, aber jemand hat sich erbarmt und selbst deutsche Untertitel dazu geschrieben. Diese gibt es hier:
Anmerkungen
Historisch bedeutsame VegetarierIm Folgenden noch eine kurze Liste beruehmter vegetarischer Persoenlichkeiten der Weltgeschichte. Im Internet gibt es weitaus umfassendere Listen. Hier nur jene, die ich persoenlich fuer irgendwie bedeutend halte in diesem Zusammenhang und von denen man es auch ziemlich genau weiss, in der jeweils gebraeuchlichsten / bekanntesten Schreibweise:
Eigentlich gebe ich nicht viel darauf, auch noch lebende, moderne ’Stars’ anzufuehren in so einer Liste, da jene nur allzu oft mit diesen Dingen aus reinem Kalkuel zu Werbezwecken ankommen. Aber natuerlich gibt es auch viele gute Beispiele darunter, also Prominente, die es wirklich ernst meinen. Nur zwei davon moechte ich hier nennen, da ich weiss, dass es da gewisse Fans in meinem engen Freundeskreis gibt: Der eine ist Bryan Adams, der schon seitle="">[69] Im folgenden Eintrag in seinem ’journal’ vervolls praktischerweise fuer mich die Widerlegung des nervigen Gegenarguments, Gott haette uns die Tiere zum Essen gegeben: http://www.moby.com/jol verstoerten Mutter weggenommen, damit sie es nicht verletzt und musste dann mit dem Tierpfleger spielen, der gleich mit beruehmt wurde. Ja, OK, die Geschichte hat auch voellig davon abgelenkt, dass normalerweise die meisten Tierkinder in Zoos einfach umgebracht werden, weil nicht genuegend Platz fuer sie waere in den Gehegen. Aber Knut war doch soo niedlich. Und manche Zoos, darunter leider auch wieder der Berliner Zoo, gehen sogar noch einen Schritt weiter in ihrer Profitgier. Sie zuechten bewusst zu viele Exemplare von bestimmten exotischen Spezies und verkaufen diese an spezielle Abnehmer, die sie umbringen und traditionelle chinesische Medizin (TCM) daraus machen. Im Falle des Berliner Zoos soll es sich dabei um eurnal/2001-02-28/vegan.html Quellen
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